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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 35 (1862) · p. Seite 140

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
35 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 140 (sequence 4)
Language
German
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140 wachsenden, de« de» finnlichen und Silbers, di« Lied« «ß, drr Ruhm nichts als di Befried,- nichts als dann weil das gnag der Eiretk,'. »ad des Ehrgeizes dedeuter find sie eitel aad Richtig! Ader solle» «ir «asera Haager nicht stillen . übermäßige Esse» Beschwerde» und Krankheit »erurfacht? Fühlst d« nicht, wie eia Glas Wein dein H rz erfreut, deinen Geist beschwingt, wahrend die Menge ge, Weines unfähig macht und in den Staub wir k? Wenn wir den Reichrhum nicht um seiner s kbst willen lieben und erstreben, sonbem um damit Werke der Wohl» thäcigkeit, wir mein« selbstverständlich nicht blr 5 Almosen und Forderung alles Guten nnd Gemeinnütziger ins Leben zu rufen; wenn die Lied« in dem erhebendsten un > lautersten Gefühle der Uedereinstimmung, der Hingebung, »er Selbstaufopferung besteht, sich in diesen bestätigt, u d so Eintracht und Frieden in der Familie und in er ganzen Menschenwelt erwirkt; wenn der Ruhm nicht durch baS Streben nach diesem, sondern durch wirkliche Verdienste, durch eine daganze Leben beherrschende Th« tigkeit für das allgemeine Wohl, für Erweiterung, Berbr itung und Befestigung der Erkeonmiß' und Sittlichkeit, er wahren Freiheit und des Rechterrungen wird — — dann fürwahr sind sie nicht eitel, sind sie hohe, hebe ttungovolle und wahrhaftige Güter, „des Schweißes der Ed rn werth", ohne welche das Leben der Gesellschaft wie de Einzelnen 1 leer und inhaltslos wäre! | Zweck und Verwendung entscheiden über den Werth alles Irdischen, und der Mißbrauch und die Ue »ersättigung > haben nicht das Recht, die Einrichtungen Got es und der menschlichen Gesellschaft zu radeln und als »erthios zu beklagen, nnd wenn dies auch mir dem Witz i nd Scharfsinn des Philosophen und mit der Jnnigkei und dem Farbenschmuck des Dichters geschieht. Päpstliche Leibärzte und Leibwäsä erinneu. Ob Papste und römische Kaiser auch Zu „„ Lrzten haben dürfen, war eine Frage, welch« rechtSlehrer der alten Zeit nicht wenig beschäft gke. Einige der Angesehensten derselben z. B. e n Barrolus, > ein Zohann von Anagni *) u. a. verneinten diese Frage 1 ungesch'eut. Var es in dex Thar nicht höch I sonderbar, wenn eia irdischer Himmelschlüsselfirhrer Leib und Leben Leuten auS einem Volke anvertraute, auf daß >om heiligen Stuhle Bann und Fluch geschleudert wurde, eure, denen nach wiederholten'Geboten der Kirche, kein Christ die Pflege seiner Gesundheit überlassen sollte. )och, was kümmerten solche Betrachtungen einem Heiligen Vater, wenn es sich um das eigene Leben und die ei« eae Gesundheit handelte. Schon Papst Bonifacius I!. nahm den Juden Angela di Manuele zum Leibarzt und Hausgenossen (Familiaris *) und von Zulus HI. wurden die IV Anania. Super quint DecretaL (.Lupdun *Ji Mariui, Degli Arehiatri Poutilici (Koma 1512) LIX. .784, I, 107. beiden Zudea VitaleAbatino und Tedoro de Secer* doli in gleicher Eigenschaft angestellt.^) Noch eigenthümlicher und auffallender muß es erscheinen, daß der Oberhäupter der Kirche Zübinnen zu Leibwäscherinnen und Leinwands-Verwalterinnen in Dienst nahmen*), wie dies von Benedict XIII. urkundlich bekannt ist. Uebrigens zeugt das von gutem GeschMack des Gegeapapstes, denn die Zübinnen von Avignon sind bis auf den heutigen Tag als die schönsten in ganz Europa berühmt. K. Am Tage der Zerstörung Jerusalems durchs Titus. Von dem letzten Gebirg, wo der heilige Dom Sich erhob. Iah Zion ich fallen durch Rom; Seine letzte Sonne versank und ihr Roth Verschwamm mit dem Schein, den die Flamme mir bot. Zch blickte vom Tempel, vom Hause den Schein Und vergaß meiner Knechtschaft kommenden Pein; Ich sah nur die Zinnen von Flammen umreiht. Und die Fessel der Hand, die mir Rache verbeut. Auf den Höhn, wo de- Abschieds Blick ich gesandt, Stand ich oft, wenn das Abendgewölk sie umwand; Dorr schaut' ich an sinkender Sonne die Glut, Wie sie hold auf der heiligen Zinne geruht. Zch stand auf den Höhn an de- Unheils Tag; Mir entging wie der Dämmerung Sttahl sich ihm brach; Ha! wären statt seiner die Blitze gezuckt. Deren Schlag die Gewalt so wie Rohre zerknickt 1 Nie entweiht dir ein Gott, den der Heide gefrvhnt, O Herr den Altar, wo Du einstens gethront! Mag Zuda zerschellt und verachtet auch fein,. Sein Gebet, o Du Vater, ist ewig üur Dein. Byron. zu Leib- , »ie Kirchen- Glossen. Den Mystikern und Frömmlern gehr e«, wie Cicero von den Auguren sagt: Sie können einander nicht ansehen ohne Lachen. 1) Ibiä. I, 417. Vitale Alatinol lebte eine Zeitlang al« Arzr zu Tpolero. Poniu», sein Enkel, bezeigt, daß ganz Umbrien ihn bi« in den Himmel erhob, daß er einer der vorzüglichsten Aerzre seiner Zeit, ja ein zweiter Hippokratu« war, und daß er viele medicinische Werke hinterließ. Tir«woschi in seiner Ltoria litteraria d’Italia nennt Vitale unh Moses Alatiuo unter der Bearbeitern der schonen.Literatur (0r. Rosst. Hand- Wörterbuch, 33). 2) Ibid. I, 108. um«. No. 34. 1862n Judenthmne. V. — Allgemeine Zeitung desJudeNtt L ei t e nde Artikel: Die Reform i Di« Belgrader Juden. — Literarischer Wochenbericht. — Dem er kungen. Zeirung«nachrichten: Deutschland: Hießen. Preußen: Bonn, Köln, au« der Mark. Oesterreichischrriraiser« staal: Wien, Pesth, Raab, Raab. Schweiz: Au« dem Aargau- Palästina: Jerusalem. Zu beziehen durch jrkes Postamt i»d jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich Lbaer. Brranti »örtlicher Redacleur $. H. Luder. »erlag voll B a ll l» g ä r i» e r' Büchhaudluug i> Leipzig. — Druck vo»s. »reysiagiu Leipzig.

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