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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 26 (1862) · p. Seite 104

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
26 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 104 (sequence 4)
Language
German
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104 ihr von breiten Spalten durchfurcht, deren BrucI ebenso lebhaften Farben spielen, als am Tage In mehreren derselben finden sich viereckige die zu einem unbekannten Zweck gedient haben scheinlich von Menschenhänden, herrühren, r den Hebräern, die, mit MoseS an ihrer Si furchtbaren Engpaß überschreiten mußten. * Stimme an diesem entsetzlichen Ort ist daS aber nur selten vom Zufall geweckt, dann aber wird; ein Schuß, den eS tausend und ab. wiederholt, gleicht einem Donnerfchlag und er Berg biS in seine Grundfesten; dann wird still für Tage und ganze Monate. stächen in S Sturzes. L 'rliefungen, »nd äugen» vi lleichl von itze, diesen einzige o, welches erschreckend .^tausendmal f hünert den tlleS wieder j )ie Eh md wir ecdrei großen i und Sancr j nan es »her und in der Schooß der et ist, muß i rismus und! ine Schätze Won dort ist eS nicht weit zum Kloster, reichten eS um drei Uhr. Wegen der hohen Gcanitmauern und der Banner, von MoseS, der heiligen Katharina Georg, welche von der Zinne wehen, würde für eine Festung als für ein Kloster halten, Thar ist e» auch eine Festung. Da eS im Wüste und auf muhamedanischer Erde errich eS sich -gleichzeitig gegen zwei Feinde, den Fan. die Habsucht, vertheidigen. Denn durch ]■ angelockt, baden die Beduinen schon mehr alS «inen KriegSzug dagegen versucht, und eS hat deshalb militärische Vorj sichtSmaßregelr^ trcffen müssen. Außer zwei Kanonen dei sitzt eS 'eine Waffenkammer' mit Waffen all. r Art, was . nicht ganz übel ist für die Männer des Frie »enS. . Die große und einzige Pforte des weitlä» figrn Gebäu- ' deS ist feit fast zwei Jahrhunderten zugemaue i^ und man öffnet sie nur bei feierlichen Gelegenheiten, ur; den Besuch! eines bohen Würdenträgers der griechische t Kirche zu empfangen, waS sich kaum alle drei oder v ler Jahre ereignet. Zu gewöhnlichen Zeiten bleibt der P atz hermetisch verschlossen, und man gelangt nur hinein t arch eine Art Schießscharte' welche vierzig Fuß über der Erde in die Mauer gebrochen ist, zu der man an Strick » heraufgezogen wird; aber trotzdem muß man erst unt rhandeln und Stand und Namen anaeben. AlS wir von den Dromedaren am Fi ß der Mauer abgestiegen waren, kneldele eine Klingel rnsre Ankunft. Der Kopf TeS Pförtners erschien an der Sri ießscharte, und ein langer Bindfaden, den er herabließ, wlte daS Empfehlungsschreiben, welches Costa uns an den Prior des Klosters mitgegeden harre. Die Antwort ließ lange Zeit auf sich warten, kam aber endlich. Mai ließ uns ein, nicht durch den Thurm, den man unS fc enkle, sondern durch ein Schlupfloch, welches man vor kuizer Zeit, gegen das Verbot und die Vorsicht, an der anluren Seite des Gebäudes geöffnet, welches aber im Falle eines Angriffs in einigen Augenblicken vermauert werden konnte. Nachdem ich das Schlupfloch hinter mir harre, wozu ich, weil es so niedrig war, mich ganz zusammenk ümmen mußte, durchschritt ich mehrere ungleiche und unre elmäßige Höfe, dann einen unterirdischen, durch ein eisei aeS Gitter verschlossenen Gang, wieder andere Höfe, u»d kam endlich auf rstrec Holztreppe nach demjenigen Th il deS Klosters, der für die Fremden bestimmt ist, und wo schon zwei Touristen auS der neuen Welt untergebracht warm. Die Zimmer für die Reifenden gehen nach einer Galerie, von wo auS der Blick daS ganze Gebäude umfaßt. Man glaubt ein großes, von Mauern umgebenes Dorf zu sehen und muß weder Ordnung noch Plan darin suchen. ES ist ein Labyrinth von Gebäuden, melche kreuz und quer an einander gebaut sind, je nach der Beschaffenheit deS Bodens und der Bequemlichkeit der Bewohner, ein wahres Chaos. WaS zuerst am meisten überrascht, ist eine Moschee mit dem Minarek auf ihrer Spitze, welch« gerade in der Milt» der Außenwerke steht. Diese für Christen harte und tyrannische Bedingung wurde den Mönchen vom 'Sultan Selim aufgelegt, als Preis für die Duldung und für gewisse Befreiungen von Agaven, welche er der Brüderschaft gewährt haue. Man sagt, daß der Firma«, welcher sie zugestrht, im Archiv aufbewahrt sei, aber er ist mir nicht gezeigt worden, und ob er existier oder nicht, eS har ihn meines Wissens bis jetzt Niemand gesehen. Man leitet selbst auf Muhamed die Freiheiten des Klosters zurück, und an sich ist die Sache nicht unmöglich. Es ist im Jahre 527 der christlichen Zeitrechnung durch den Kaiser Justinian und feine Gemahlin Theodora gegründet worden, und bestand folglich feit einem Jahrhundert zur Zeit der muhamedanifchrn Hedschra. Nichts setzt sich daher der Voraussetzung entgegen, daß es der Prophet besucht habe, die Uederlieferung der Araber versichert es sogar und fügt selbst hinzu, daß er von den Höhen des Sinai in den Himmel erhoben wurde. (L»lutz folgt.) j_— Wie Juden sich noch immer ihres Judenthums schämen. Ein Corresponbent auS Paris schreibt uns: ,,Die Reichen in Israel hier haben vom Juden nichts weiter mehr als die Furcht. Ich kenne deren, die auf eine jüdische Zeitschrift nicht adonniren, damit der Portier und der Eigenthümer deS Hauses nicht erfährt, daß sie Juden sind. (Als ob diese eS nicht dennoch schon längst wüßten! Giebt eS übrigens solcher Juden allein in Paris?!) Ein Corresponbent aus München schreibt: „EineS schönen Frühlingstages gehe ich hier spazieren; hinter mir schreiten einig« Leute her; auf einmal höre ich die Worte: „Da gehn, wir nicht hin, eS ist zu viel Judengeschmeiß dort!" Ich dreh« mich um, und meinem jüdischen Blick begegnen „jüdische Blicke!" Gott dessre eS! Allgemeine Zeitung des JndenrhumS. No. 25. 1862. Leiten de Artikel: Verein zur Bekämpfung der Blutbejchuldigung. — Die jüdischen Schulen im Orient. — Die Verhandlungen der Vertreter der israelitischen CultuSgemeinden BöbmeuS. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten-Deutschland: Bon der bayerischen Grenze, Karlsruhe. Oesterreichischer Kaiserstaat: Raab, Raab. Die Schweiz: Aus dem Aargau. Italien: Aus Oberitalien, aus dem Denetianischen. Holland: Amsterdam. Rußland: Schaulen, Schänken, Schaulen, aus^Litthauen, von der polnischen Grenze. / gy Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich y4 Thaler. S»crU.* vs« Bau » gärll Verantwortlicher Redacteur I. H. Luder. er'» BickdaadUutg irr Lei»;»». — Druck von ©. *xtd'|ing in Leipzigs

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