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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 19 (1862) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
19 (1862)
Date
1862-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksblatt. 3ur Relehrung und UnterönTtmifl auf jüdischem Hekieke sSio. 19. 1862.] HerauSgkgeben von Rabbiner Vr. Ludwig PhilchPson in Magdeburg. Boa diel» Zeitschrift erscheint wöche«! gang« 1 Td>r. Bionrljährig 7 V, Nj und Zkiiungskspediiiönea lick eine Nummer. Pr61 de« Jahr- Alle Buchhandluagen, Postämter nehmen «eftellunge» an. 1^9. IsKrg. 2. Hu»r alj Aus der Eröffnungsrede des ^erm Louis srömgswarter in der Jahressitzung der .Xllinneo israolite universelle am 16. April 1862. > D>« über die ganze Erde zerstreuten Anhänger Most; finden sich in ollen Zonen, unter allen Breiten zusammen; Frankreich war es, daS zuerst in der modernen-Welt darhatsächliche Beispiel der Gewissensfreiheit gab, indni es die Gleichheit aller Confessionea erklärte; FrankreiH Mulden die Israeliten aller Orten eine uaverlöfchliche'-Dankdarkeil. i Seit dieser denkwürdigen Epoche vergeht keim Tag. )hne daß in einem oder dem anderen Lande einige jener Sct ranin den Eis^eppen Polen- und Rußlandwie unter der brennenden Lonne Asten-und Afrika'-, in den. bevölkertstes Mitttlpunkten dealten Eontinentwie inmitten de^ kaum betretenen Wälder der neuen Welt und den fttjt Kurzem bewohnten Ufern der Australischen Flüsse. Ebenso, in dem Grabe alS die Kriege oder die friedlichen Erfob-- schungen uns mit den äußersten Enden unsrer Hemisphetr genauer bekannt machen, findet man israelitische Kolonien in Ehina, in Hindostan, im Innern und auf den westlichen Küsten Afrika'-; überall haben diese Schößlinge dealten semitischen Stamme«, obgleich von dem Mittelpunkte der jüdischen Nationalität seit mehr als zwei Jahrtausenden zerr,nm, da aller Wahrscheinlichkeit nach diese Auswanderungen sich an die erste Zerstreuung der Nation durch die siegreichen Waffen der Assyver, Chaldäer r^nd Babylonier knüpfen, inmitten der verschiedenartigsten Völker und Cult, einen Charakter bewahrt, der sie auszeichinet, und einen Glauben, der sie auf eine unbestreitbare Weist an den abs folutkn Monotheismus der mosaischen kehre bindet. Dieser alte Stamm, der mit einer unzerstörbaren 8r> denskraft begabt ist, eine bewundern-werthe Befähigung zur physischen und moralischen Acclimatisirung besitzt, hat sich, nachdem er während einer langen Reihe von Jahrhunderten durch jede mögliche Tyrannei bedrückt worden, nachdem er Schicksale von so düsterer Großartigkeit, wie nichts Aehnllches in der Bölkergeschichte zu finden, durchmessen, auf die schnellste und thatkräftigste Weis, erhoben an dem Tag», an welchem die kostbarste, die heiligste der Freiheiten aus den Spekulationen der Theorie auf den Boden der Wirklichkeit herabqestiegm ist. Frankreich war diese edelmüthig« Initiative Vorbehalten*); 1) Die Verdienste der französischen Ration um den Sieg der Gewjfsensfreiheit, und besonders um die Gleichstellung der Israelit,» find anzuerkenneu uud hoch anuischlagev. Aber was hier Herr K. sagt, geht doch Über die Wahrheit hinaus. Nicht in Frankreich, sondern in Nordamerika wurde zuerst die Gleichberechtigung aller Lulte ausgesprochen, »um Staarsgrundgesetz erhoben uud rasch verwirklicht (1786). Bon Nordamerika her strömten die Ansichten über den Ocran nach Frankreich hinüber, und führten zur Proklamation der Menschenrechte von 1789. Uebrigens sträubten sich die Franzosen noch dis 1793 gegen die La ken fallen, di« ehemals und leider nodv heute Bürger und desselben Barerlandes trennen nur weil diese einer verschiedenen Form den Ewigen, ihrer Aller verehreq und anbeten. Mit Israeliten aber müssen eine unverletzliche H bung in diesem langsamen aber sicheren Fortschr tl der schö Eroberung an den Tag legen; wir, die ihre Vorhut wir, deren Vorfahren in Vereinzelung und Unterdrü gelebt" haben, wie, deren Väter auf dem Schetterhüju starben als Märtyrer dieser heiligen Sache, wir, die Wohllhaten Zuerst geerntet haben, müssen uns wohl einen Augenblick an diesen wahrhaftigen religiösen schritt der Menschheit zu zweifeln. Ein Tag wird kom wo die Nächstenliebe Aller Herzen durchdringen wird; die Bekenner aller Culte, stakt'sich zu hassen, zu zu verläumben, zu unterjochen, sich nähern, achten, l werden. An diesem Tage wird die Menschheit nur religiöse Fqmilie bilden, über ihr aber wird schwebe» erhabene Idee eines einzig - einigen Gottes, den einst auf dem Gipfel des Sinai verkündete. Wenn wir mit Recht stolz darauf sein können jenen bevorzugten Theile der menschlichen Familie zu geh! die in Folge der geheimnißvollen Pläne Gottes schhn g har und noch so kräftig, in der Zukunft bienen soll Heile der Menschheit: sö dürfen wir nicht weniger göttlichen'Vorsehung dafür dankbar sein, daß wir ii Epoch« leben, in welcher wir leben; in einer Epoch Versöhnung und Entschädigung, in einer Epoche, die bar zur Vorbereitung des WedkeS der allgemeinen lichkeit bestimmt ist, indem sie eine herzliche Annä zwischen uns und unseren christlichen Brüdern bewirk Nach, tausendjährigen Martyrium, während ines unter ter. S Bri Henri ngehsten inb," fung fea ihre. stüten ortnen, wo en, eben eine die ose» zu rm, ehrenr dem der der der tjffenderng t essen Emanzipation der Juden; schon 1808 zerstörte Napolevh die Gleichstellung wieder durch seine berüchtigten Judendekrete. Die E hatte von 1814 setzte eine „Staatsreligion" wieder et», Welche 1830 durch eine „Religion der Mehrheit" ersetzt ward. Lrs mit diesem Jahre trat ein Budgtt für den israelitischen Lnltns ein; aber noch ist es weit bis dahin, daß selbst in tzrankrei ’) die Rechtsgleichheit so weit gediehen sei, wie in Nordamerika, V. was die Sonntagsfeier betrifft. Die Nedafft.

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