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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 25 (1862) · p. Seite 100

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
25 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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— 100 und bezeugen, daß sie portugiesische Juden sind, und daß diejenigen/ diegegenwärtig in Paris woboer, oder in Verlaut von zwei Monaten von heut» ad ge echner hintommen würben, und nicht mit ähnlichen Certi rkalen versehen seien, unverzüglich davon Nachricht gebe: , oder andere Rechtfertigungspapiere über ihre Eigemch.i ren als portugiesische Kaufleute deizudringen hatten. I Daß jeder Jude gleichmäßig in Zukunft! gehalten wäre, in den ersten acht Tagen seiner Ankunft in Paris sich Ihnen mir seinem Certifikar zu pcasenki en, damit Sie - dasselbe visiren und bezeugen können: w. S Sie auch in dem Falle beobachten wollen, wenn an i Stelle' b« Certi- , nkare andere authentische und gleichlaurrr de Schriftstücke ■. vorgezeigt würden. Daß die Juden, indem sie Ihnen ihre Certifikate oder andere Schriftstücke, welche sie für soamsch e oder portugiesische Juden ausgeden, vorlegen, Ihnen ie -Ursache ihres Aufenthaltes in Paris, ihre Wohnung in i ieftr Stadt und die WohnungSveranderunzen sowie ihre Ad eise, mindestens drei Tage zuvoz, mittheilen- Endlich. daß sie ein genaues Registe - über alle diese Erklärungen zu führen haben; daß Sie sich davon versichern . daß diese wahrheitsgetreu sind »nb darüber Ihr Cerljfikal ausstellen, von dem in Ihrem Register Erwähnung geschieht, und welches letztere Sie wenn ich cs für nöthig halte, vorzulegen Diejenigen von den portugiesischen nach Paris kommen in Geschäften beS Kör igS, oder welche notorisch alS Chefs oder Teilhaber on bedeutenden Waffenbanolungen, Bank- oder anderen G Schäften bekannt j sind, werden allein von den vorgeschrieben n Verordnungen! befreit sein und eS wird genügen, daß sie sich bei ihrer Ankunft in Paris mir selbst prasentiren, and daß Sie sie j zu diesem Zwecke begleiten. ' Da der Minister mich beauftragt Hit, Sie mit der ‘ Ausführung dieser verschiedenen Verordn»» gen zu<belcauen, . ist es nvthwendig, daß Sie sobald als > ivglich, auf dem j Wege, der Ihnen der geeignetste scheint, alle Ihre Glaubensgenossen davon in Kennmiß fetzen. ' sch zweifle nicht, daß Sie mit aller möglichen Sorgfalt dara> f achten werden, daß ein Jeder sich darnach richte, und. Sie werden einfehen, daß eS von Interesse, selbst fül-^die Ehre Ihrer Nation ist, daß alles dies pünktlich beob chcel werde. ■ felgt; uns jedes Mal, haben. Kauflruren, die sich auch gar nicht die Mühe, deS Edelmanns wegen in den Chaussöcgraben zu stürzen, sondern bog nur, an der Equipage vocüberfahrend, -mit dem Finger di« Nase zur Rechten; mir dem Rufe: „Bitte vorüderzufahren!" war er weil vorüber, ehe der verdutzte Edelmann seinem Aerger über die „Unverschämtheit deS Juden" Luft machen konnte. Nach langer Abwesenheit kam eine arme Jüdin, um sich wieder einmal auf dem Grade deS Bakers recht nach Herzenslust satt weinen zu können. Aber ein Gcab sah dem Andern gleich, fehlte es auch nicht an gutem Willen, so hatte es dock immer an den nöthigen Mitteln gefehlt, ein Denkmal auf der theuren Stätte zu errichten nnd das Kennzeichen derselben, ein eigenthümlich geschnitzter Stock, war nirgends zu entdecken. Sie mußte sich an den Todtengräder wenden und dieser hatte sie bald, gegen eine kleine Belohnung, an das gesuchte Grab geführt. Die arme Frau betete und weinte eine geraume Weile schon auf das inbrünstigste, da tritt eine andere an dasselbe Grab und beginnt in dem Ruhenden auch ihren Barer zu beweinen. Man fragt einander, man streitet und der Todtengräbec, der einzig kompetente Schiedsrichter, muß herbeigerufen werden. La stellt es sich, dennheraus, daß die zuletzt Gekommene Recht habe. Aergerlich über, die Vorwürfe, welche ihm die Betrogene darüber macht, faßte sie der Todtengräbec am Arme und sie mit sich fortziehend sagt er: „Na komm, ich werd Dir ein ander Tatten (Vater) geben." - Anekdoten von — i* Ein polnischer Edelmann fuhr eines! üageS mit seinem prächtigen Zweigespann ein munteres D menkleeblatt spazieren. In bester Laune dahinrollend, s ehr er einen Juden , dessen unansehnliches Pferdchen ihm gemächlich enrgegentrabr. Seine Rosse durch einige'Peitschenhiebe anspornend, schreit er dem Juden aus de> Ferne schon zu: „Rechts, Jude mit der langen Nase!" — Es war dies wieder so ein Pröbchen alten polnischen UrbrrmuthS, denn die Chauss'-e war breit genug, und d S Wägelchen deS Juden ibm durchaus nicht, im Wege. trc # a a bt £ i i Der Jude gab Ein wohlhabender Jude, der auf dem Lande wohnte, engagirte einen Redden (Lehrer) für feinen unwissenden Sohn. Nach mehreren Wochen kommt er zufällig in die Lehrsiube und ist nicht wenig überrascht, da er den Lehrer eifrig bemüht findet seinem Sohne den Rabisch Gebet um die verstorbenen Eltern) zu lehren. „Rebbe, seid ihr meschugge (wahnsinnig)!" ruft der erstaunte Vater. „Seid nur ganz ruhig", rrwidert der Rebbe lächelnd, „gebe Gott, daß Ihr so lange lebet, wie lange Euer Sohn noch immer den Rabisch nicht verstehen wird." Die Lösiwg des Ritthscls. In No. 23 ist 2iv, der vorletzte BerS bezieht sich auf Richter 11, 3. -,- Allgemeine Zeitung des Iudentbums. No. 24. 1862. Leitende Artikel: Aufforderungen zur Bildung eines Vereines gegen die Blurbrschuldigung. — Die Abschaffung der Sklaverei in Nerdamerila. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: HildeSheim, Bamberg. Preußen: Aus der Mark, Thorn. Str^Ino, Bonn, Trier, Trier. L esterreichischer Saiserstaat: Prag, Prag, Tachau, Raab, Raab, Raab. Türkei: Konstantinopel. S3T Zu beziehen durch jede-Postamt und jede Buchbandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich X Thaler. ierannrerrlicher Redakteur I. H. Lüder. rn e t*# Butt-andlunz in YriVjtg. — Drnck von S. ikrev fing in Leipzig.

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