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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 29 (1862) · p. Seite 115

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
29 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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115 Protection in irgend einem andern finden; — er ließ seinen Schutz jeden israelitischen Jüngling angedeihen, in welchem er einen Funken Bildung bemerkte. Dieser gelehrte Mann steht jetzt schon vor dem Richterstuhle Gottes; wir haben daher da- Recht zu sagen, ohne under Schmeichelei verdächtiget zu machen, da- Hirsch Ber Horowitz zu den Besten feine- Volkegehörte, und ungeachtet der Fehler, die ihm zugefchrieben werden, rufen wir doch auder Tiefe unserer Seele au-: gebe under Allmächtige viel« solcher Israeliten! Möge der Allvater unserm Volte viele solcher Männer wie Hirsch Verschenken: dann wird Israel auder künstlichen Schale der Unwissenheit und des Dunkels hervortreten, und e- «ird dann die Herrschaft der Geister der Finsterniß, wir meinen die „Zadikim" aufhören, dann wird die Höllenbrut vernichtet werben, mit der un- Gott gestraft har, wie Er j einst die Egyptier mit Ungeziefer strafte. Eichenbaum gefiel Herrn H. B. Horowitz sehr und dieser beredete ihn, in Umann zu bleiben, und verschaffte ihn eine sehr einträgliche Lehrerstelle. In der Bibliothek de- Herrn Horowitz fand E. „die Anfangsgrünbe ber Algebra von Euler" und nun studirte er mit Fleiß feine Liebling-Wissenschaft. Er machte darin solche Fortschritte, baß er Herrn Horowitz, »der nicht so weit in der Mathematik war, einige schwere Stellen de- Werkeerklärte und ihn mir den wichtigsten Theoremen der Geometrie bekannt machte. Zu gleicher Zeit lernte er französisch, in welcher Sprache er bedeutende Fortschritte machte. < ftertfe$ttn* felgt.) Poetische Skizzen aus Talmud und Midrasch von S. Seligmann, Bezirksrabbiner. (Nach dem Italienischen.)- Der Tod de- Gerechten. Wenn der Gerechte stirbt, so ist'» die Erde, die verliert. Der verlorne Edelstein, wo er auch hiogerathen, bleibt immer Edelstein; blo» der Eigenthümer, dem er verloren gegangen, hat zu weinen. (Megilla pag. 15.) Grablied. Die sterblichen Reste eine» großen Weisen waren von Babel in daheilige Land gebracht worden. Ein Elegimdichter erhob folgende Klage: Ein Sproß edler Gotteshelden kommt von Babel begleitet von dem Buche der Siege *). Trauer und Finsterniß über Finsterniß und Verwüstung. Gott ist unwillig über die Erde. — Er will die reinen Seelen zu sich, und freuet sich ihrer, wie einer Neuvermählten. Er frohlockt und ju- { beit, wenn die Seele de» Gerechten vor ihm erscheint. I > Ein anderes. | Ach! die Flamme leckt schon die Ceder, wie wird sich; der Dsop retten können i — Ach! mit dem Hacken ist der > Leviathan gefangen; arme Fische de» Sumpfe-! Ach der j ungestüme Fluß ist vertrocknet; arme Bächlein! > 1) d. h. dem Buche der Tbvr'-. oder auch einem berühmten Gestye-lthrer (Lnm. de« Neberf.).! *• Ein andere«. Beweint den, der verliert, nicht den, der d geht zur Rübe, wir bleiben für dey Schmerz. Ein andere« satpri'cheS. Jemand ckußte alle religiösen Bücher au-w aper keinen Geist. Bei seinem Tode stimmten folgendes Trauerlied an: Ach, armer Korb, voll von Büchern, du b (Mord kataii pag Gott Xvnig über Alle. König der Waldthiere ist der Löwe, König thiere der Stier, König der Vögel der Adler, ist der Mensch, König de- Menschen ist Gott. (Gagiga pag der Hau-- §önig Aller 13.) Trostlied, an die Unglücklichen. L> trostberaudte Brüder, von neuerlichem Mißgeschicke vevwnnder! Geber Acht laus diese-: Es ist daein ewige- Gesetz, eist daein Weg, bezeichnet feit den irsten Tagen der Schöpfung. — Viele haben an diesem Kelch getrunken, und viele werden noch'trinken. Der Kelch dir Alten ist wie der Kelch der Enkel. Der Herr der Tröstungen, «r wolle auch trösten: — Gepriesen ber Herr der Tröstungen. (Ketoholh pa 8.) Die-Gerechte» und die Frevler. Der Gerechte gleicht einem Baume, dessen Stamm ganz in heiliger Erde steht, und dessen Zweige sich ü »er undankb rre Erde auvdreiken. Die Zweige werden abge chnitten, er befindet sich ganz in heiliger Erde. Glücklich die Gerechten, di« hinieden leiden, ihnen bleibt der ewige Lohn unberührt. Der Frevler gleicht «tnemGaume, dessen Stamm ganz in unreiner Erd« steht, und dessen Zweig« sich iber fruchtbare Erde au-breiten. Die Zweige werden a> geschnitten, er bleibt ganz in unreiner Erbe. Unglücklich di« Frevler, die hinieden genießen, ihnen bleiben die ewigen Strafen unberührt. (Kiduschcn pag. 4|), 2.) Die Süßigkeiten der Natur. Die Luft glühte, v-n den Sonnenstrahlen Bor Hitze verschmachtend, sinkt Simeon am Hügelnieder. Erschöpft ruft er sein Töchtejt spricht: Fächle mir doch mit deinem Fächer, einen Rosenstrauß zum Geschenke. In dem Augenblicke umwehet ihn ein sanft!» Lüftchen. Er athmet jubelnd dessen Frische ein, und sprich: O wie viele der Rosensträuße gebührten dem Herrn für dies,- Lüftchen. (Baha Mczia pag 86.) «gebt. Er ndig, hatte die Meisten st dahin! 25.) 'ch li« Die Wohlthatigkeir. Da» Eisen zerbricht den Stein, da- Fe^e da- Eisen; da- Wasser verlöscht da- Feuer, verzehren da- Wasser. Der Wind verjagt der menschliche Körper widersteht dem Winde, streckt den Körper nieder, der Wein zerstreut Der Schlaf verdampft den Wein, der Tod fort. — Die Wohlthäti^eit rettet vom Tode. (Kala Bata pag entzündet. Fuße «riechen , und gebe dir r erweicht >u Wolken Wolken, die Furcht di« Furcht, fegt Alle» m.

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