Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 30 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Poetische Skizzen aus Talmud md Midrasch von S. Seligmann, BezirkSrc bbiner. ■Raä) fern Jtalieniscbcn.) Tie Wahl Salemo'S. i< > r Ein König sprich! zu einem Bufen-Fcel was Dir am meisten io meinem Reiche ist Dein." Der Freund denkt, wenn wähle, werden sie mir gegeben werden; wä^le, werben sie mir gewähr! werden. Tochter des Königs, mit ihr werde ich ÄlhS Gott sprach zu Salomo: „Wahle Dir jenige Geschenk, das Dir am meisten geßa l antwortete: „Ich wähle Deine Tochter, dße mit ihr werd ich alles haben.";Schir hasch. Ralba pdg. 3, 2 ) nde: „Wähle, efällt, und eS Reichthümer enn ich Ehren Ich wähle die haben. von mir daSr." Salomo Wissenschaft, wie baS Waf- »as Wasser die Waffer den Das heilige Gesetz und das LSasi r. Das Gesetz wurde von dem göttlichen i Borte mit dem Wasser verglichen. (Ies. 65, 1.) Tief, wie der Orcan, Quelle des Lebens, fer, für die Sterblichen — verkündigt > nrer Donnern und Blitzen, wie tyg Wasser rauschend zwi chen Abgründe dahinstürzl. — Eöquickc die Seele, wie Durstigen — reihiget die Seele wie b. Körper — bedeckend die Schande Israels r >ie bas Wasser die Untiefetr d,S Äeere». Die Wissenschaft! deS Gesetzes wird durch und anhaltenden Flttß erworben, wie die Stt vme anschwellen von einer kleinen Quelle. — Sie ist fu» nur für den, der sie liebt, wie dtS Wasser nur für den Durstigen. Sie läßt sich nur auf die Demütbigcn und Bes heidenen nieder, wie das Wasser von der Höhe in die 2 iefe hinadfallt Es ist keine Schande für die Großen der zu widmen, wie eS keine Schande ist, Durst zu löschen. Der Unerfahrene verir sich in ihr, wie der de« Schwimmens Un^u; >bige im Wasser ertrinkt. <$i\ur hasch Rnlba (fig. 6, 2.) icr Lltar und das Eisen. Der heilige Altar durfte ' nicht von Eisen berührt werden (2 Mos. LO, 22).» Der Altar; iedt baS Leben, das Eisen fchneibeg eS ab; daher keine Berlhrung zwischen dem Leben und dem Tode. Der Altar ist .der Diener deS Friedens, das Eisen deS Krieges; keine Berührung also zwischen lem Kriege und dem Frieden. (Jalkus Jehoseb.. {jag; 5, 2.) i Israel und die Taube. Israel wurde in den heiligen Blättern glichen *). Wie die Taube chescheiden, rein soll. Israel sein. Die Taube reicht den hin; Israel dem Märtvrthum. Jene Erbe, sich ihr m Wasser den t und verliert ft p 1) 8ehir liaäcl< 1. Berp Brrlag von B a u m g ä r r der Taube verwie die Taube f dem Messer >dnle auf dem Altäre die Sünden Anderer, wie Israel die Sünden der Well. Siedenzig Opfer wurden am Hüttenfeste dargebracht zur Sühne für alle Nationen. — Die Taube verläßt nie den Genoss.n, dem sie Liebe geschworen; Israel verläßt seinen Gott nicht. Die Taube kann sich, auch wenn ihr ihre Jungen geraubt worden, nicht vom Neste trennen; Israel laßt baS Gesetz Gottes nicht, auch nachdem der Tempel zerstört worden. (§cliir hasch Ralba. pag. 22, 2.) (Schluß folgt, j : Curiosa. (Selbstmord aus Ehrliebe.) Der österr. Ober-! arzt I)r. Leopold ftohn vom 61. Infanterie-Regiment hat ' sich vor einigen Tagen in TemeSvar erschossen; Veranlassung hiezu bot, wie di« „Med. Wochenschrift" schreibt, eine Beschimpfung von Seiten eines Ofsiziers, der auf eine erfolgte Herausforderung erklärte: mit einem Juden, wenn er auch den OfsizierSrang besitze, sich nicht schlagen zu wollen; die ursprüngliche Veranlassung zur Beschimpfung deS vr. ftohn solldarin bestanden haben, daß Letzterer sein Gebäck in den Eifenbahnwaggon selbst getragen hakte, waS in den Augen der Mitreisenden Offiziere alS rin entehrender Act erschien. Dr. ftohn hatte nach seiner Ankunft in TemeSvar seinem Vorgesetzten die Sachlage erzählt und eine ftlage - gegen feine Beleidiger gerichtet, wvrde aber von hier auS abgewkesen mit dem Vorwurfe, sich „tactloS" benommen I zu haben; hierauf verließ Vr. ftohn die Stadt, und machte außerhalb der Festung seinem Leben ein Ende. Seine Leiche wurde einige Tage nach seiner Entfernung aufgefunben und zwar seiner Kleider beraubt. Die Untersuchung über i den Vorgang und Thatbesiand wurde im Aufträge ft» ftriegSministeriums eingeleitet. ' <BeherzigenSwerthe Anekdote.) In einem paritätischen Dorfe, d. h. einem solchen, in welchem die Hälfte protestantisch und die Hälfte katholisch war, befand sich nur ein WirthShauS, weiches denn auch deS Sonntags von . beiden Theilen besucht wurde. Einige katholische Gäste glaubten die Bemerkung gemacht zu haben, .daß die Wirlhin die Protestanten bei Verabreichung von Speisen und Getränke bevorzuge und stellten sie deßhalb einmal zur Rebe.; „Mein Gott", sagte die gute Frau, j„ihr wißt's ja alle, . daß die armen Teufel allemirsammen in die Holle kommen und ewig braten müssen; da ist'S denn doch christlich,; daß man ihnen auf dieser Welt noch etwas GukeS lhul."! allgemeine Zeitung de» JudenthumS. Ro. 29. 1862. LeitendeArtikel: Prtußen: Die jüngsten Debatten. — RechnungSablagc des Institutzur Förderung der israelitischen j Literatur au« seinem siebenten Jahre (1. Mai 1861 bis 1. Mai 1862). { —. Die Juden in Ungarn. — Der Verein zur Bekämpfung der! Blutbeschuldigung. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt am Main. Belgien: Brussel. Großbritannien: London. > Ecrrefpenden;: Bericht über die Lehrerconferen; in Essen ' am 9. u. 10. Juni. (Schluß.) Hy Zu belieben durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. I Jäbrlicb 3 Thaler, vierteljährlich % Tbaler. unronlicher Petacteur I. H. Luder. r'« LuLhaattsog ia Leirzlfi. - Druck von <8. »rrvling ür Lkipjig.