Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 27 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 3)
- Language
- German
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107 vertrauten Verkehr mit dem Gotte zubcachle, der ihn begeisterte! Gegenüber ist der Horeb, wo ec vor dem feurigen Busch knieend aus der Höhe den göttlichen Befehl empfangen, und wenige Schritte von mir sah ich eine zweite Höhle, in der Elias, einer der größten unter den Propheten Israels, ebenfalls seine Vision hatte, welche zu dem ergreifendsten gehört, deren die Schrift erwähnt. Hören wir den heiligen Schriftsteller selbst, wie er sie erzählt; man kann nicht besser die mächtigen Erregungen wiedergeben, von denen hier die Seele bewegt wird, als indem man seine eigenen Worte anführt. Man fühlt wohl, daß sie hier eingegeben, wenn nicht ausgeschrieben sind, und jedes Wort trägt den Stempel des erhabenen OrteS: „Und er (Elias) stand auf, und aß und trank, und ging durch die Kraft derselben Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis an den Berg Horeb. Und kam daselbst in eine Höhle, und blieb daselbst über Nacht. Und siehe, das Wort des Herrn kam zu ihm und sprach zu ihm: Was machst du hier, Elia? Er sprach: Ich habe geeifert um den Herrn, den Gott Aebaorh; denn die Kinder Israels haben deinen Bund verlassen, und deine Altäre zerbrochen, und deine Propheten mit dem Schwert erwürget; und ich bin allein übergebliebcn, und sie stehen danach, daß sie mir mein Leben nehmen. Er sprach: Gehe heraus, und tritt auf den Berg vor den Herrn. Und siehe, der Herr ging vorüber, und ein großer starker Wind, der die Berge zerriß, und die Felsen zerbrach, vor dem Herrn her; der Herr aber war nicht im Winde. Nach dem Winde aber kam ein Erdbeben; aber, der Herr war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, aber der Herr war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles sanftes Sausen. Da bas Elia hörete, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel." Scheint es uns nicht beim Lesen dieser wundervollen Worte, als ob man den geologischen Umwälzungen beiwohnte, welche dieses erwählte Land bis in seine Tiefen erschüttert haben l Das furchtbare Erdbeben, das die Berge erzittern macht, der wüthenbe Sturm, der sie umwirft und sie spaltet, das brennende Feuer, welches sie härtet und ausdörrt, was sind fst anders, als die äußeren oder inneren Ursachen der.großen Störungen der Materiew.ie die Wissenschaft unserer Zeit sie erkennt und erklärt? Die Vision des Elias ist also nur die anschauende Erkenntniß, gleichsam das Doppeltsehen der physischen Umwälzungen, deren unverlöschliche Spur jeder Felsen hier tragt. Und jenes stille uns sanfte, Sausen, welches der Verwirrung der Elemente folgt, und in dem der Prophet die Gegenwart Gottes fühlte — mm in oommolione Deus — das war in der That Gott, das heißt der Geist, welcher, sobald die Natur beruhigt ist, alle feine Rechte über sie wieder aufnimmr, ihre Phänomene studirt, ihre Kräfte mißt, die Geheimnisse untersucht, und von der materiellen Tharsache zum Verstandniß der Gesetze und Ursachen sich erhebend, eins wird mit dem Gedanken, dem Werk des Schöpfers, indem er die Geheimnisse der Schöpfung durchvringt. Nirgend bietet dies Studium ein mächtigere- Interesse dar, denn kein Theil der Erde ist an sich nicht mehr geeignet, abgesehen sogar von dem zweifachen Reiz der Geschichte und der Traditionen, die Aufmerksamkeit zu erregen >n sic) cn und den Geist zir fesseln. Die Halbinsel des die Gestalt eines Dreiecks, dessen eine Seile Festlande verbunden ist, wahrend der gegenüjb Winkel , als Spitze ins Meer hineinragt. Die dem Seiten werden von zwei Meerbusen bespült von Suez im Norden und von dem von Akada i Ausgenommen einige Kalklager in den niedrigeren ist ,s ein Urgebirge, strotzend von Pits und welche alle demselben System angehören und Mittelpunkt ausgehen. In der Tiefe schlängeln sandige Thäler hin, welche keinen anderen Pst haben, als einige Oasen von Dattelpalmen, die Nahe von Brunnen und Quellen befinden. Der HauptgebirgSstock des'Sinai nimmt, der Landenge «in und beherrscht fast die ganze Man kann sich denken, welche- Schauspiel m von der Höhe eines solcheniBelvedere. Daö Au, nach" beiden Seiten über zwei Meerbusen, der mungen eS wie auf einer Landkarte folgen kann einer, der von Akada, durch die Insel Tkran ist. ’ Im Westen entdeckt man, jenseits der Höhen, die zu'unfern Füßen liegen, dawelches, von hier gesehenwie ein Fluß scheint breit genug ist, um die! afrikanische Küste deut scheiden zu lassen. Diese Küste ist um so deu sie von hohen Bergen dsirchzogen wird, hinter durch die ersten christliches Einsiedler bekannte Thebai» liegt,-in'welcher sie in der Stille und der Einsamkeit den Vorgeschmack des ewigm suchten. Nach Osten endlich, in der Richtung n zu, verlieren sich die Blicke und die Gedanken e den Fernen einer unbegrenzten Wüste, derselbe^» die Hebräer vierzig Fahrt umherirrttn, ehe sie Kanaan betraten. Der Gipfel des BergeS Sinai tragt..eine Moses geweihte Kapelle;! die Muhamedaner, n großen Propheten eine gleiche Verehrung wie di zollen, haben ihm auch dorr eine Moschee zu Ehrest und dem Berge »ußerbem seinen Namen „Djeb gegeben. Muhamed selbst pilgerte hierher und nach der arab. 'Legende in den Himmel gehobesr zeigt noch die Fußspur seine- Kameels in einem i , :mai hat mit dem erliegende »eiden au» von dem Süden. Theilen, Felsgraten, >on einem schmale, a^izenwuchs in der JE) roh chriji li IM'. Elias Salome« Nathan in Ha Nach kurzer Krankheit schied, in der Nacht vor» 4. zum 5. Juni aus unserer Mstte ein Mann, dessen Andenken von Vielen gesegnet werden wird. Elia- Salomon Nathan war am 17k Mai 1807 von dainalsehr reichen Eltern in Eutin gjeboren. Sein (schon vor langen Jahren verstorbener) Vater siedelte spater nach Hamburg über; seine Mutter aber > starb erst vor Kurzem, nachdem sie schon Jahrzehnte lan^ durch Geisteskrankheit gleichsam dem Leben entrückt gewesen war. Nach vollende en Gymnasialstudien widmete sich! der junge Nathan dem Studium der Medicin in Halle unh Kiel, und wurde in Kiel zum Doctoc promovirt. 'Schön vor mehreren Jahrm feierte er sein 2Ljähriges DoctorjubilLum. Während se ner Studienzeit in Halle galt Nathan für einen religiöser Schwärmer, wie er denn auch nicht dloS in asketischer L eise lebte. sich >ie Milte Halbinsel. genießt e schweift n Krümunö deren geschlossen äler und e Meer, und nicht ich untersicher, als denen die Wüste jene € ammlung Frieden- Syrien ljenfallS in in der das Land cch iche, dem elche dem Christen errichtet l-Musa" rsourde hier Man Felsen. «bürg.