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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 22 (1862) · p. Seite 88

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
22 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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88 Der Jtzig Kneipeles gebt unter die Gejim und laßt sich schmarren!! Ru, merken Se was, hochwücdigec-Herrleben/ Ich komm zu gehn Se zu bitten, baß Le mich unterrichten in der Christenlehc, damit ich wer' ein guter Christ, so ein guter Christ, wie Se sein, leben sollen Se hundert Jahr! Warum sollen Se leben hundert Jahr/ Damit sich der Roschhakol und die Kille in Nickelsburg noch ärgern hundert Jahr über Ihre Kerchenzeirung, was is a gewaltiges famoses Blatt. Hochwürdiger Herrleben! wenn ich wer'sein geschmarrt, und auch so. ein guter Christ wie Se, werd' ich auch können werden Mitarbeiter an Ihrer Kerchenzeilung/ Ich wer sein ein treuer, fleißger, sittsamer Mitarbeiter, und schimpfen wer' ich über die Juden, daß Se werden haben Ihre Freud! » ’ Warum wer' ich schimpft» über die Juden/ Weil ich wer' immer denken an den Roschhakol und j die Kille in Nikelsburg, daß sie mich haben geheißen einen Gancf, — eine Misse Meschum über sie! Hochwürdiger Herrleben, wollen Se haben, daß ich schreib' in der Kerchenzeilung, daß die Juden trinken zu Ostern Blut von die Chnstenkinderk Wie heißt zu Ostern allein/ Ich wer' schreiben in der Kecchenzeirung, daß der Roschhakol in Nickelsourg allein mit nüchternem Magen Tag für Laa frißt ein funketnigelnagclneugedornes Christenkind mir Graupeln. Ich wer' schreiben in der Kerchenzeilung, baß die Kille in Nickelsburg schmalzt jeden Schabber ihren Schalet mit'n Fett von einer adgestochenen Christenjungfrau. Warum soll ich Vas ml schreiben über die Jüden / Wenn sie nur kriegen Makes! : Hochwürdigcr Hcrrleben, soll ich schreiben in der Kerchenzciruna, daß der Aang cs a geschmarler. Iüd, und der Kuranda is gewesen im Kriminal und ist bei der allgemeinen Amn.üisikation prrrdonnirt worden / Wie heißt: Zang geschmarner Ju:t '..y.t beißt/ Kurandü im Kriminal gewesen/ Ich wer schreiben in der Kecchenzeirung, daß ich kann beweisen gencalogistisch, daß der Judas Jschariot hat gehabt <in Kind der.Liebe, daS Kiwk vom Judas Jschariot hat geheiratet den Kleiderhandlcr 'samuel AdcleS aus Galilea, .in Jnig.l vom Samuel Adcles hat geheiratet den Hanoelez-vcus Abraham Bindeles aus Syrakus, eine Basi j vom Abraham BindeleS hat wieder geheiratet den «Schul-; klopfer Chajim CenstleS aus Odessa, und so is nach und! nach in absteigender Linie von den Familien: Abeles,! BindeleS, Censeles, DeviveleS,'Edelcs, FleckeleS, GameleS, j bSdtlü, JtzeleS, Jeirelcs, Krappekes, Liebeles, Mameles, . NareleS, Okeles, Pereles, O^uabeles, RideleS, Sekelee, Tauberes, Umeleö, Bögeles, Wedel,s, ^pseleS endlich die Familie ZangeleS rtuiprosser., i'/id von der Familie Zatitzekhs hat sich ein Jüngcl schmarren lassen, und der Mefchumet heißt jetzt: August Zang. Ich wer' schreiben in der Kecchenzeirung!, daß in der Familie vom Ignaz Kuranda sein geworden im Alrerrhum 14 gekreuzigt und 68 gesteinigt, im Mittelalter 36 gespießt und 59 gerädert, in der neusten Zeit 2ö gehängt und 45 geguillorinirt, und daß der Ignaz Kuranda selbst wegen gemeinem Verbrechen iS schon vemrlheilk gewesen auf siebezig Jahr schweren Kriminal, weil er har gesagt, daß er glaubt, daß Se hochwürdiger Herrleden sei nicht recht bei Verstand Ich wer' schreiben, was Se nur wollen, aber lassen Se mich werden'Mirarbeiter von der Kecchenzeirung und ' haben Se für den Anfang Geduld, wenn ich noch nicht gleich so gut schimpfen kann wie Se, weil ich doch bin nur ein ungebildeter Mensch aber es wird schon gehen mit der Zeit. Zuerst aber sein Se von der Gütigkeit, und unterrichten Se mich in der Christenlehr, damit,ich, bevor ich geschmarrt werde, lerne von Ihnen christliche Liebe und christliche Sanftmuth, und auch werde mit der Zeit ein so edler, weiser Menschenfreund und guter Christ wie Se, — leben sollen Se hundert Jahr und noch paar Tag darüber! Ich bin mit gewaltiger Hochachtung / Ihr liefergebenster Knecht ' Jtzig Kneipeles. Ancküote. Als im Jahre 1797 über die vollständige Emanzipation der Israeliten in den Niederlanden die heftigsten Debatten in den Geueralstaren cnrstanoen, verdankte man den günstigen Erfolg hauptsächlich den edlen Bestrebungen des CultuS- Ministec'S von Haan. Bald darauf richtete ein Portugiesischer Jude in Amsterdam folgenden Dankdries an den Minister: fr>: o's'jn irm?« " nr*» pna : n'rj pai pa pnan: rrra vDSJb Gelobt ftist Du, Ewiger unser Gott, König der Welt, der Du dein Hahn die Weisheit hast gegeben, zu unterscheiden zwischen Tag und Nacht. ,S. Loewenstein. Berichtigt! ngen. In dem Artikel „Reiseplaubereien" in No. 20 d. Bl. muß eS heißen: S. 7ll erste -palte Z. 18 ». c.: im gemein e ii für: in gemeinem - - - - - .2 v. o.: ward für war - 2 v.u.: eb rjurckk§ ebie t e nt iür:ehrfurchr gebietend - . zweite Spalte Z. 27 v. o.: Narronim für: Slarromm » - - - - 6 v. u.: w armer tür: warmen S. 80. erste Spalte I. 0 v. o.: r'.'t ever.bcim für: WegerbAm - 27 - - Zugent für: Tngcnd Meine Ädrcsic ist jetzt: Or. Ludwig Philippfon in Bonn am Rhein. Allgemeine Heilung e.es Zudcntbums. '.Me. 21 1862. Leitende Artikel: Die bateni'che Kammer »Lchlnßl. Zeitung^nachrichtkkj:<Deu!,'cbland: Hamburg München. Preußen: Berlin, Berlin, Stettin, Königsberg, Breslau, Cottbus, Warmbrunn, au»" Pommern, au« dem 'posenschen. O esterreickiicher Kaiserstaat: Tarnow, Prag, Wien, Raab. Türkei: Svnslanlinopel. CSC* Zu bezieben durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich Thaler. Beianiwonlicher Redacteur I. H. Lüder. Beria^ vv« tf *u m jä rs b e r > Bll-Sb-odlunz i» Leipzig. — Druck von G. »revsillg in Leipzig

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