Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 31 (1862) · p. Seite 124

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
31 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4908862-5999374-6026491--2211-4910617
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

deiren, zu denen ihr sie bestimmt, entzogen i htu das Meer je die ihm angewiesenen Grenzen überschritten! Und alle diese, meinen Gesetzen so treu« Ges hopfe haben keine Einsicht; erwarten keinen Lohn, fürchten l eine Strafe. Ihr hingegen, die ihr doch auf euer, flirrte Kinder, euerer Lieden Wohl hättet bedacht fein sollen, hr habt die Gesetze, die ich euch vorgeschriebe» habe, überti eten. , (Jalkut Jes. pag 40, 1.) Ophorismeu von David Wahl in Coblenz. Unsere sinnlichen Begierden würden uns, t »ie das Ge» wicht einer Uhr, mit beschleunigter Geschwindigkeit der Tiefe zuführen, wen» nicht der Pendel der Der lunft rechtzeitig eingreifen und ihnen eine gleichmäßige.Bewegung erthrilen würde. — 124 — Aufgeputzte, veraltete Systeme und wiederei urtheile gleichen den frischblühenden Leichen, unter verschütteten Städten findet, die aber, freie Luft berühren, in Staub zerfallen. chveckte Vorman oft sie die ne fi bald Auch unter den Fußtritten der Gemeinh« t keimt bas Edle fort, so wie daschwache Samenkorn, »ei n der Frühling kommt, mir ungeahnter Kraft eine Centner ast aufhebt. holt ais Ein Wort,, aus der Seele gesprochen, Taucher audem Meeresgründe, die Perle de- Herzens und hebt, wie in jenen sinnigen durch seinen Zauberspruch die von Drachen und bewachten Schatze de- Innern. ei Wir halten oft in unserer eigenen Derle Welt für trostlos und ohne Vorsehung, währen > eigene- Innere verödet ist: So nennen wir nenfinstemiß, wenn unsere kleine Erde in eingehüllt ist, während doch die Sonne keine Verfinsterung kennt. rbtheit die nur unser eine Son- Dämmerung : Daö verwundete und zerstochene Herz ist Phönix, der immer wieder verjüngt aude - porsteigt. Par» Die Verwünschung der Schlange im dem Bauche sollst Du kriechen und Staub Lebenlang" ist der ewige Fluch, der über die und Nichtswürdigkeit ausgesprochen ward. Die Leiden des Gerechten sind die minutenljmge dunkle Fahrt durch den Tunnel des Lebens. Es ist für gute Menschen von geringem Bo theil, wenn der Verstand mit dem Herzen davongehr, ab r noch verderblicher ist es, wenn das Herz in den Fessel, des Verstandes schmachtet. Berantwp ttertag mb SiiRjime wie der der Tiefe Mähcchen, Ungeheuern Halbgelehrte stecken die Grenzen menschlicher Weisheit nur so weit ad, als der Schein ihrer Laterne reicht. Jndustriewaaren und große Männer besitzen das Eigenthümliche,»daß sie im Auslände gestempelt werden müssen, um in ihrem Bakerlande zu höherem Werthe in Umlauf zu kommen. Nichtist der Kunst feindlicher, als da- Gekünstelte. Die Form ist nicht die Religion, sondern ihre Erscheinung, worin sie sich ossendact, so wie die Schale nicht die Frucht ist, sondern die Hülle, worin sie sich entwickelt. Wie von gespannter Sehne der Pfeil mit gewaltiger Schnellkraft seinem Ziel unaufhaltsam entgegen fliegt, so die edle Seele^ wenn sie sich dem Druck entwindet. Mit gefärbten Gläsern sehen wir oft zur Sonne auf, aber nur um ihre Verfinsterung in scharfer Begrenzung zu schauen: So pflegen wir oft, wenn wir den,Glan; der Wahrheit nicht ertragen können, mir umflortem Auge die mit ihr verwachsenen Zrrrhümer zu zergliedern. Das Gute und Schöne läßt sich unterdrücken, aber nicht erdrücken, so wie ein Samenkorn, auch wenn es umgekehrt in die Erde fällt, seinen Pflanzenkeim bald wieder zur Höhe richtet._ , Der Verstand de- Gelehrten ist ein kleines Grundka- | pital, da-, auf Zinsen angelegt, nicht selten zu einem anj sehnlichen Vermögen anwächst, aber bas Genie ein uner-! gründlicher Schacht, der immer neue Schatze zu Tage firbert. ES gehört eine größere Seele dazu, das Recht als die Gnade «alten zu lassen; denn wahrend diese uns über den Nächsten erhebt und unserer Eigenliebe schmeichelt, stellt unS das Recht auch dem Niedrigsten an die Seite und fordert den Stolz gegen die Oemuth in die Schranken. der wahre Asche emdiefe „Auf reffen Dein Gemeinheit Auch dir Erinnerung an eine harte und gequälte Jugend ist noch herzerfreuend, so wie auch eine felsige Gegend, von der Morgensonne erleuchtet, das Auge erquickt. Gloffen. Wie sich der Frömmling widerspricht. Wer immer betet, betet nicht. Allgemeine Zeitung de« Iudenrbums. No. 3». 1862. Leitende Artikel: Die Reform im Iudenlhume. II. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Scharmbeck, Frankfurt am Main, Hamburg. Preußen: Lübbecke, Berlin, Breslau. Oesterreichischer skaiferstaat: Prag, aus dem Tokayergebirge, Raab. Rußland: Warschau, Warschau, Petersburg. Schweiz: Bern. Frankreich: Pari«. Afrika: ökap der guten Hoffnung. Italien: Bercelli. Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich yA Thaler. Nlicher Redakteur I. H. Luder. B«chhanLlBktg iu Leipzig. — Druck »ob S ffrc»fing tn LeivNg

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.