Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 46 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 4)
- Language
- German
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154 — Thrile, iynerbald einelänglichen Vierecks von S> nnhaufen, sie augenscheinlich von einer allen Mauereinheg mg übrig geblieben sind. AuS den Hieroglypheninschnfteü ,aden nun Lepsiu« und ändere der Aegyptologie kundige Ko scher dargethan, daS hier die Verehrung der ägyptisch n Göttin Hathor als der Herrin deS KupferlanbeS ihren ÄuSdruck gefunden. Dies wird noch außerdem durch di« zuerst von LepsiuS hinter den Tempelresten bemerkten großen Schlacken» Hügel bestätigt. Es ergibt sich daraus, daS iese ganze wunderbare CultuSstätte in Abhängigkeit vom 8 «trieb der benachbarten uralten Kupferminen gestanden, w> > baß auf den windigen Höhen des Berges das Schmelzen des Erzes stattgefunden haben mag. Die auf den Stele, gelesenen König-namen gehören dem dritten und zweiten I rhrtauieud vor der christlichen Zeitrechnung an; sie gehen a so auf die Zeiten vor dem Mosaischen AuSzuge zurück. V ir standen demnach auf einem Boden, der in grauer Vorzeit der Schauplatz reicher Thärigkeil gewesen; seine Sk« ne dienten viele Jahrbunorrte lang Menschen und Götter i; sie erzählen'» noch in geheimnißvollen Schriftzügen, und doch dar sich schon seit mehr als zwei Jahrtau enden das Schweigen des Tode» über sie gelagert. Eir ea geisterhaften Eindruck machte eS auf unS, als wir M lten unter den grotesken Gestalt« dieser Denkmäler weilte,, wahrend die schon gesunken« Sonne über die umliegenden, bald Heller bald dunkler gefärbte^ Kupferderge, von wildror lanlischem, schauerlichem Aussehen, ihren tiefröthlichen Sch» imer warf. Diesmal zog ich den unteren Weg vor. Bald nach dem Ausbruche von der Meerstatton trat un» zur Linken . der Dschebel Dhafary imposant entgegen, w. hrend wir rechts hinter dem blauen Meere die ägyptisch!» Gebirge aus purpurfarbigem Morgennedel hervorstarren rhen. So . liegen sich Afrika und Asien gegenüber, mtt 8 Lüsten und Felsengebirgen, als ob sie sich nackt zum Rin, kampf fordern wollten. Ader die glatte prächtige Meere, fläche liegt wie ein majestätisches Wort der Versöhnung dazwischen. Nachdem wir Dschebel Dbafacy eine Zeit lang hinter unS hatten, dogen wir beim AuSgang des Wadi 9 aSd wieder in einen Bergpfad «in, der sich lange zwifcher wild hingeworfenen KelSdlöcken, größtentheil» Sandges ein, hini schlangelt; bei seinen mannigfaltigen Windung n bildet er ' oft kleine abgeschlossene Thalkessel, denen Strauch und Baum nicht fehlt; auch die Gummi-Akazie findet sich hier; Coloquinten, citconenfarbig aber ungen eßbar, ein täuschender Kund, lagen an manchen Stellen des Wege». ^"Die Kelsengebilde aber, und Felsengruppen, an Farbe und Gestalt von wahrhaft malerischer Schönheit fesseln bas Auge fort und fort; sie erscheinen wie kühle Produkte einer gewaltigen, urfchöpferischen Phantasie. Um die Mittagsstunde war Wadi Mo atteb erreicht. Da» „beschriebene" Thal heißt es vl n den alten Inschriften, die sich an mehreren Stellen s iner Felsenwand« in ganzen und großen Gruppen vori nden. Im Vergleich zu denvorherigen ist diese» eini;e Stunden lange Thal von sehr stattlicher Erscheinung; e» ist größtentheilS viel breiter als jene, und hat doch nao seinen beider südlichen Seit» bin. Während im Norden fast eine Smnbe von» uns höhere Berge die Mauern he» ThaleS bilden, haben wir zu unserer Rechten eine Kette niederer Sandsteinfetsen, darunter öfter» 20 dis 30 Fuß hohe Wände, die dem Wanderer zur guten Stund« eine» Ruheplatz mit sehr willkommenem Schatten bieten. Vereinzelte FelSdlöcke liegen auch im Thale. An diesen einzelnen Fels« sowol wie an den Bergwänden finden sich null die zahl-, reich« Inschriften, kunstlos in den weichen, Sandstein eingegraben, untermengt mir Darstellungen von Kameelen und Eseln, auch von kleinen- Kämpfen, z. B. einem zwischen zwei Bogenschützen, und mir ähnlich« rvhm Zeich» auagen. Ich hatte am 28. Januar des Abends den AuSgang des Wadi Mokatted erreicht. Ein Sandsteinhüöel hat sich zwischen ihm und dem die östliche Richmng unsere- Wegnordöstlichen fortsetzend« Wadi Feiran gelagert. Dieser Fel-sattel wehrte der unmittelbar« Verbindung beider Wadis; anstatt derselben biegt nun Wadi Feiran plötzlich nach Süden ad und läuft mit seinem Wmter-Gießdache geraden Wegs ins Meer au». Nachdem wir Wadi »feiran betreten hatten, ritten wir über eine felsige, da und dort mir Tamarisken und verschiedenem Strauchwerk, auch Gummi-Akazien, bewachsene Ebene, zu deren de,den Seiten granitene Berg,»Höhen sich hinziehen. Von früh Sied« bis zur ersten Pachmitlagsstunde hatten wir zu Kameel gesessen, alS wie eine' Oase von Palmengruppen und ein mit Hellem Betgwasser dahinrieselnbeS Bächlein -begüßren. Damit kündigte sich unS daS Paradies dieser Wüste an, obgeich wir erst nach einstündigem Ritte zu ihm selbst gelangt«. Nachdem wir dort angekvmm«, ließ ich unter dem Schatten hochragender Palm« und nicht fern vom Wasserbächlein da» Zelt auf» schlagen. Unweit davon waren Araderhüit«, die noch mehr alS die schattigen Palmengipfel meinen Scheck Nazar gelockt hakt«. Er besaß hier nämlich kheuere Freunde, sowie er auch mehrere Palmen sein eigen nannte^ deren jährlicher Dattelertcag nicht zu sein« schlechtest« Einkünften zählte. ' (Horts. folgt.) Kuriosa. Jemand bemerkte: Der. Mann C'N wird mit der Frau n«s« durch Gott verbunden, denn v'd« hat das ' und tvsh das n, also n Gott. Wenn ad» in ihrem Bunde Gott fehlt, so bleibt nur bei beiden £ * Feuer über, dasie verzehrt. den Seilen, der nördlich« und südlich«, Felsenberge. Der Karavanenweg geht nahe an Leranrr ..Kirtag un KsvBgärtaeT’i adgrenzende der recht«, Allgemeine Zeitung de» Judenldum«. No. 45. 1862. Leitende Artikel: Die drei Gewalten. — Jüdische Elementarschule oder ReligivnSschuIe? — Pariser Briefe XII. — Zerstreute Bemerkungen. r Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg, «cm! Tauuu« Preußen: Berlin, Berlin, Trier. Mühlheim au der ' Ruhr, Münster, Goes«, Samter. Oefterreichifcher Sailerßaal: AuS Ungarn. Fra ukreich: Paris. Serbien: Gr.Be»- kerek. Rußland: Warschau. SP Zu bezieh« durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Thaler. örtlicher Redacteur I. H. Luder. ¥n<tt«ablsag üt rcip.i». — Drurl vou ®. Ät tp i lng ia Srisua