Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 7 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/4908862-5999374-6026465--2088-4910516- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Jüdisches Volksblatt. Zur Belehrung und Anlerhattung auf jüdischem Hebieje. Herausgegeben vvu Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Magdeburg. ' -» t fi/ir» i Von ttejcr Zcitscbrirt ericheiat «öldentlich eine Rümmer. Preis des Jahr« rA , 4 ... 1. , « -1 m 7* IoDa» gang« 1 Tblr. Vierteljährig 7^ Rgr. «Le Vvlbbankkun-e», Poßlänser I LÄNsll. 1. dk RftiU. I lvlv* ♦ 1UW“'J und ZeiMugSexpeditio-e« nehmen Vestevungeu an. L * ® J -* Joseph Süß Oppenheimer genannt Iud Kuss. Bon Rechtsanwalt i)r. Salm in Bernburg, (öonirtzung.) 2. Er errichtete ein genannte- „Gratialamr," bei welchem die Beamten aufs ^eue ihre Aemter kaufen mußten. War eine Stelle leer, so wurde sie dem Hochstbiekenden zugeschlagen. Canzleistellen von 300 fl. jährlichen Einkommens wurden mit 3000 fl. bezahlt, die Canzleien wimmelten von Beamten. Es war eine besondere Gunst, wenn ältere Staarsdienec dahin accorditen durften, baß sie mit 10 bis 20 Procenl Gehaltsvecluste ihr bisheriges Amt behalten konnten. Die Errichtung dieses GratialamteS verdankte er dem Unwillen des Herzogs über den von der Würben eingeführten Diensthandel. Ec schürte diesen Unwillen, sprach von Nepotismus und deutete die den Beamten abgenommenen Gelber als Erkenntlichkeit für die fürstliche Gnadet Enorme Summen flössen wieder reichlich d«m FisctiS und ihm zu. 3. Unter dem Scheine eines GerechjtigkritSeiferS. welcher dem Fürsten sehr wohl gefiel, ruft Süß eine „kandescom- Mission zur Untersuchung! der Grävemtz'schen Gebrechen" ins Leben. - Die Chefs derselben, sowohl in der weltlichen wie in der geistlichen Kaiymer, stehen unmittelbar unter ihm. Diese Commission schickt Deputirte aufs Land zur Contcole der Beamten, confrontirr hie letzter« mir den Bürgern, provotirt die Bauern zu Deounriationcn, erpreßt bei den geringsten Jrrthümetn und Fehlern hohe Strafgelder, läßt die Sportelrückstandej mit Zinsen durch Lanbhusaren von den Pflichtigen deilreiben und bringt .unzählige.Familien an den Bettelstab. -1. Wenn unter Süßens Negimenlt auch die „Tutelar- und Pupillarbepulationen" ins Leben getreten sind, so waren sie doch mehr das Werk des Consistorialraths und Waisenhauspflegers Hallwachs. Der Letztere kuudschafrere die Capitalien der Minorennen, Gemeinden und milden Stiftungen aus, welche htrangezogen, und mit 3% verzinst wurden. Diese Deputationen verkauften Mündelgüter und zogen bei der Auszahlung zur Zeit der Majorennität 4 Procente ab, legren Taxen auf Testamente und Inventuren, verfuhren nach Willkür bei den Theilungen und hausten dermaßen, daß die Landschaft sich in starken Ausdrücken beim Herzog beklagte. Aber die ungeschickte Fassung der Klage erbitterte den Herzog und nutzte nur dem Süß und seinem Anhänge. 5. Auch ein sogenanntes „Fiscalamt" schuf Süß, tun i b, dessen Präsident er selbst wurde. An diese--Amt wurden alle Prozesse gezogen, sodaß kein Eigenthum, keil Recht mehr heilig und die Beamten vor willkürlichen Strafen nickt sicher waren. 6. War das Land durch dergleichen Maßregeln der verblendete Fürst gut hieß, noch nicht ganz a gelt — das Gratialamr hatte allein in zwei 450,000 fl. unrechtmäßiger Weise erhoben und 1 Million betrug der Wildschaden,, wurden doch in Jahre 2500 Hafen, 4000 Schmalrhiere und 5000 € auf fürstlichen Jagden geschossen — so mußten anderweite Operationen dazu bienen, Wohlstand Treue und Recht, gänzlich zu untergraben. Um nichik zu füllen, können wir sein Verfahren nur andeulen monopolisirte für sich den Handel Mit inländischen und Salz (die Salzgesellschaft in Donauwörth früher den letzt«»»), den Verkauf der Spielkarten. Pachtung der Kaffeehäuser und Spielbanken; er nahm meinden althergebrachte Brücken- und Wegegelder u sie, sich mit einer ungenügenden jährlichen Ers. zufrieden zu stellen, er legte den Wirthen neue auf, riß den Tabakshandel allein an sich, ebenso Silber und Pferden, übernahm Pachtungen und wobei ihm die Bauem unentgeldlich Fuhren und leisten mußten, zog den Beamten von jedem Gr l Besoldung 3 Kreuzer ab (sogenannter Jubengroschen) eine neue Vermögens-- und Familiensteuer ein solche durch Soldaten schonungslos beitreibcn. daren( Landhusaren) wurden als Presser mir ihren Pferde Häuser der Steuerpflichtigen gelegt, erhielten 6ost und außerdem 10 Batzen pro Tag und peinigten die Unk ’ bis aufs Blut. Dabei verhöhnte Süß jede Klage u jedes unbedachte Wr^t. Und während er offenkH, seinen Handelsgeschäften, die er meisten« durch i gezogene Juden betrieb, Zoll und Accise betrog, welenhandel 200,000 fl. verdiente, den Lederhän^l Reutlingen, Eßlingen und Weil den Handel mit außer zu Jahr- und Wochenmärkten verbot, den von Juchtenleber par!entirre, den Fleischern «nters^g rohen Häute an Auswärtige zu verkaufen, um au Geschäft seiner unersättlichen Habgier tributpfiich machen, während zu den glanzenden Carnevalsbälle > er gab (wir' verweist» auf die Hauff'fche Rovellf Süß), die Maskenanzüge bei ihm gekauft werden und die Erscheinenden gezwungen waren, sich an ihm arrangicten Lotteriespielen zu betheiligen — geistliche und weltliche Beamte ihm den Hof, grüHt welche stsgemer- Jahren beinahe einem -weine Süßens Sitte, Bogen Süß Weinen betrieb ie Verden Gezwang tzfumme Torgelder »en mit rungen, Dienste den der , führte. ließ e Solnin die sourage. rthanen strafte big bei Laad un Juern in lbfelle» Verkauf t«, die h dieses tig zu , welche : Jud mußten »en von machten en ihn , nd Di ie r d >s § a