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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 24 (1862) · p. Seite 96

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
24 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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96 trüb." Man siebt hieraus wie die Juden vamatS von den heidnischen Herrschern verwe hfelt wurden. und Ehrinen mit messiad/n Römern >,Jm ganzen ng verbreitet. und standen nnke Mittudes Christenadgelegr. Er elende Volk — Daß hie Judcn den letzten Römerkamp nifchen Hoffnungen unternahmen, war auch bekannt. Sueton berichtet (Wpas. c. 4.): Orient war di« alte und unzerstörbare Mein» er wäre vom Schicksal bestimmt, daß aus Jadaa H.rvorgeqangene sich zu der Zeit der Herrschaft bemac eigen würden. Die Jude» bezogen dieses Orakel, wie eS fp itrr der Ausgang lehrte, von den römischen Kaiser auf siä deshalb wider die Römer auf. Der als christlicher Apologet nicht unbek. ciuS Felix (um 200) hat mit Annahme thums seinen Haß gegen die Juden nicht schreibt (Ortavms. <\ X): „DaS vereinzelte un der Juden betete gleichfalls einen Gott an, aber öffentlich durch Tempel, Altäre, Schlachtopfer un Zeremonien; er »st-aber, fo schwach und kraftlos, daß er ämmt seinem Volke von den römischen Gottheiten gefang a genommen wurde." Ferner(«. X.Xll): „Den Juden nützte e« nichts, daß auch sie den einzigen Gott durch Altar und Tempel mit großem Aberglauben verehren. Denn Du mußtest unwissend sein, wenn Du an daS Frühere : ergesscnd oder dessen unkundig Dich nur an daS Spate e erinnertest. Denn solange sie unfern Gott, daß ist Aller 8ott. züchtig, unschuldig und ehrfurchtsvoll verehrten uni seinen heilbringenden Gesetzen gehorchten, wurden sie aus Wenigen Diele, aus Armen Reiche, aus Sklaven Kc ige, aus Geringen Zahlreiche, aus Wehrlosen Bewaffn te, während, alS sie ungehorsam wurden, sie, auf Befehl E otte-, Flüchtlinge wurden und dm Feinden erlagen. Lie .ihre Bücher aufmerksam durch, oder wenn Dir die römisch« i angenehmer sind, so forsche in denen deS ClaviuS JostzhuS oder Antonius JuliänuS; dann wirst Du eini'ehen, daß si, durch .ihre Schändlichkeit dieses Unglück verdient h den, und daß ihnen Nichts zugestoßen sei, was ihnen nich^ schon vorher im Falle fortgesetzter Gottlosigkeit, verkünd, t wäre. So wirst Du erkennen, daß sie früher verlass n haben, als verlassen worden, and daß Du nicht gottlos sprichst, wenn Du sagst, baßste mit ihtemGvtt gefan en, aber von Gott wie Ueberläufer prciSgegeben seien/ Sätze legt MinuciuS den einen dem Heiden den andern dem Christen, in dem Dialoge, d n er OktariuS benannte. Man steht, laß er Beide in siftigem Hasse gegen uns und unsere Religion übereinsiim nen ließdaß sich in diesem Punkte Heide und Christ diej >ände reichten; den Grund sieht man leicht ein. Beiden g, genüb,r wollte | der Jude seinen Glauben an den einigen 6 otr nicht aufgeben, diesen weder mit dem PolptheiSmuS der Heiden, noch mit der Trinität der Christen vert uschm. Beide rächten sich durch Beschimpfung und .Bedrückung. rVmf. felgt.] Wie man Judenverfolgung ichmer von Neuem motivirt! Folgenden Artikel, wie wir glauben auS der Feber deS l»r. G. Wolff bringt der „Wanderer": Lerop Ml «agmgirtB Diese beiden n den Mund, - Einige Blätter hatten auS Anlaß der in BrünnS Umgebung sich mehrenden Schadenfeuer von bedenklichen in Mähren kursicenden Gerüchten gefprochm, deren Inhalt heute von dem „Vaterland" de- Nähern angegeben wird. Demselben berichtet man auS Mähren baß dort daS albeme Gerücht kursirt: „eS hätten bi« Juden große Vorrälke an Baumaterial aufgekauft, und ließen nun die Dörfer anzünden, um es mit Dortheil abzusttzen." — Wir können hinzufügen, daß die Erfinder dieses Gerüchts nicht einmal auf Originalität ihres Wahns Anspruch haben. In Mahren hatte man schon einmal den kapitalen Schluß gezogen: ES kommen jetzt viel FeuerSdrünste vor, ergo — sind die Juden Mordbrenner. Im Jahre 1773 nämlich hatte «S wiederholt in Göding (kaiserl. Familienherrschaft) in Mahren gebrannt, und die Häuser der daselbst (500 Seelen stark) wohnenden Juden wurden ebenfalls ein Raub der Flammen. Der Graf Blümegen trug (in einezu allerunterthänigsten Vortiage 18. Juni 1773) darauf an, die Juden zu unterstützen, da sie sonst nicht in der Lage wären, weiter ihre Geschäfte zu betreiben und daher auch nicht die Steuer bezahlen könnten. Böswillige Narren hatten jedoch verbreitet, die Juden wären di« Brandstifter gewesen und die Kaiserin Maria Theresia rescribirte deshalb auf jenen Bortrag, daß die Juden aus Göding auSzuweisen seien. Graf Blümegen wandte sich nochmals an die Kaiserin 8. April 1774) mit der Vorstellung, daß eS nach den in Mähren bestehenden Judengesetzen unmöglich sei, die Jud«n nach anderen Orten zu verweisen, außer wenn den betreffenden Orten, wohin man sie verweisen wolle, die Bewilligung ertheilt wirb, sie aufzunehmen. Hierauf bemerkt die Kaiserin eigenhändig: „Man solle den termin der abschaffung der juden von Göding genau halt will vor dismahl die vorgeschlagene diSpense accordiren, möchte wissen wie v»ll den juden auff denen herrschafften erlaubt sind zu halten wie vill sich allda aber finden." Die Juden wurden alio richtig wegen Brandstiftung ausgewiesen, die Unt.rsuchung deS Falls jedoch fortgeführt, und eS ergab sich, daß Johann Schafforik, ein Kaiholik aus Auspitz in Mähren, der Brandstifter war. Erst am 16. September 1784 gestattete Kaiser Josef den vertriebenen Juden die Rückkehr. Meine Adresse ist jetzt: l>r. Ludwiq Pdilippfon in Bonn am Rhein. Allgemeine Zeitung der Juvenrbumr. tto. W02 ileiteude Artikel: DaS Judenlbum und die Wissenschaft. (Schluß.) — Der Uebrrtritt zum Judentbua». — Zerstreute Bemerkungen. Zeitungsnachrichten: Preußen: Bonn, Berlin, Magdeburg, Münster, Frankfurt a. O. L e ster re i chischer jtaiserstaat: Niederösterreich. Rußland: Odessa, Marokko: Marokka. Nordamerika: New-Aork. yy Zu beziehen durch jedesPostamrundjedeBuchhandlung- Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich Thaier. tworiltcher Redacteur I. H. Luder. **» V»»r»iidlKUg i, Vciriig. - Drucl »o» Srevsiag io?eip»lg

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