Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 36 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 4)
- Language
- German
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144 In der Mir» der vereinzelten noch aut erhaltenen Grabsteine ragt einer besonders hervor, desto Schrift uns belehrt, daß hierder älteste Rabbiner voiq Endingeni Leagnau vereint mn seiner Gattin ruht. Red Lob ' Pintschof hieß dieser von feinen Mitbrüdern seh: gerühmte Mann — und merkwürdiger Weise hat sich sei » Grabstein > am Besten coafervirt. So-sind wohl noch vi, :;ig Stein« . in gutem Zustande, avährend von anderen nur noch, kleine Bruchstücke vorhanden, die meisten ganz verschk »unten und von den Wellen d«S Rheins hinweggespült sind; so noch mehrere, an denen die Wasser emsig fortarbeiten und in wenigen Jabren wird auch von ihnen nchtS mehr zu sehen sein. Andächtig verrichteten wir uns r Geber an diesem uns geheiligten Orte, dankten Gott, daß er uns sichtlich feit Jahrhunderten geholfen har, und gir gen mit der festen Uederzeugung von dannen, daß Ec uns, nicht immer auf ebenen Rofenpfaden, doch Frieden und;ur Glückseligkeit führen werde. Zwei jüdische Bavqiners Mo Har S In No. 27. der „A. Zeit. d. Jub. einige interessante Details über den kleinen Rom. — Wir wissen ebenfalls eine kleine auf den Moctara Bezug har. und in welcher ragende Persönlichkeiten auS den jüd. JCcel ch» Rolle spielen, von denen die Eine glc ablegr, baß ihr Judenlhum höher steht alS teressea; während die Ändere nicht so scrupuiöt zur Marrara-Affaire hatte daS pariser in Rom einen 'Agenten sitzen, der die Bo im vorkommenden Falle mit dem römischen die für dasselbe nvrhigc'n Geldgeschäfte abzuw hatte der alte Baron ZameS von Rothschilt Edgar Mortara den Eltern entrissen wurde er seinem Agenten nach Rom / er möge mit Energie darauf, bringen, daß der Knabe heran im widrigen Falle habe er (der Agent) die der römischen Regierung abzudrechea und Stunden zu verlassen. — Run ist ebekannt, lcon, die Königin von England und noch stellte Personen beim Papst in dieser Aag g,bliche Schritte machten, vielweniger war v baß ein Agent eines BanquierhauseS Erwsts würde. Seitdem hat Rothschild keinen Rom, obwohl man bald Versuche machte ih i wegen: Hingegen machte sich Baron Erfan BanquierhauseS in Frankfurt am Main weniger Skrupel über daS Attentat, «elckjeS Mortara an einer jüd. Familie und an dem gangen wurde, und knüpfte den Geschäfrsstid Vatikan wieder an, da, wo ihn daS HauS Ro n Ro hf. Bera >k oen tti(r wenn auch endlich zum B. K. rächten Sie I rlara aus E eschichle, die> zwei hervor» eine kleine >eS Zeugniß; irdisch« Jnist. — BiS Rothschild chnacht befaß, Ministerium ißkeln. Kaum Kunde,-daß telegraphirte der größten Süegeben werde; Geschäfte mir binnen 24 daß Napo- > nder? hochger egenheit verk^rauS zu sehen, auSrichten ren mehr in dazu zu de- Ehef des zu Paris, durch den ludenthum Hern mit dem child adwies. ec. p id Curiosa und Notizen. DaS HauS Rothschild, Londoner Branche, hatte in letzter Zeit einen kleinen Verdruß. Baron Lionel Rothschild und Sir Anrhonv Rothschild erhielten nämlich mit A und b Unterzeichnete Briefe, worin sie unter Bedrohung ihrr- LedenS aufgefordert wurden, den Briefschreidern, die dadei einen Orr der Hinterlegung angaben, 300 Pf. St. zur Begründung eines Geschäfts vorzustrecken, welche jedoch in sechs Jahren mit Zinsen heimgrzahlr werde» sollten. AlS sich die Drohung wiederholte, gingen die Adressaten, mittels einer Antwort im „London Telegraph", scheinbar darauf ein, und erhielten nun ein äußerst verbindliches Schreiben, worin es hieß: die Firma Rothschild fei die geachtelste in der ganzen Eirp, und wenn einmal ein Herr von Rothschild in Gefahr kommen sollte, so seien A und 6 gern bereit, ihr Leben für sie einzusetzen. Zugleich kündigt, sich A alS Lieutenant des Freiwilligen SchützenrorpS an. und versprach nächstens dem HauS Rothschild seü»e Aufwartung „in Uniform" zu machen. Nach manchen Polizei-Maniputatlonen. deren Erzählung zu weitläufig wäre, ging Hr. A und ß — denn der einfältige Gauner scheint ein einzige Person gewesen zu sein — .in die Falle, und ward in einem KaffeehauS festgenommrn. Die Untersuchung schwebt nun. „Saturbay Review" bespricht den Fall in einem Artikel „The Troubles of Weallh (die Beschwerden deS Reichthums)", worm eS heißt: reiche Juden feien heutzu» tage nicht mehr in Gefahr, in die Burgverließe geldbedürftiqer Ritter geworfen zu werden, oder auf Befehl eines Königs biS zur Erlegung drr geforderten Summe täglich einen Zahn ausgezogen zu bekommen, aber ein solcher Drohruf: 1» bourse ou la vie! könne gelegentlich Vorkommen. Wie die Armuth, so habe eben auch der Reichthum seiue besonderen Nöthen und Verdrießlichkeiten. Uebrlgens sel eS dem HauS Rothschild nicht zu verargen, daß eS feine Darleihegkschäfte lieber, zu sichern Procenttn, mit großen Potentaten mache, als mit der obskuren Cümpagnie A und B u. f. w. (Den neuesten Nachrichten zufolge ist! der Schuldige von dem englischen Gerichte zu 4 Jahren Zuchthaus ver- Uklheill worben.) Der französische „gesetzgebende Körpef" besteht aus 280 Mitgliedern, darunter zwei JscasUten. Da in Frankreich ca. der 3ü0ste Mensch ein Jubelst, stellt sich das Berhaltniß sehr günstig. Allgemeine Zeitung des Judeuthumh. Ro. 35. Xfcki2. Leitende Artikel: Die Reform im Jubenrbume. VI. —, Die Stadion in unserem Dienste. — Und nun doch ein Sieg der Liberalen! — Donanfürstenthümer. I Zeitungsnachrichten: Deutschland: Dessau, aus Württemberg., Preußen: Erefeld, Magdeburg, aus der Mark. Oesterreichischer Saiserstoat: Raab, Raab, S. A. Ujhely, Wien. Gr. «rcskerrk. Holland: Amsterdam. Rußland: Warschau. I Correspondenz: Dem Friedhofe. S3jf" Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich >/A Thaler. wörtlicher Redakteur I. H. Luder. '* S'nOnnbtung in 2.irrig- — Druck von B »revjing in LeiPjig-