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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 41 (1862) · p. Seite 164

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
41 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
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164 riichrs als den weit« Flächen dürren Skcäu- und ritt in dir *sich mächtig vor uns ausAebnende Wüste hinein. Zur Rechten^ im Westen, hatten wir den tiefblauen Spiegel derothen Meeres, hinter dem vom afrikanischen Boden der Lschebel Alakah mit finsterer Stirn zu unS herüdersah; zur sinken beherrschte i»n Horizont in stundenweiter Ferne ein langgestrecktes weinröthliches Kalkgebirge, der Dfchebel er Rahah. Hatte ffnst Israel dieselben Anschauungen, so besaß eS dort ein Bild seiner dunklen schweren Vergangenheit, von der eS bereits die blauen Wogen trennten, während ihm ouS Osten ein. Morgcnschimmer vom Lande der Verkeilung zuwinkle. Sobald wir Ayun Musa auS dem Gesichtskreise, verloren hatten, sahen wir vor unS und hinter un lockeren bleichen Sand der Wüste, desse nur hie und da pon niedrigen Hügeln un chern unterbrochen wurden. Der erste Tag führte uns nur durch! eine öde, größtenrheilS von feinem KieSgestein bedeckte Ebene, deren vom östlichen Gebirg zum Meer laufende WackS durch nichts alS schmale mir niedrigem Gesträuch hewochsene Strecken ebne irgend eine Quelle demertlich werde». D>'S Nachmittags um 4 Uhr machte ich Halt unk ließ am Ausgange des Wadi Gabor da» Zell aufsthlagen. Gegen da» Meer hin ist seine Vegetation weit voller alS die der vorherigen Wadis, wie ich mich 1844 überzeugte, sogar ein Tamariskenwaldchen zeichnet ihn dorl auS; doch ist er gleichfalls ohne Quelle. Zu der genvnnren Stund« zeigte der Thermometer 18° R. Uagesa« dieselbe Höhe, bisweilen noch etwas mehr, beobachtete ich in den nächsten Tagen; doch nahm die Hitze merklich ab, je weiter wir in die Bergregion beS Sinai vorrückien, und an den ersten beiden Februartagen hatte ich innerhalb der Mauern des Sinaiklosters früh 7 Uhr nicht mehr pls 2 und 3° R. Am 26. durchzog ich den -breiten dessen Abu Suweirah benannte Quelle oberen Wege ab nahe am Meere, liegt1 unbedeutenderen Wadi el Amarah. Dämmerung befanden.wir uns in einer fchafr von weißlichem Aussehen. Nachde bei einem rechtS am Wege wie ein u am Fuß eines.KalkhügclS liegenden FelsHock, benannt der Rcit«rst<in, vorüber gekommen waren, stiag ich ad, um die merkwürdige Howaraqurlle zu besuchen. Sie liegt wenig Schritte links vom Weg« auf »inem der vielen weißlichen GypShügel, welche diese Ge»nd kennzeichne»).' und bietet in einem breiten rundlichen stöecken reichliches [ adi Wardan,! eit von diesem j spater den viel - ei anbrechende'c den Hügelland- , wir kurz vorher j lteS Merkzeichen Wasser dar. Mehrere Stückchen Man'englaS lagen nahe dabei. Unweit davon stehen ein Paar voll« Palmendüsche, sowie mehrere kleine Sä ilfrodrduschel. Ich kostete das Wasser, und war überrascht, seinen Geschmack weniger schwer und bitter zu fiaorn als Ende Februar 1853. Wahrscheinlich hatte der vorher stark gefallen« Regen, in Holge dessen da» Wasser mehrere Fuß hoch stand, diese Geichmackoerdesserung bewirkt. Zu genauerer Analyse in der Heimarh füllte ich eine Flasche davon. Nach meinen früheren Auszeichnungen weicht