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Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 48 (1861) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
48 (1861)
Date
1861-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Zur 55efef)runfl unf) 2liUprf)nftuiii] ' Hekiele. HerauSgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Phiüppson in Magdeburg. [9io. 48. 1861.] Be» biriet >jn»Ickrii« rrtorint «öckemiiS riuc »lummer. l>teU des Jahrgang« i Iflt. XiauljdbriA 7 U iljt. Alle «uLdantlungc», Potzamirr unt ^kiluog«kkpetin>.'»c» nehme» BcilcUuqgr« an. s8. Lnkrg. 4. ^>uartaLJ Die Nelomoh. Grfit Erzählung. <,rori'c!-ung au4 )to. 40. ». u. 4.V 4i;. 47.) VII. Der Kaiser blickte erstaunt auf den jungen Israeliten, der bescheiden, ja bemüthig und dennoch gefaßt und ent« schlossen vor ihm stand. Die Gewandtheit, mir der er sich ausipcach, die Bestimmtheit seiner Angaben und die Schärfe seines UrtheilS ließen den hohen Herrscher in dem Juden einen ausgezeichneten Menschen erkennen. Und als er ihn nun fruq, was er als Lohn für seine M.ittheiiungen und für die gefährliche Theilnahme an dem Unternehmen beanspruche, und dieser jede Vergeltung von sich wie-, und da er nach seinen Motiven forschte und ihm David in wenigen Zügen daS Schicksal seines Vaters und die Vorsätze, die er an der Bahre desselben gefaßt und durch Kindheit und Jugend hindurch verfolgt batte, schilderte — da wurde daS Erstaunen deS Monarchen zu Bewunderung, und er nahm sich vor, diesen Mann nicht au< den Augen zu verlieren, sondern zu mancherlei Diensten zu verweyden. David nämlich kann« an der Nordseite deS Schlosses eine Stelle, wo die Befestigung am schwächsten war, weil die Natur hier die stärksten Hindernisse bereitet zu haben schien. Der Hügel, auf dem die Veste lag, war hiep zu steilen, überragenden Felsen geworden, deren Wände nur hier und da durch Spitzen und Klippen unterbrochen wurden. Aber durch und über diese hinweg führte ein Pfad, den ein verwegener Mann wohl dcschreiten konnte, und welcher, zwischen den Felsen verborgen, an einigen Stellen durch eingehauene Stufen erleichtert ward. Nur Wenigen war dieser mühevolle Weg durch Uederlieferung bekannt, und vielleicht hatte man ihn darum bestehen lassen, da man ihn auch vom Schlosse zu heimlichen Gängen gebrauchen konnte. Allerdings wußte David, daß der Burgherr gerade diesen Tbeil sorgfältig bewachen ließ und eS war auch nicht seine Ansicht, daß man etwa auf diesem Pfade da» Schloß bestürmen solle; dazu konnten nur zu Wenige auf ein Mal passiren. Ader ec meinte, wenn im Schutze der Nacht ein« kleine Schar tapferer Männer bis an den Fuß der Mauer gelangen konnten, sie von hieraus angezündece Fackeln und Brände in das Schloß schleudern könnten; und da an diese Mauer gerade die bedeutendsten Lorr-thS-' speich,r d,S Schlosses lehnten, diese in Brand gesteckt und so den Belagerten große Schäden verursacht werden wüßten. vielleicht auch, daß die daraus entstehende Verwirrung einen allgemeinen Angriff ermöglichen würde. Der Kaiser ergriff dies mit Eifer, und da er in Italien die Bereitung des sogenannten griechischen FeuerS kennen gelernt, so wollte er diese» hier anwenden und versprach sich die bedeutendsten Wirkungen. ■ , ” * ES war eine dunkle, stürmische Nacht, in welcher David sich mit einer kleinen Schar auf den Weg machte, glücklich auf tzfn Fuß der Felsen gelangte und da» Erklimmen begann. Bald, durch d^überragenven Felsen gedeckt, konnten sie kleine Fackeln anzünden, um di, eingehauenen Stufen zu finden. Es war ein mühsame» Werk, zu dem sie oft Hände' und Füße verwenden mußten, und ’ e» ging nicht ad, ohne daß mehrere der Krieger durch einen Fehltritt auöglitten, binadstürjten und zerschmettert würben. Doch entschlossene Männer geben eine begönnen«' Tbar nkcht auf, und am Ende konnten sie auch nicht gut rückwärts. Bevor sie die letzte Wendung des Pfade» erreicht hatten, verlöschten sie die Fackeln, und durch Gestrüpp . und Gebüsch sich windend, gelangten sie am Fuße det^ Mauer an. Bei der Dunkelheit der Nacht und der ängstlichen Vermeidung jede» Geräusche» hatte die Wache auf der Mauer kein« Ahnung, wer da unten sich befände. Plötzlich flammte e» auf, Raketen stiegen in He Höhe und schütteren einen glühenden Regen über daS Schloß au». Brennende Pfeile schossen dazwischen und fuhren nach allen Seiten bin; dabek krachte und zischte e» durch die Luft, daß > der Schrecken sich verbreitere in! alle Herzen. Dadurch war Anfang» die Tharlgteir der Belagerten wie gelähmt und die Männer am Fuße der Mauer konnten ihre Gefahr bringende Arbeit mehrere. Male wiederholen, ohne baß man ihrer gewahr wurde. Dennoch war btf Erfolg ungünstig, sei e», daß die Gebäude deS Schlosse» zu sehr au» bloßem Gestein bestanden, sei ,», baß die Bewohner desselben, die Furcht bald adschüttelnd, überall thätig waren, das heradfallcnde Feuer zu ersticken, dazu kam, daß der Wind zu heftig war und den größten Theil der flammenden Geschosse über da» Schloß weit hinwegführte. Vergeben» wartete man im kaiserlichen Lager auf > die Anzeichen einer FeuerSdrunst. Dagegen sammelte« sich nach einiger Zeit auf der Mauer eine große Anzahl der gräflichen Le^e; ihre eigenen Feuer verrielhen nur zu sehr di« verwegeiMr Kaiserlichen, die sich auf di« Höh« gewagt, eine Wolke von Pfeilen und Lanzen schwirrten auf sie nieder; Mehrere wurden verwundet und getobter, die Anderen eilten, di« obersten Felsenadhänge zwischen sich und \ dir Feinde zu bringen. David sah sich bald allein m* 92488^

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