Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 19 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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hatte, sich ju duelliren, nahm er doch die Herausforderung j an, und erschien demgemäß auf dem Kampfplätze mir seinem Wundarzt, Freund rc. Das Duell begannt und der Officier,; der Levv gefordert hatte, feuerte 6 Mal ohne seinen Gegner; zu treffen. Levv hingegen zielte gar nicht auf seinen > G.gner, sonder schoß alle 6 Mal sein Pistol in die Luft! ab. Endlich erklärte er, daß es nöthiq sei die Sache jetzt j zu End» zu dringen, er erklärte feinem Sekundanten, darauf - zu achten, daß er nicht langer als Zielscheibe bienen wolle,!' obgleich ec dis jetzt nur in die Luft gefeuert habe. Ec ' bemerkte jetzt, daß der nächste Gang auf Leben und Tod sein würde. Der Sekundant seine- Gegnerdrang auf ■ dir Fortsetzung de- Duell-. — Zum ersten Male feuerte Levv auf seinen Gegner, aber mit dev Sicherheit eine- Scharfschützen traf --er ihn auf der Stelle tödtlich. Er überlieferte sich hierauf sofort der betreffenden Behörde, aber nach einer genauen Untersuchung wurde er von allem Tadel in dieser Angelegenheit frrigesprochen. Später wurde Commodore Levy von dem Kriegsgericht des „Fünfzehn" zur Disposition.gestellt, obgleich durch die beiten und zuverlässigsten Zeugnisse bewiesen wurde, daß er einer der besten Officiere der ganzen Marine sei, r/spectabel, tapfer, kräftig und in jeder Hinsicht dem Dienste seines Landes ergeben. Bei der Zusammenkunft der Commission, die angewiesen war, die Ansprüche der Officiere zu unteriuchen» Ait den Wiedereintritt in die Flotte forderten, und welche in Wastn'ngton versammelt war, befand sich Levy mir einer Anzahl anderer Officiere in einem Zimmer. Unter diese« befand sich 1 ein junger Officier kn voller Uniform, der erst kürzlich j zum Commodor« befördert worden war. Capitain Levy; (in einfacher bürgerlicher Kleidung), der diese« jungen. Officier kannte, redete denselben höflich an. Ec hatte t gleichfalls den Vater diesejungen Officiergekannt, der ebenfalls in Serdienst gestanden harte. Ader dir junge Mann, der etwayon der Feindseligkeit gegen Levv eingesogen batte, erwiderte sejnen Gruß nicht, sondern wandte sich um, und ging nach einem nadegelegenenFenster. Die« j anderen gegenwärtigen Officiere waren erstaunt: da sie.! Levy's Kraft und heftige Weise kannten, so erwarteten sie, daß er den jungen Mann zu Boden schlagen würde. Ader . dies geschah nicht. Ruhig ginger nach dem Fenster, wohin sich der junge-Mann zurückgezogen hatte, klopfte ihn auf bl, Schulter und sagte: „Junger Mann, ich zedete Cie soeben an, und Sie waren ungebildet genug mit" nicht zu antworten, mein Name ist Unäh. P. Levy. Ihr Vatrr | und ich traten zusammen in den Dienst und wir avancieren zusammen. Ich erinnere mich sehr gut, wie Sie in den Dienst traten, interrssirte mich für Sie und suchte Ihnen dehülflich > zu sein, wofür sich Ihr Daker häufig bedankte. Jetzt baden sie versucht mich zu beleidigen und jetzt fbier legte Capitain Levy seine Gerte, die er in der Hand trug, auf > die EpaulerrS des jungen Mannes) sind sie entehrt.. Ich j werbe zwei Wochen hier bleiben und wenn Sie Genug- ' thuung wünschen, werde ich keine Schwierigkeiten machen. | Spater werde ich nach New-Port zurückkehren: Meine Wodoung ist dort in der — Straße". Dies« Angelegenheit endigt hier, da der junge Mann nie diese Beleidigung rächte (never resonle» bis drgrarialion). Capitain Levy wurde wieder mit allen Ebcen in den Dienst versetzt und avancirte hierauf zum Commodor,. Während er das Geschwader in Mittelländischen Meer brfehligke, war er einem englischen Kriegsschiff dehülflich, daß in Gefahr war zu stranden. Er war stets bemüht, die Prügelstrafe in der Flotte abzuschaffen, wogegen jedoch viel von denjenigen opponier wurde, die dieses Privilegium zu sehr schätzen, um eS aufgrbrn zu wollen. Ucbcrhaupt war Levy em edler und ausgezeichneter Mann. Ec war immer auf der Seite des Rechtes und der Gerechtigkeit, und alS Seemann konnten nur Wenige in den Der. Staaten mir ihm rivalisiren. «ftiuft <»>*<.> August der Starke und fein Hofjude.') August der Starke hatte einen Juden, Barman« aus Halberstadt *) liebgewonnen und ihn nach Dresden berufen. Die Hofleure, neidisch auf die, dem Juden geschenkte Gunst, brachten unaufhörlich Beschuldigungen gegen ihn vor; sie fanden endlich Eingang bei August und er beschloß, darre Rache an dem Juden zu nehmen. Bärmann wurde vom Fürsten beauftragt, ein versiegeltes Schreiben an den Kommandanten von Königstein zu üderbringen.- in welchem die Worte sich befanden, den Uedcrdringer sogleich zu enthaupten. War es, baß Bärmann nicht» Gutes ahnte, oder daß, wie erzählt wird, ihn ein Unwohlsein auf der Reise befiel, er übergab unterwegs das Schreiben einem ihm zu« fällig begegnenden Bekannten, der es an seiner Statt dem Kommandanten überdrachte. 1' Diese an Schiller» „Gang nach dem cücn&ammcr" erinnernde Anekdote, ist dem doppelt interessanten Annape: l)r bard Bcer. Ein Gebens- und Zeitbüd in Frankel» Mnlcd f. Geschichte und Wissenich. d. I Febr. lSü* entnommen. ' 2) Bon ibm »rammt die Familie Lehmann in Dresden" ab, bei der diele Anekdote sich traditionell erkalten. — Bom erften Mai c. an wohne ich in Bonn am Rhein (Maarflach Lit. G. No. 131b) und find dahin alle Briefe und Einsendungen für mich zu adresfiren. I)r. Ludwig Philippfon. Allgemeine Zeitung de» Judentbum». R». 18. 1862. Leitende Artikel: Die RechtSirrthümer de» Iudeueide-. — Die Blulbeschutdigung in Tyrol. — Literarischer Wochenbericht. — ZeitungSnachrichten:Deutfchlaud:Hamburg.Preu < ßen: Berlin. Breslau, Erfurt, Magdeburg, au» Westphalen. OesterreichischerKaiserstaat: Au» Süvungarn, Lemberg, Lemberg, Prag. Rußland: Warschau, Schaulen, Petersburg Italien: Au» Oberilalien. Zu beziehen durch jede» Postamt und jede Buchbandlaug. Jährlich 8 Tbaler, vierteljährlich % Tbaler. Berautwonlicher Redacteur I. H. Lüder. XkrUg mb 8iiB|«iti(i'l BBdMBtlug i» *ci*}if. — Ir*d mb ®. ftrcBltBg U Leip»iz.