die eige,chümliche unangenehme Schwere der Howaraquelle auffällig ad vom weichen Milchgeschmacke, der die meisten Quellen dieser Wüste charakttristrl. Auch die salzige Umgebung tritt bei keiner der folgenden Quellen so stark hervor wie hier. Wie 1833 zahlte ich auch dies Mal nach dem sehr gleichmäßigen Kameen'chrittm 13 bis 16 Stund n von Ayun Musa vis hierher. Daß nun diese Howaraguelle dieselbe Bttterquelle sei, welche Mose nach dreitägigem Zuge mit seinem großen BolkSherr« als erste Quelle anrraf, wie feit Burckhardt größlentheils, doch nicht ohne Widerspruch, angenommen w:rd, k»as kann ich nicht dezwerfeln. „Und sie wanderten drei Tage in der Wüste", so heißl's im Terre (2. Mos. 13, 22 fg.), „daß sie kein Wasser fanden. Da kamen sie gm Maca; aber sie konnten das Wasser nicht trinken, denn eS war sehr bittet". Sehr wahrscheinlich ging das Volk Israel denselben oberen Weg als den kürzesten durch diese Wüstenstrecke, und so kamen sie am Ende des 3. Tages zu dieser ersten bitteren und miL Murren begrüßten Ladung. , Wie eS Mose geglückt, durch einen hrneingelegren Baum^"" daraus einen willkommmca. einen süßen Trank zu machen, daS hat sich freilich noch nicht mit Erfolg controliren lassen. l) Aphorismen von David Wahl in Eoblcn;. Der Nachgeschmack ist der Probirstein unserer Vergnügungen. Oie Zugeständnisse, welche die schwache Seele dem Körper macht, sind ein schimpflicher Friedensvcrtcag/ der den Feind nur zu neuen Ereberungen anftachelr. 1) Bei Fabri heißt der Wadi Warchdav.i Die große Sara vav.e, mit der er.zog» lagerte bei der Quelle! „Bon dem Sn", schreibt er Bl. 133, „sahen wir durch einen laudigea Grund.in daS rotb« Meer» und dünkte unr, e» wäro'kaum eine wel'che Meile ron uns". Durch dieie scheinbare Na^e ließ er sich nebst 1) Auch mir wie vr. Graul Rene II. I.34^6 rem wobl- ' 1 bekannten Missionär Lieder zu öiairo micgerbcill chordcn, eS finde sich in der Nabe von Ain Ho waräd dar den Hügeln östlich davon eine Quelle von »och größerer Bitterkeit. Ist dies wirklich der Fall, io ist die Eoncnrrcn; wcl zulässig; wahrscheinlich stehen aber dann beide Quellen gemeinsam unter dem Einflüsse derselben Oensichleil. mehreren Reisegefährten, gegen die Mahnu einem Ritt zu Esel ans Meer verleiten, wob i nach eingevroche item Dunkel der Rückweg verfehlt wurde, .bin ich in größeren Aeugsten nie gewesen, alle Ritter und Herren, die.in der Jrruuge am Schlüsse seiner Erzäbluag davon. Wie dem auf den Wanderungen durch diese Wü ie ähnliche Scene» erneuen. Eine der neuesten beschreibt v. -2 l mberl. »Belag vouvaumg^r /, - < l K ' ig der Araber, zu „Äüe meine Tag« Und also sprachen waren". So steht oft haben sich feit* Allgemeine Zeitung des Jndenrbum«. No. 40. 1862. Leitende Artikel: Die Briefe Heines an Mo>er. — Literarischer Lüochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: ^nenbach,Mannheim. Preußen: Trier, Trier, Aachen, Bonn. Frankfurt a. d. Oder. Oesterreichischer Xaiscrstaak: Sirakau. Schwei;: Endlagen. Rußland: Milau. TL" Zu be;reben durch jeves Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vienrtjädriich l. Thaler.! eranlwettlicher Redactrur I. H. Lüder. Iller'« Bllchhallrillllß ill Leipzig. — Druck reu G Lrer'ir.g in Lcirzis- H H . -. V ' l . , / »'A \

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