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Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 29 (1861) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
29 (1861)
Date
1861-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i Jüdisches Volksblatt. Zur Retehrung und Unterhaltung auf jüdischem Gebiete Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig PhUiPpso« in Magdeburg INo. 29. 1861.] «co diese, Zeitscheill erscheint wöchentlich eine Nummer. Prei» de» vadi - rrt « j. , , ga»g« 1 Tdlr. «ierteljühris.7% Ngr. »Le «uchdanbwsge,, Potzamur- >0. Jillukü. 3. vUSflBl.l und Zeirmrgterdedinoue» nehme» Beftellu»ge» a». ». >s s ~v J Im Walde. Zch befinde mich in einem Haus«, da« am Saume des Waldes liegt, der eine sanfte Höhe hinansteigt. Einige Schritte und die Schatten der Bäume breiten sich über mich aus. Zu jeder Tageszeit dringe ich in ihn eia, ergehe mich nach jeder beliebigen Richtung, auf gebahntem Pfade und ungebahntem, weithin oder in Schlangenlinien, die mich zurückführen, von wo ich auSgegangen. Wie er den Hügel hinansteigt, der dichte, grüne Wald, so steigt er ihn auch hinab, füllt daS Thal, das zur Schlucht wird, um sein Lauddach über den nächsten Berg zu breiten, und so Höhe nach Höhe und Thal nach Thal mit seinen Wipfeln zu bedecken. ES giebt jetzt Tausende von Menschen, die keinen Begriff von einem Walde haben, die tagelang reisen können, ehe sie auch nur auf einen Hain treffen — denn inan hat in den cioilisirten Ländern einen unverständigen Krieg* gegen die schöne Baumwelt geführt, und ihre kleine» schwächlichen Brüder, die Halme und Rüben und Kräuter, haben die mächtigen Stämme mit weit sich breitenden Aesten und hochragenden Wipfeln verdrängt. Jetzt schütttlt man das Haupt darüber, findet, daß mit dem Walde auch viele Quellen des Segens verschwunden sind, aber daS Uebel ist nicht wieder gut zu machen. Was mich betrifft, so dedaure ich ebenso sehr den großen Reiz, de» die Landschaften mit den Wäldern verloren haben, und den kräftigenden Duft, der, Brust und Herz erweiternd und die Nerven stärkend und belebend, auS den Wäldern strömt. Da bilden sich Biele ein, daß der Wald erwaS Einförmiges sei, wo Baum nach Baum sich wiederholt und der eine Theil wie der andere auSsieht. Welch «in Irr» rhum! Welche Verschiedenheit bietet derselbe Wald schon unter der Einwirkung der verschiedenen Tageszeiten und dewechselnden Wetters dar! Betritt ihn an eimm Hellen Gommermorgen, wo die ersten Strahlen der Sonne das Leben der Blätter, Gesträuche und Kräuter eben erschloffen haben, daS Dunkel verschwunden ist und alles Laubwerk in goldenem Lichte prangt; »der schau hinein, wenn die hochstehende Sonne ihr volles Licht hineinwirft, auf dem Hellen Grunde die Schatten desto lebhafter hervortreten, tausend verschiedene Lichter durch die Stämme und daß Blätterwerk und auf sie fallen, oder wandele in ihm, wenn das Gestirn des Tages im Westen sich senkt zum Niedergang, di« Däm» t . merung sich bereits durch den Wald breitet und die; Schauer der Dunkelheit sein Inneres verhüllen — immer erscheint er al- «ln anderer. Oder laß nun gdr einen wolkig« Himmel sich über ihm wölben: wie anders steht er da in seiner ernsten Trudniß, al» wenn daS hellere^sdeotiefere Blau de» Himmel» mit dem Grün deS Laube» und dem Sold de» richte!; einen mannigfaltigen Zeltteppich üver uns auSfpannt. £n btt Thar hac der Wald.keine' Aehnlichkeit mit sich selbst, wenn Du bei ruhigem Wetter durch seine Hallen fchreilest, die tausendstimmigen Lieder der Vögel au» , seinen Zwngeu erschall«, daS unermüdliche Gesumme der Käfer'und Insekten in seinen Grashalmen schwirtt — oder wenn der Sturm durch sein Gezweig« dräust, die Stämme deuzt, die Beste an einander schlägt" und die Blätter rauschpt^macht; dort k»«^ Friede, Einsam-' keit, stille Zuflucht. —!>ier daempörte Ledm, Kampf. Entfesselung der wilden Elemente, der Sturm will di« erhabenen Söhne der Erde auf dem Kampfplatze ble schieden«» Jahreszeiten. brechen, aber sie nehmen e» auft mit ihm und bleiben bestehen, wenn auch einige von ihnen den... Und nun erst in den ver- Wüste ist der Wald allein in dem kurzen Zeiträume, stenn daS Ei« de« Winter« geschmolzen und der Frühling seine Herrschaft noch nicht angetreten. Dann, wenn dereiilS-die Saaten ihre grünen Spitzen au« der braunen Erde hrrvorzulceiden besonnen haben, die Bäume de« Waldes aber! noch kahl fint Stämme und Aest« in die -Luft hinauf strecken, wenn Luft und Erde schon da« neue "Leben bezeugen, da« in ihnen kreist, und der Wald noch so starr injd lobt dasteht, da bietet er einen traurigen Anblick, wie ein>Hau«, von dem da» Dach heradgefallea und nur die schwellen, Säulen und Balken' noch stehen ohne Mauerwert. Geh; komm aber nach eineA Monat wieder! Oie Blätter sind au» dm Knospen gedrochm, die Sträucher §find über und über mit Grün bedeckt, der Blwen mit frischem Grase bekleidet. Und welch eia>(Beta! So frisch und!saftig, so hell »ad klar, vom Sonnmikychle zugleich durchschnumett und mit Gold üderzogea. Noch ist ti sehr locht iw Walde, denn die Blätter sind noch, klein und zart, da» Laubwerk giebt noch wenig Schatten, die Sdnm bricm überall hindurch und ist n«ch die Herrin de» Walch«, w Schatten ihr gehorsamer Dip» ner. Aber.die» «unsthenlwir ja ebm, denn von »« Höhen herab wehf achh scharfer Luftzug, daß wir Ne Sonne begierig a wärmm lasse», ^nlge un< in demselben Wald» ist dicht und kühl und Prächtigste, der Wald ist Vögel, von «Sen Seiten wem» die Nacht de« Monde« am. ftarm --“ von ihren Strahle» «•« ffeäter iprd wir glaub«» wo ander« hlnversttzt. Alle« ~ geworden; und wa« ba«j bewohnt, überall nisten ihw Töne, und woif.pfe und Mt silberne Scheibe MflMMdfli, daz

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