Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 3)
- Language
- German
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31 verloren,. 24 Wochen schweren Arrest in Ketten 'und Banden ausgestandrn habe und deshalb um fürstliche Gnade bitten müsse. Sie ward ihm nicht, wie mir gesehen haben. Alle feine Vergehen aber, die wir oben berichtet haben, wurden durch Zeugen und sein Geständniß constalirt. Man hatte seiner betagten, aber immer noch sehr stattlichen Mutter erlaubt, ihn zu besuchen. Es jammerte ihn „der Schandfleck, den er ihr und öen Ihrigen anhänge." Ebenso hatte ihm die Commission den Besuch zweier Jüdischen Geistlichen (Schriftgelehrten) verstaltet.! Um die Unterredung mit denselben zu controliren, war der Professor und frühere Rabbi Bernarv auS Tübingen beauftragt worden, den betreffenden Unterredungen beizuwohnen. Derselbe hatte früher die hebräischen Scripturen des Jncul» palen für die Commission übersetzen müssen. Hören wir, was sein früherer Glaubensgenosse über Süß erzählt. „Er sei am 29. Januar 1738 durch den Präsidenten v. GaiSberg befehligt worben sich Freitags am 31. Januar auf dem Rathhausej einzufinden. Hier wurde ihm der Auftrag, Süßen zu besuchen. Als er reich war, habe er ihn gemieden, er habe ihn nie in seiner Herrlichkeit gesehen." Armulh sei einem Juden, was ein rvther Riemen an der Brust eines weißen Pferdes. Mit dem Secrerair Pcegiher und dem Juden Nathan sei er das erste Mal zu Süß gegangen. Einen schwebenden Todlenkörpet habe er getroffen, mir dichtem schwarzen Bart, die Augen wie ausgelöschte Kerzen, da- Haar struppig, das scharlachrothe Ueberkleid in Fetzen. S. Sie kennen mehr Hebräisch, als ich, der Herr soll aber wissen, daß ich mich resolvirt habe, als ein Jude zu sterben. Geht weg, ich will keinen Galach, ich will Euch 30 mal die Füße küssen, aber in Religionssachen gebe ich kein Gehör. (Dabei rief er immer re.) B. Was schmäht fc die Commission? In Eurem l’ncssane ilokcf ist ja bestimmt, ob und wie Ihr sterben sollt. S. Auch die Nahrung ist bestimmt, deshalb darf sich doch Niemand aus Faulheit ins Bett legen.- Ec bat mich, 2 Rabbiner von Frankfurt oder Heidelberg zur Mefsirath Modeah („Ablaßformel") ihm zu besorgen — berichtet Bernaod weiter — ich erklärte ihm, daß hiezu 2 gemeine Juden ^genügen. Ich hielt ihm vor, wie , gefaßt Agag gewesen sei. „Ja, Agag habe mit seinem Tode alles hinter sich gehabt, er, Süß. aber sei rheilhafrig des ewigen Levens und müsse sich seines Lebens wehren." Ich hinterbrachte der fürstlichen Commission das Gespräch lein edler Posten!) und erhielt den Auftrag, mit Rarhan und dem Schächter Seligmann Montag Nachmittag 2 Uhr wieder zu Süßen zu gehn, um Achtung zu geben, daß sie die Commission nicht schmähen und die Art des Tode» nicht bekannt machen. Ich traf ihn, wie in Kalkül Obaüia von Cban steht, zwar nicht mit Talith, aber mit Tephillin, bi, Beichte lesend, dg er gerade Fasttag um seines Vaters Gedächtniß harre. Er schmähte und lästerte wieder über die Commission, und al» ihm die Todesart verschwiegen ward, tobte und raste er eine Stunde; lang im Zimmer umher uud rief immer: Gott strafe die Richter! Ich tröstete!ibn damit, baß er ja ein Kadosch, sei, wenn er unschuldig