Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
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ihre Einwilligung ist aber mein Wvft kein Wort, mein Schwur kein Schwur. Harren sie nicht.selbst, noch bevor ich jenem Mädchen in der Wüste mein Work gegeben, mein Geschick beschlossen und mir eine andre angelodl ( Wenn ich gefehlt, baß ich unüberlegt mich dem Eindrücke eine- Augenblickes hingad, habe ich nicht genug gebüßt für meinen Macht man eine Untreu, durch die andere gul t Suche ich in dem Jahrbuch unserer Vergangen» heit nach, so begegne ich da einer Gegebenheit, die zwar nicht völlig der weinigen gleicht, aber die mich jedoch berechtigt.zu hoffen, daß Gott von nun an sich versöhnt und gnadenreich zeigen werde. — Ging c» nicht unserem könig» lrchen Sänger David rbenfall» so f ließ nicht Gott, nachdem er ihm die Krucht-seiner verbotenen Liede zur Sühne genommen, auS dieser Ehe den weisesterr Herrscher «n Israel entsprießen i" Mir solchen Sophistereien beschwichtigte Schaluin die' Stimm? seines GewiffenS, daß es endlich ernschlummerte, and er sich der Hoffnung einer heiteren bessern Zukunft hrngad. Rachel wußte natürlich von diesem Zwiespalte im Herzen ihres Mannes nichts, sie schrieb oesien verfallene Gestalt unb kummervolle» Aussehen dem so natürlichen Schmerze über den Verlust de» Erstlings ikr-ec Liede zu. Nach und nach üble jedoch die Alle» h.ilendk Zeit ihre Macht auch über ihr wunde» Herz aus. — Allmälig erschloß sich ibr Herz den Tröstungen de» sie nach wie vor nom ,ae:.ich liebenden Manne». Seinen hcrßcn Verheuerungen ungcschwächlerLredegelange», ihrÄemukd zu erheitern und Hoffnung einer glücklicher» Zukunft einzusioßen. Wirklich schien der Himmel ihnen Ersatz für den harren Verlust bieten zu wollen, denn nach einiger Zeit trug Rachel mir wonnigem G.suhle den Kerm einer neuen Leibesfrucht unter ihrem Herzen. Aoermal» war e» ein Knädlein , mir dem sie ihren Galten' beschenkte. Wie sehr freute sich Schalum beim jebesmaligen Anblicke Seffelben! er hing an ihm mir allen Fiebern seine» 'väterlichen Herzen». Und Rachel, bre abermal» selige Mutter, überließ e» nicht mehr fremder Obhut, sondern wachte Tag und Nacht darüber, sie entsagte der ganzen Wett, nur rbr.m Kinde lebend. Wieder war der Frühling erschienen, und au» .seinem Füllhorn ergossen sich die Gaden alle, die^ des Menschen Herz neu verjüngen. .n-rtctunj folgt.. Krieg zwischen Protestanten und Katholiken mit aller Erbitterung fortgesetzt; man har e» nicht durchgesetzt, baß ba< schöne Krankenhaus, jetzt in eine katholische und protestantische Anstalt getrennt, die Scheidemauer fallen lasse und damit auch die protestantischen und katholischen Schwein,- sialle, Waschanstalten k. ihre Vereinigung fänden. Ein vorsichtiger Magistrat berief sich in einem wohlgesetzten und weitläufigen Gutachten auf die für den Zweck gemachten Stiftungen kalholis-herseil», von denen 100,000 Jl. al» Vermächtnis eine» auswärtigen Schwäbischen Bürger» die Hauptrolle spielen, odwobl sich Jedernann, wer dessen VermögenSverhälmiss, kannte, wundern mußte, woher der Mann zu solchem Vermögen und zu solcher Großmuth bei Lebzeiten gekommen. In Folge der von Protestanten im Gemeindecollegium angeregten Untersuchung über die Thätigkeit der barmherzigen Schwestern in der.katholischen Adtheilang beS Krankenhauses, welche manche Thalsache in eigenthümliche» Licht stellte, ist die Gereiztheit etlicher Fanatiker so weit gediehen, daß man in katholischen Schulen den Kindern geradezu verbot, mit ihren protestantischen Altersgenossen zu verkehren. Daß solche» Verbot von geistlichen Schulinsperroren unb ReiigionSlehrern auSging, ist noch auffallender, und man hat pcotestantischerseitS al» Repressalie aur'g,fordert, fortan armen katholischen Schülern an den hoher» Anstalten keine Freikostlage in protestantischen Häusern mehr zu geben. Soweit kann bie Intoleranz führen!" (Dürfen wir Juden un» da wirklich über hie und da vorkommende Beispiele der Intoleranz bekla.en s) Anekdote. Ein Geschäftsmann Namens Norden, stand mit dem früher in Hamburg als höchst witzig bekannten G a n S in Verbindung, und schuldete Letzterem für erhaltene Waaren «rne bedeutende Summe. Norden fallrrte, angeblich, weil er sehr bedeutende Verluste Nachweisen wollte und bestohlen zu sein vorgab. Er schrieb also dies, Ursache seinem Gläubiger, stellte ihm seine traurige Lage vor, die ihn in die Nolhwendigkeit versetzt, zu accordiren. Ga'n» erwidert: möglich, baß er. Norden, bedeutende Verluste erlitten, > auch daß er bestohlen sei, aber der Fallit habe zu bemerken 26ie weit sinü wir noch von wahrhafter Toleranz entfernt! ..Oie spanische Regierung bar den Herren Aldama und Maramore» den Proceß gemacht und wegen Ausuvuag de» protestantischen Eulku» und Verbreitung der Bibel jeden zu sieben Jahren'Galeerenstrafe verurtbeilt. Da» Journal de» D'darS tbeilr dieses Unheil mir der Bemerkung mir: ..Wir werden unfern Lesern den Schimpf nicht anrhuu, über diese» Urtheil rin Wort zu verlieren." Daß wir übrigen», um Pröbchen der schnödesten Intoleranz ,u erballkn, nicht erst nach Spanien zu rersen brauchen . sondern deren auch im Herzen des deutschen Vaterlandes finden, erweist folgender Bericht au» München: „Ja der Nachdarstadk Augsburg wird der kleine ' vergessen, von welcher Seite her der Einbruch geschehen: ' ob von West, Ost, Süd oder Nord. Er glaube, die : Diebe seren von Jason ^Norden" gekommen, denn es 1 stände ausdrücklich in der Bibel (Jeremias 1, 14.) nncn „Von Norden au», eröffnet sich das Bofe", und deshalb könne und wolle er sich in kernen Ver- : gleich einlassen." i Allgemeine Zerrung des IudenrhumS. No. 3. i-»':?. Veit,utc Artikel: Wider die prorestanü'che Xrrchcnzei. rung Nr. 4(>. II. — Zerstreute Bemerkung,». — vuerart’d'cr Wochenbericht. Zei rungo-N acdri<bteu:Deutschland: Au» Tüdbaden, Weimar, Hannover. Büdingen, au» dem ober» Xiiizrgrbale. Srurr« garr O esterreich rick er Xarrersraar: Wien, Wien. T^eS- Die Sch rverz: Zürich. __ _ Zu dezieden durch jede» Postamr und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Tdaler, vierteljährlich .« Ldater. SeraurwerUicher Redacreur St. Nabe. 9crUg ms »<iR|«tti(i'l Ui geizig. — Dr»a von Srevfiug Ul -eip,ig.