Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 8 (1861)
- Issue
- 31 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
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124 daß die Meng« zum Empfange Montefiores nicht präpanrl. . des böswilligen Geschäftes berichten, durch welche das Reich nicht von außen her angespornl ward, sondern in allen der Mine Menschen in die Sclaverei schleppt." Stücken lediglich aus freiem Antriebe handelte und ihre 3rw. thron.) Hörzenssrhnsucht. von der kalten Hand der Enttäuschung zu wiederholten Maten. abgekühlt, bei dem leisesten Anlä- 1 cheln der Hoffnung immer neu anzundete. Ein natürliches Gefühl belebte Tausende von Herzen, ein gemeinsamer j JlnCfDOtCU NUS ÖCt AtinDCriüClt Funke elektrisiere alle Geister. fcui.. v' Ein vierjähriger Knabe horte den Wind heulen. „Warum heult denn der Wind so sehr?" frug er seine Mutter, . „nicht wahr, weil ihn der liebe Gott gestraft, daß. er die!Die Skkgklluilg! jungen Bäumchen umgebrochen?" Keine Geschichte dieter so viele Beisinele von der durch das Leben der Völker wie der Einzelnen gehenden Bergel-"^ Derselbe ging mir seinem Vater im Winter spazieren. tung dar, wiedie des jüdischen Stamme-, so daß man e- | ihm gewiß nicht verarmen kann, wenn diese ihm;u einem! Glaubenssätze geworden. In der jüngsten Zeit sah man dergleichen Vorgänge wieder recht vizle. Wir wollen, als nunmehr schon etwaälter, absehen davon, daß ein Jahr. I nachdem in BolognaderKnabe Mortara seinen Ellern entrissen ward, die italienische Fahne in demselben Bologna webet, und der Recte«', welcher die Wegführung des Knaben verordnet haue, auf der Anklagebank saß; daß «in Zahr, nachdem Louis Beillot mit seinem UniverS Frankreich und die ganze Welt zu beherrschen glaubte, auf die Jude« ungestraft die größten Schmähungen häufte und »sie auS'der Gesellschaft au-geftoßea wissen wollte» da» UniverS unterdrückt. Herr Veillot eine Null und die ultramontane Macht in Stand getreten war; daß Herr Wagner kurze Zeit, nachdem er den Zuden das acnve und passive^Wahlrechl wieder harte nehmen wollen, bei allen Wahlen burchstel, zehn- oder zwölfmal canbivatirre, und immer wieder durchfiel und endlich mir vieler Mühe, und zwar mir Hülfe eines jüdischen WahlmanneS, für das letzte Zahr der Legislaturperiode durchkam — abgesehen von diesen Vorfällen, die wir vielfach vermehren könnten, wollen wir nur zwei Pröbchen auS den letzten Tagen anführen. Derselbe Stadtrarh von Pesth, in dessen Schoße vor Kurzem die äußersten Schmähungen gegen die Zuden ausgesprochen wurden, ist jetzt wegen Hochverraths und MajestätSbeleibigung in Untersuchung gezogen; derselbe Herr MireS, der seine Frau und Kinder katholisch hat laufen -lassen und, freilich als Direktor der römischen Eisenbahn, dem Papste die kostbarsten Monstranzen u. dgl. als Geschenke bardrachte, sitzt jetzt auf der Anklagebank wegen der großartigsten Betrügereien. Jüdische Sklaven. Der Reisende I. I. Benjamin schreibt uns: „S a n Francisco, den 30. Mai Itztzl. Am 2?ten dieses MonatS kam im Hafen ein Schiff auS China an, mir einer Ladung chinesischer Sklaven, zwischen welchen, wie ich hörte, sieben Sklaven jüdischen Bekenntnissesind. Mir Hülfe der Israeliten hoffe ich diese Unglücklichen zu befreien und so bald dies geschehen, werde ich Ihnen di« Einzelheiten „Darer. was kommt denn, wenn der Winter vorüber ist?" — „Der Frühling." — „Ach so, und dann der Sommer? Und dann?" - - „Der Herbst, und hierauf wieder der Winter.^ — „Ach, Vater, bekommt denn der liebe Gort da» gar nicht überdrüssig?" . . . Notizen des Tages. Zn daitalienische Parlament ist jetzt bereit» der sechste Israelit gewählt. — In die diesjährige P a r i se r Kunstausstellung sind von sehr vielen jüdischen Künstlern, namentlich Malern, Werke ausgenommen worden. Unter Ändern hat auch ein Herr Eduard Moyse eine „Synagoge bei einer Barmizwah" dargestellt. — Das neue Gesetz über die Gudernial-, Kreis- und Sladträthe in Pölen'ertheilt den Zuden bas active und passive Wahlrecht. — Der neue Sultan, Abdul Aziz Katrin der, bei seiner Thronbesteigung erlassenen Proklamation allen seinen Unterlhanen ohne Unterschied der Confession Gleichheit der Rechte verheißen. — Zn Lemberg soll' eine neue Rabdinecschule gegründet werden. — Zn Riom (Frankreich) und in einem polnischen Städtchen unweit der preußischen Grenze sind abermals Falle von Kinderraub vorgekommen. indem katholische Geistliche Zudenkinder heimlich rauften, und nun dieselben nicht an ihre Eltern wieder herauSgeden wollen. — Allgemeine Zeitung de« Zudenthum« No. 30. lHtil. Leitende Artikel: Die industrielle Mission der Juden.— Darf «in Jude adelig werden? — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt am Main. Weimar. Augsburg. Hamburg. Preußen: Rakel, Königsberg. OesterreichischerKaiserstaat: Krakau.Nikol«- bürg. Rußland: Thorn. Warschau. Italien: Easale. Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung- Jährlich 3 Dbaler, vierteljährlich % Thaler Verantwortlicher Redacreur: St. Rabe. vertag Ma vackhaadtaag ia «eipjig. — Xiatf von ®. JTrc«f i Kg u «einig.