sterbe. „Da» sei ein schlechter Trost." Auf mein Bitten, nahm er bas Glaubensb,kenntniß. Ich half ihm und Pen beiden Juden über die chaldäischen Abbreviaturen hinweg, lachte sie auS, daß sie die Schemakh ruf (Gottesnamen) aussi»raä>en und hörte das Bekennt, die Adsolutionsformel mit an. (Wir können dies« au» Rücksicht für unsese Leserinnen nicht wied Darauf sagte ei: äußerlich sei er eirlGoi, aber innerlich ein Jude gerueseq. Sein Großvater sei ja! Chasan in Frankfurt gewesen. Ich drang nicht Bekehrung — ist ein schwaches Lob für Bernar^ den obwaltend n Umständen, wo Pastoren bi, Delinquenten zerzausten und der Galgen dem winkte) — vers »rach ihm, für,Jüdisches Begräbniß r (war nur zun» Schein) und sagte ihm: Sam^e Saul prophezi it, daß er morgen sterben würde Schlacht gegangen. „Ja, das — Ja. auf Süßen paßt das 8 Hiob. Noch sei erwähnt, daß er verzeihe allen Nebenmenschen unl die falsch wider ihn geschworen. Chan habe eitle falsche Obligation wider ihn und fei doch siin eigener Schuldner und ein .ander» verlange von ihm 60,000 Gulden, dem er keinen nun in der Erzählung der Thatsacher (Honsctzunq fefat.) fei er in di« Gottes Wille. 4ren Capltels mich äußerte, denSgenossen, verschulde." — Wir gehen CinKVischer Gastwirth in ^affi. iß und Gebet ,rgeden.) immer größte seine unter »le d«S btodten sorgen l habe doch r auch nde de« : gegen Glau- Maran eknaeklagt r Jude Kreuzer weiter. r r v ad na Er war >or zehn. Jahren, von Kaschau in hier »ingewan >ert, harte sich IknfangS nur von macherei genährt, dann sich mit Beherbergung von befaßt und stajld jetzt im Begriff,' für die Herren andere Honoratioren von Jaffa eir agenten und auf Sudfcripti^n zu eröffnen. Da er außer dem englisch und trog italienisch, sowie ziemlich geläufig spricht, so ps egt ec Reisende, die sich ihm an wollen, als D agoman durch bas Land zu begleite^ erwachsene Söhne, di, bei ihm im Haufe wohnen, in gleicher Weise, und so macht die Familie eine Ausnahme v< n der großen Mehrzahl der in. lebenden Jude», d7e fast nur von der „Chalukc Almosen leben, welches ihnen die Glaudensgen r Europa schicke l. Und wie d>e Leute nicht unsauber und nicht so schienen sie auch andere Untugenden der hiesiges lilen nicht zr theilen. So zum Beispiel waren intolerant, was freilich schon da» Gastgebergeschäflt Man war sor»eir irgend möglich orthodox, aber n um die „Chauka" nicht zu verscherzen, die dlos digen zu Gute kommt. Man hatte in der rechts» pfoste die „Mesufa", die kleine Glasröhre mir densbekennmiß Israel« (Deut. 6,-4 — 9) ein die jeder Jude beim Eintritt mit einem Handkuß Man hielt siine „Austern" streng, man arbeitet am Schabbes. brannte zwischen Freitag und S> Hause kein Fuer, nicht einmal eine Pfeif« an, dieser Zeit frit Geld in die Hand und hätte um der Welt am Ruhetage keine Reise nnrernommn man stand auf dem besten Fuß mir den spanisch«!, der Stadt, kke den deutschen al» halbe Ketzer ge Christum im Gespräch als Prophetm auftreten. Ungarn »er Uhrßremden Consular- Casino Deutschen arabisch Vertrauen Zwei arbeiten Rühmliche \ Palästina dem ssen in de a waren, Jsraesie nicht verbot, ohl nur, Altgläu- Thür- Glau- ^emauert, begrüßt, e nicht tag im »ahm in alles in Aber Juden ten, ließ was eia