Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 15 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 4)
- Language
- German
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den Andern Alle beginnend. da- Volk in Hoffnung auf di« Verheißungen Großtharen vollführt. hatte, nicht die sieben fetten Kühe von den sieben magern verschlungen? — (1801 — 1807 und 1809 -- 1815.) Wurde dem Gefchlechte Zofeph'S nicht da- Sklavenjoch aufqedrückt? — So aufgedrückr, daß es die Stimme der Erlösung nicht Horm konnte vor Kleinheit des Muthes und Schmer; der Arbeit? Und als der neue Pharaone sich abermals erhoben harre und ein rotheS Meer über seinen Häuptea zufammenschlagen mußte, um ihn mit seinen Reitern und Marschallen zu versenken, mußte man nicht ein« vierzigjährige Wüstenei voll Entbehrungen, voll stagnirender Diplomatie, im heißen Sande kleinlichster Nachstellungen durchwaten? Und alman endlich nach vierzig Jahren unter dem Pofaunenschall einer neuen Zeit die Mauer aller Zwingucis gefallen glaubte und, in da- Land der Verheißung eingezogen, die Rarion an die Arbeit gegangen war, sich einzurichlen, in Verfassung zu fetzen nach Gesetz und Ordnung, wurde da die Nation nicht bald aufgelöst, ihre Vertreter zerstreuet, wie der jüdische Stamm, über alle Lander der Erbe? Aber wie Israel- Stamm hinaus gezogen in die Welt und die Worte de- Gefetztden Völkern bewahrt und lehrt, so wird auch dadeutsche Volk auf dem Buche seine- Gesetze- und Rechtefeststehen und au-harren — au-harren wie Israel- Stamm, der au-dauern wird dierfüllt worden jener erhabene, viertausenbjahrige Derein-gedanke. die Vereinigung -aller Völker der Erde zur höchsten -reinsten Idee der Eckennrniß — und hierauf lassen Sie unanstoßen in voller Begeisterung. , Tie Glauzgestirne am Lichlhimmcl des Geistes. Nach Rabbiner t. Stein'« gleichnamiger Schiller Rede. „Ich kthre heim",, sprach Mosi- Schwiegervater, „Ich kehr' zurück zu meinem Volk und Land \ „Wanützt Euch denn mein langer«- Verbleiben, „Was jenem Volke, damir stammverwandt? „Seh ich Euch an, Ihr Israel- Erkorne, „So seh ich leuchten Euer Angesicht, „Dich, Mose-, seh' ich glänzen gleich der Sonne, „Dich, Ahron, wie de- Mondesilbern Licht. - „War nützt mein Lichtlein zwischen solchen Leuchten? „Ich will nach Hau- und will dort lehren nun „Waich al» Weisheit bei Euch sah und lernte: „Die Gottheit lieben und da» Rechte thun. Welch herrlich schöne- Wort! — Ja Sonnen» Monde Am Geiste-rHimmel können wir nicht fein. Doch, wenn solch' Leuchten nicht, wohl aber Sterne, So klare Stern' mit mildem, reinem Schein. Al» Geiste-rStecn' die Unseren hier leitend Den steilen Weg der Lugend stethinan. Und unbi« warmen, lichten Mittelpunkte Der großen Menschheit — wandeln unsre Bahn. Welch herrlich Ziel! da» Licht de- Wissenmehren In jenen Kreisen, wo noch halb die Nacht, Da« Gute fördem und da» Wahre lehren, Wagroße Geister für un- All' erdacht. Und strahlen diese gleich de- Himmel- Leuchten, So'borgen wir von ihnen Glanz und Licht, Und wie ein alter Seher-Spruch verkündet: (Daniel 12, 9.) Glänzt dann gleich Sternen unser Angesicht. Bad Homburg. ioui» Lehmann. Warnung. Da nicht bloß in Polen und Rußland, sondern auch noch im Großherzogthum Posen mit der eiligen Bestattung der Tobten so viel Unfug getrieben wird, theilen wir au» dem „Sinai" folgenden verbürgten Fall mit. Fast lebendig begraben. Letzten Donnerstag ereignete sich im Lager devierten Wisconsin-Regimenrauf Patterson-Park folgender Vorfall: Peter Moore, ein Soldat de» Regiment», schon feit mehreren Wochen krank, war allem Anschein nach mit Tode abgegangen. Ein Todtenschein wurde dem Quarliermeister Major Belger zuqeschickt und dieser schickte den Sarg zur Bestattung Moore'». Moore wurde hinekngelegt und man wollte eben das enge Haus zunageln, al- Moore sich zum nicht geringen Schrecken der Umstehenden im Sarge erhob und erklärte, daß es eine Schande sei, Jemanden lebendig begraben zu wollen. Selbstverständlich hob man Moore sogleich au» dem Sarge und übergab ihn auf's Neue der Pflege de- Doktor-. Moore hatte' einen Tag und eine Nacht in einem tobten» ähnlichen Schlafe gelegen, und hätte derselbe noch einige Stunden länger gedauert, so wäre er jedenfalls lebendig begraben worden. Wieder eine warnende Donnerstimme gegen die gewissen-lose Eile in der Bestattung Verstorbener! Nom ersten Mai e. an wohne ich in Bonn chn Rhein sMaarflach Lit. G. No. 131b, und sind dahin alle Briefe und Einsendungen für mich;u adressircn. * Dr. Ludwig Philippsov. Allgemeine Zeitung de« Judenthum«. No. 14. 1862. Leitende Artikel: Sind Juden durch ihre Religion verbindert, Staat-autter;v bekleiden? — Preußen. — Die israelitische Bibel-Anstalt. Literarischer Wochenbericht. Zeitung« na ch?ichten:Deutschland: Leipzig, Frankfurt am Main. L esterreichischer Kaiserstaat: Niederösterreich, Raab. Die Schwei;: Au« dem Aargau, Zürich. Fr an kr e i ch: Pari«. Rußland: Au« Litlhaue». C3P Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Tbaler, vierteljährlich */A THaler. Beramwenlicher Redacteur I. H. Luder. Scrlaz *ca Sa s a gä 11 n.c r't -ua-hantlong in Leipzig. — Inid tcn ©. Step fing In Leipzig.