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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 31 (1862) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
31 (1862)
Date
1862-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksvlatt. Zur Belehrung und Anterhattung auf jüdischem Zekiele. » Heran-gegebea von Rabbiner vr. Ludwig Philippfo« in Bonn. lNo. 31. 1862.1 voo dieser Zeitschrift erweint wvcheutlich eine Nummer. Prei» de« Sahrz-ng« I Ttzir. Bierteljührig 714 Ngr. Alle Vuchbuudluuge«. PotzLmter uad Zeiluuzt«rvedirioueu nehme» Besteunoge» «o. [9. Jakrg. 3. Quartal.] A Jakob Eichenbaam. Eine biographische Skizze. Seinen Schülern und Verehrern gewidmet von % Karin Tarnrgai. f <Au» dem Rosfischeo von 8. T. an» O.) . (Schluß.) Den Einfluß einesolchen großartigen Talente-, welche» der jüdischen Ration in Eichendaum geschenkt ward, zu schildern, gestattet der enge Rahmen einer biographischen Skizze nicht. Roch lange wird dageistige Leben, welchein seinen Schriften athmer, von einem Geschlecht« dem andern übergeben werden. Sein Name wird stetmit Achtung unter denjenigen genannt werden, die durch wahre Verdienste sich um unsere Nation verdient gemacht haben, deren moralisch,- Leben sie in jedem neuenGeschlechte fortfetzen, welchedie Früchte ihrer Mühe und Talente genießt. Eine zahlreiche Familie, die von den Arbeiten unseregeliedten Poeten lebt, umringt ihn, sich bestrebend, ihm Au-drücke ihrer kindlichen Liede zu geben; die israelitische Jugend hegt für ihn die Gefühle herzlicher und wahrer Achtung.Könnte doch wenigstens unser verehrter Dichter den Abend seines Lebenruhig und behaglich genießen . Ader — wie wir früher sagten — keinem Sterblichen ist die vollkommene Lebensfreude vergönnt! .... Auf seine alten Tage mußte Eichendaum den bittern Kelch de-'Schmerzediauf die Neige leeren — ein Harrer Schicksalsschlag traf ihn, ein Schlag, von welchem schwerlich ein junger, gesunder Organi-musich erholt und diesen überlebt! Der älteste und geliebteste Sohn, ein junger Mann von 2t oder 22 Jahren, der die Rabbinerschule zu Schiromir beendigt hatte und schon als sLehrer an einer' Kronschul« angestellt war, — ein hoffnungsvoller Jüngling, die einzige zukünftige Stütze der zahlreichen Familie erkrankte vorige- Jahr und verschied in den Armen seiner Eltern. Wiewohl der niedergedrückte Vater eine hohe Charakterfestigkeit bei dem erlittenen, herben Verluste zeigte, so machte doch dieseunglückliche Ereigniß einen zerstörenden Eindruck auf die Gesundheit de» bedauern-werthrn Grrizahlreiche Gesellschaften zu beleben pflegte, sein und, rwüstlicher Humor, sein« Gewandheit in der Unterhaltunj — diealleist dahin^ und statt Hessen bemächtigte sich seiner eine tief« Trauer; unzählige Seufzer entrangen sich s lner kummervollen Brust und bittere Thränen benetzten 'ein Angesicht . Schreiber dieser Zeilen erhielt unlängst einen Brief von Eichendaum, worin er unter Anderm sagt: „Wadie vereitelte Hoffnung oder wenigstens die zweifelhaft« Aussicht auf Pension für jüdische Schl llehrer betrifft, so fühle ich schmerzvoll den traurigen Zustand der Dinge, obwohl »- mein« eigene Person sehr wenig interessirt, da schwerlich noch 14 Jahre Leben-, welche \üt Beanspruchung einer. Pension für mich nöthig , mir beschieden sind, zumal bei dem immer fortdauernden träger den Kummer, der meine Lebenssäfte langsam verzehrt Leider sollte zu schnell die Vorahnung seiner Hinfcheiden» in Erfüllung gehe»; nicht lange sollte der greise Dichter den Verlust seine»! geliebten Sohne» benemen; er folgte diesem bald in die Ewigkeit nach. — Eichendaum ging nach Kiew, um sich einer Operation zu unterwerfen, aber ehe er sich dieser unterzog, i ersihied er bsrt, fern von feiner Familie und seinen Freu eben, am 25. TewaS (25. Derbr. 1861) im 65. Jahre seine» Lebens. Viel zu früh ist «^ sowohl seiner Famil e, als der jüdischen Literatur vom unerbittlichen Tode Hit weggerafft worden Sein« irdischen Ueberöeste wurden nach SHitomir gebracht, wo sie unter zahlreicher Berheilsgung all-r Stande und Classen, ohne Unterschob des Glauben-, beigefetzt wurden. An seinem Sarge sp achen die Lehrer Zweif« l, Tänzler und noch Andere, wie auch sein Schüler Goldwei er, Worte der Trauer und de- Sch nerze» und würdkgrey in ihren Reden die Verdienste de- Verblichenen — Friede feHrer Asche! —^ den -1) Bald nach-Empfang der Nachricht von Eichen!» leben, bildete sich in Otesi^ eia Eomite von seine und erließ in der dort erscheinenden Zeitschrift „Han Aufruf an seine tzchüler, sich mir Beiträgen für Dittwe und Waisen zu dekheiligen; e« gereicht i diese» zur Bestriedigung, zu wnftaiiren, daß dieser A Herzen seines Schmer un^ Verehrer einen warmen sundrn, da Zeder 'sich beeilte, durch Beth-iligung Lage der Hiuterlaflenen S's zu linden». Die That sich selbst und bedarf keine» Eommentar»! Der «,1 si int aum's Ab- Schülern einen hülflose Schreiber in den Anklang gel ic trostlose spricht für ersetzen ufruf U:b se-. j Seine Munterkeit und Geselligkeit, mir welcher er j h-

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