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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 43 (1862) · p. Seite 164

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
43 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
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172 fchenfreundlichen Tbalen für ihr« verfolgte« B «der und | ihre* tiefe» Lied« für ihre» Gott und ihr Vclk. Voll- , kommen bewandert in der Literatur ihres eigen n Landes, in dessen Sprache ft« mit Eleganz schrieb, sprac > sie französisch mit großer, italienisch mit hinreichender Oeläusigkeit und besaß tüchtige Kenntnisse im Deutschen: bei diesen vielen Vorzügen war sie nicht nur eine Zierde der feinen Gesellschaft, in welcher sich zu bewegen sie best mmt war, sondern sie wurde auch durch ihre sprachliche Legadung, ihre höhere geistige Ausbildung und andere Talen e befähigt, ihren Gatten wesentlich in seiner von ihm sel ft sich gestellten schwierigen Aufgabe zu unterstützen. ES vac mitten unter diese» Lieblingsbeschäftigungen, daß daS Atter mit mit seinen Gebrechlichkeiten sich unmerklich näh« cten. Wahrend der allerletzten Jahr, bracht, sie m f ärztlichen Rath den Winter wiederholt in einem mild«cea Klima außerhalb Englands zu; und im Jahre 1&59, nach ihrer Rückkehr von der Mission nach Rom, nahm ii re.Gesundheit sichtlich ab. Bon dieser Zeit an bis zum Tage ihres Tod,» mußte sii für invalid angesehen werd« i. ES ist schwerlich nöthig zu sagen, baß Nichts gespart vurde, um ihr« oft schweren Leiben zu erleichtern, von der Pekümmerniß eines liebenden Gatten, der den ihm vo > der Vorsehung zur Beschützung übergebenen seltenen Schatz wohl zu ehren wußte, und der ihr Glück zur Aus zabe seines OaskidS machte, eben so wie sein Wohlsein de ihrer Leben« gewesen war. Die lehren Jadre ihres! edenS dielt sie sich, wenn sie in England war, abwechselnd in London und RamSgale auf. So näherte sich der S >mm,r. VeS JahreS In dieser Zeit vor fünfzig Ja ren halten sie sich zu einer Ehe vereinigt, welch« Beider ein Glück gebracht hatte, wie «S selten einem Sterblich n vergönnt ist — ein Glück, daS als Vorgeschmack der 3 Öligkeit derrachter werden kann, die die Frommen in ein r Welt erwartet, wo keine Trennung zu fürchten ist. Oie Gebete de« Paare« wurden am Throne de« Allbarmh.rz gen erhört. Die Hand des TodeSengelS wurde einig« D onate lang aufgehalten. Sir Moses und Lady Mostest re konnten die Jubelfeier ihrer Verbindung begehen. 4 kehr noch. Die Vorsehung hatte vor dem gänzlichen E loschen der Lampe einen Theil de« Glanzes wieder hergest Ur, welchen sie sonst aus sich ergoß. Die verringerten Krä le der Lady schienen wieder aufzulebea und eine bessere Gesundheit schien zurückzukehr.n. Sie hatte eben in ihre n Krankenwagen mit sichtlichem Dortheil eine Sparzierfat rl gemacht, und e« wurden Vorbereitungen getroffen, sie n die große' Ausstellung zu geletten, alS sie noch an denselben Tage von der schweren Krankheit befallen wurde, die zuletzt ihren Tod herbeiführen sollte. Am Freitag, dem IS. September, wurde die Lady plötzlich von Erbrechen bef llen. Ihre Schwäch« nahm sichtlich zu, aber die Krankh« r schien der Behandlung der ausgezeichneten zugezogenea Aerz e zu weichen. Dienstag Morgen« wurden für ihr Leben in »er Sephar» dimsynagoge Gebete dargebracht und am Nachmil age desselben TageS m der großen Synagoge. Am Mittw»ch Morgen schien sie beträchtlich wohler, und einig« der schlimmsten Symptom« verschwanden. Hoffnung, ein so oftbareS Le» dm würde erhattm werben, mrstanb. Die Kranke war die ganze Zeit über ruhig, frei von Schmerze» »Md beklagte sich nur über große Schwäch«. Sie sprach mir ihrer ge, wohnten Heiterkeit und frommen Resignation mir ihren Freunden, gegen welche sie die ihr charakteristische Gast» freundschäfk noch an dem Tage ihres Todes selbst areSüdle. Der Vorabend drS Neujahrs nähere. (Schluß folgt.) Auelvole. Dow drei HandwerkSdurfchen, die sich auf der Wanderung zufammengefunben, gehörten zwei der jüdisch«, einer der christlichen Religion an. Die ersteren suchten in Städten und Dörfern, wo sie hingeriethen, eifrig die Häuser auf, wo gerade jüdische Festlichkeiten gefeiert wurden, um ihren Anlheil zu bekommen, und führten natürlich ihrm christlichen Genossen eben dahjn mir sich. So bewogen sie ihn auch einmal im Städtchen N. am Simcharh Thorah mit in die Synagoge zu gehen. Beim Thorahlesen kommt der Geineindedote zu ihnm. und fragt den ersten: ÄaS selb Ihr? Antwort: Ein Eohen! Den zweit«, Antwort: Ein Levi! Und ihr? Antwort: Ein Kappenmacher. Aphorismen 7 von David Wahl in Codlenz. J, y Zwischen Wort und Thal liegt eine gewaltige Kluft; aber die Willenskraft schreitet hinüber. Die Regeln der Etiqurtle sind Rechenpfennige, die nur während dcS Spieles ihre Geltung behaupten. Die Wurzel strebt nach der Tiefe und . die Krone zum Himmel; aber beide ergänzen sich zu einem herrlichen Gebilde, wie das Irdische und Geistige im Menschen. Berankt R«U| W* B« » » «r, r»«r ES giebr kluge Leute, die auf jeden Windzug lauschen, aber die Melodien ihres eigenen Herzens überhören. Die Sünde verspricht Vergnügungen; aber sie ist ein selbstsüchtiger Tyrann, der für leichte Gaben schrver« Frohn» dünste fordert. E« ist eigenrhümlich, daß wir gewöhnlich Hje. Ausdrücke '„vergeben und vergessen" in eine Reche stellen, da - die Vergebung zwar «in Ausfluß der frei wirkenden Liebe ist, aber es nicht in unserer Macht steht, Thatsachen auS unserem Gedächtnisse zu entfemen. Allgemeine Zeitung de« JndenrhumS. No. 42. 1862. Leitende Artikel: Ein Blick auf die Weltlage. — WaS gehört zu einer rechten israelitischen Gemeinde? Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bad Homburg, Soburz. Preußen: au« dem Poseusche», Fraokfart a. d. Oder, LömaSberg in Pr., Sollup, Kochem a. d. Mosel, Berlin. Frankreich: Pari«. ®5T Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Lhaler, vierteljährlich X Lhaler. ertlicher Rebacleur I. H. gftber. i» Sei»»'« - Dr«r »cm 9. »reysirn, Im r«ip,i,.

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