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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 26 (1862) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
26 (1862)
Date
1862-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksvlatt. Retehrnng und Anleehattung aus jüdischem Heb ele. HeraoSgegeben von Rabbiner vr. Ludwiß PhiliP-sou in Bonn. [9io.?6. 1862.] Vcn tificr ZcitjLrUi erschriot u>Mfrtnflicb eine Nummer. Preis bei Jahrgang» l illt. ^icrteltäbiifl t U Ngr. Slje Luchdaudluugen, Posiamirr und ZeilungBexviditivse« »chme» Bcstelluugeo an. [9. Jahrg. 2 Quartal.] Jakob Rodrigo Pereira. Ein jüdisches Lebensbild aus dem vorigen Jahrhundert. (Nach dem Französischen von C arn oli in den Arch. Isr.) lLchWß.) BiS zu diesem Zeitpunkte hatten die Pariser Inder noch keinen Kirchhof; sie beerdigten ihre Tobten zu Billette in dem Garten deS Gasthofs zum „Stern", der von einen gewissen Matard gehalten wurde, dem sie für den Leichnan eines Erwachsenen 50 FrcS. und für den eines Kindes 20 — 30 FrcS. bezahlten. Matard ließ Ochsen und Pferd« auf dem zu Beerdigung bestimmten Platze abfchinden unk gesellte daS Fleisch und die Gebeine dieser Thiere zu dev Leichnamen, störte und belästigte die Juden bei ihren religiösen Ceremvnien und drohte sogar, ihre Tobten nichl mehr aufzunehmen. Damals unternahm es Pereira, seiner Glaubensgenossen in der Hauptstadt einen anständigen und eigenen GotteSacker zu verschaffen. Nachdem er di« Elaubniß Lenoir'S erhalten, entwarf er einen Plan zu, Herstellung eines allgemeinen GotleSacker für all« Parisei Juden sowohl portugiesischen, avignonschen als auch deutscher Ursprungs, und laS ihn in der am 27. Oktober 1778 gehaltenen Versammlung vor, die auS Cerfbeer, Liefmav Culmer und seinen drei Söhnen, Jacob Bolbfchmidt, Israel Salomon, Silveyra und unsrem Pereira bestand, und worin ec ankündigte, daß Cerfbeer versprochen habe, die nöthigen Gelder zu Erlangung dieses Gottesackers vorzuschkeßen Aber seit dem 24. folgenden November beklagt sich Pereirc in einer CorreSpondenz mir dem Polizei-Gmerallieutenani über Culmer, Salomon und Goldschmidt über die von ihner gemachten Schwierigkeiten in Bezug auf daS Projekt zui Erlangung eines allgemeinen Friedhofs. Um zum Ziele zu kommen, fauste Pereira auf feiner Namen ein Terrain zu Billette von einem Herrn Bonnet. durch Vertrag vom 3. März 1780. Am folgender 7. März Unterzeichnete Lenoir die Verordnung, welche der Israeliten zu Paris 4inen rechtmäßigen Friedhof öffnete Diese Verordnung verpflichtete die Polizeiofficiere ihnen ihr so nöthige kräftige Unterstützung zu leihen. Am 6. Ma desselben Jahre» wurde ein Sohn Pereira'S auf diesen Friedhof beerdigt, und einige Monate später wurde er selbst am 15. September 1780, zu der Ruhestätte geleitet, di er gegründet hatte. Seine Gradschrist, die man noch leset kann und die spanisch abgefaßt ist, bezeichnet unS di Stelle. Jakob Rodrlge; Pereira befaß sehr ausgedehnt1 und mannigfache Kenntnisse. Er sprach und schrieb vollkommen seine Muttersprache, er verstand sehr gu Lateinisch, Italienisch, Spanssch, Portugiesisch und Englisch. Die vorzüglichen Ereignisse der h. und profanen Geschichte waren ihm bekannt. Er kannte auf- Genau ste die alte und die moderne Literatur. Sein Gedächtnis war da» glücklichste und er hat niemals vergessm, wai er gelernt hat. Er wußte die besten Muster de» Altert »um» auswendig. Seine Bescheidenheit und seine Gle chgÜltigkeit für den Ruhm hadm dm Verlust mehrerer seine t ©djrifrm über Mathematik hnb Physik verursacht: and« re wurdm während der Unruhen der Revolution zerstört. Hier ist die Liste derjenigen, die un» geblieben sind: ' 1. Red« in d^r Akademie von Caen über die Kunst Taubstumme zu unterrichten, 1746 (Journal le Verdun, nov. 1717.) 2. Bemerkungen über von Ge »urt taubstumme Kinder, denen man zu Artkkuliren g lehrt hat. (Journal des savants. non 1747.) 3. Ueber «in n gleichen Gegenstand, das. 1748. 4. Memoire, gelesen in der Akademie der Wissenschaften den 11. Juni 174f (Hercure im August). 5. Bemerkungen über die Taubst umnut an dieselbe Akademie 1762 (recueii des savants etrangers vol. V. 1769.). 61 Abhandlungen über die A rtikulation de» Insulaner- Orva Otaithi (angehängt an der Reife um die Welt von Bougainville. Pari- 1771.). 7. Memoire über die Mittel, die Wirkung de- Windeauf die großen Schiffe zu verstärken. Diesenoch nicht herau-gegebene Werk erhielt den Preis von der Akademie dw Wissenschaften 1779, und wurde auf Befehl de- Herrn von Sarrimein den Archiven der Marine niebergelegt. 8. Briese über di« Dactylologie in den damaligen Aitschriften. 9. Brief über die Grundsätze de- Abbe de l'Lpe; im Avis divers vom 22. und 26. Juli 1777. 10. Cir tUärschreiden betreffdie portugiesischen in Bordeaux und Bayonne ansäffigen Juden in der Zeitung von Leyden, betitelt: Außergewöhnliche Nachrichten von verschiedenen 1 >rten vom 24. November 1767. und in der Revue orieitale von M. E. Carmoly, III. Tb. &: 251. 11. Geb t für die Königin, hebräisch und spanisch von Rabbiner Da, id Athia«, übersetzt in- Französisch, von Pereira, Paril 768 und in den außergewöhnlichen Nachrichten von verschiedenen Orten, 5. April desselben Jahre». 12. Sam,»lung der Patent-Briefe und anderer Schriftstücke zu G Insten der Juden rc. mit einer Vorrede zur Verherrlichung l er Israeliten, Pari», gedruckt bei Baleyre und bei Morl au 1765. Pernaban hatte unter dm berühmten Mäm em seines Aquiranifchen Pantheon- Pereira mit elndegrlffi», wovon eine historische Notiz in dem polygraphischen B rlletin de-

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