Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 8 (1861)
- Issue
- 24 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 4)
- Language
- German
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- Homer 2× ep/1025156
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Den Beweis hierfür zieht man au» dem Namen: auf Creta ist-der berühmte Berg Ida, dessen Bewohner Jd.se r heißen, dieser Name sei nun in Judäer. Juden verlängert worden. Einige behaupten hingegen, daß unter der Herrschaft des Isis'), ha Aegypten zu volkreich war, die Menge unter der Anführung des HiervfolyyioS und Juda in die benachbarten Lander auSgewandect fei *). Oie Meisten meinen, daß sie Abkömmlinge der Aetbiopen waren, welche unter dem König Cepheus Furcht und Haß gezwungen habe auszuwandern *). Nicht Wenige überliefern^ baß sie Affvrer gewesen, die zusammengekommen aus Mangel an L-mdbesitz, sich eines TheilS Aegyptens bemächtigten. bald aber eigene Städte und die hebräischen Länder, Syrien näher, in Besitz nahmen Endlich geben noch Andre an, der Ursprung der Juden sei höchstberühmr, denn die Sol ymer feien, ein durch Homer'S Gedichte gefeierte« Volk, das der von ihm gegründeten Stadt Hierosolvma feinen Namen gegeben^). (Op. III.) „Die meisten Schriftsteller stimmen dahin überein, daß der, bei Gelegenheit einer.Pest unter dem Könige B o c ch o r i s , auf Befehl des Orakels des Ammon'),, aus dem Lande gewiesene Haufe, da alle übrigen trostlos waren, von Moses allein ermahnt worden, daß "sie von Gott und Menschen verlassen, keine Hülfe von beiden erwarten sollten"), sondern ihm als einem himmlischen Führer vertrauend, die gegenwärtigen Leiden von sich werfen möchten. tom 1» öiu' Kietz die Hauptgöltin der Aegupter. unterbereu Ke glüclentem Zepter Aegypten in grauer Vorzeit gcbliibi.hade. -» Man siebt auch hier die Vermischung richtiger Namen mit unrichtigen Lbakiachen. Hieroiolvmus istvou.HieroiolvmL gebildet, da» ist der griechische und tatcini'chc Namen von Jerusalem. Liese Ansicht ist nun die sonderbarste, da aus cicic iiktk die Juden von de» schwarzen Aetbiopen abstammenk gedacht werden. Vielmehr find nach meiner, in cffcntlichcu Vorlesungen weüläufig dargesteMcn Ansicht, die auch sachter kurz bcrübrr (Lebrb. d- Eeich. -Ire A»sg. S. i»2 Anmerk. 1.». frühzeitig Semiten in da« ursprünglich von Neger» dewobnie Ättbiopien eiugewauteri. 4> Liese Ansicht ist also die richtigste, insofern sie auf Assyrien ai« da« Vaterland unk die Ein. und Äuowantcrung in und au« Aegypten binweist. » -'"Man siebt, wie die Etymologen schon im Altetkbum sonder bare Meinungen ausgeionnen- Weil bei Homer ein Volk crwäbm wirk, die 2'o/t iioi Solvmer, die er xvSfitmoi, d. b. bcchbcrübml nennt, II Z. v 184. ^>4. o.lvss. v. 283., und die Hauptstadt der Juden Jerusalem,.b. d. kü«'r»»olvvni, heißt, verbankcu sie digo, und glaubten, die Juten hießen eigentlich Solvmer. und waren da« von Homer dochberütuure geuanate Volk. Die Griechen kennten die« leicht, da sie Jerusalem teeoooivun nannten, und «,;>.>-- bei ibnen heilig beißt, so wäre Jerusalent so viel als Heiligthum der Solvmer. Sie bedachten also, nicht, daß 'iff>oaoii nn nur eine Veränderung de« semitischen iei. 6> La« Zeitalter de« ttöuigs Böcchoris (oder Asvchiö> wird gewöhnlich 8lk» vor der gewöhnlichen Zeitrechnung augege den. stimmt al'o nicht mir dem Auszuge au» Aegypten zl»Ä) überein. 7> La« Orakel des Jupiter Hammon lag auf einer Oase in der Wüste, westlich von Aegypten, welche die Araber Sabara bela »a neunen, d. b. Meer ebne Wasser. 8 Lateinische Floskeln! Notizen des Tages. Es ist natürlich, daß unter derk obwaltenden Umständen in Ungarn augenblicklich über dte.Emancipaüon der Juden Alles schweigt, da es sich zuvor über die großen Eristenzfragen Ungarns überhaupt handelt. Verhehlen kann man es sich jedoch nicht, daß im Ganzen die Stimmung der Ungarn gegen jene gerichtet ist, und versuchen die ungarischen Wortführer, die Juden mit einem gewissen Quantum abzusinden. Eine Confecenz bei dem Grafen Eduard Karolvi ist in dieser Beziehung schmählich ausgefallen. — Das preußische Herrnhaus har mir 74 gegen 35 Stimmen die Abschaffung des Judencides verworfen. - In Preußen werden die Gymnasien, Pcogymnasien, Realschulen und deren Vorschulen verhalmißmaßig von fünfmal mehr Juden als Christen besucht. — Der Kaiser von Oesterreich hat in das Herrnhaus auch einen Juden creirl, den Freihcrrn Anselm v. Rothschild, während in das Unterhaus zwei Juden vom Landtage gewählt wurden. — Die Nafsauifche Regierung hat in die beiden Häuser des Landtags einen Gesetzentwurf gebracht, wodurch der logenannnte Juveneid beseitigt, und dem Zeugniß eines Juden gegen einen Christen vollgültige Glaubwürdigkeit zugesprochen wird. - Auch die Kammer der Bayer sch en Reichsrärhe hat dem Anträge "der zweiten Kammer auf Beseitigung des Matcikelwefen« für die Juden, d. h. auf völlige Freizügigkeit und Gewecbefreiheit der Juden ihre volle Zustimmung gegeben. - Dsr König von Dänemark besuchte vor Kurzem die chemische Fabrik des Cammerzienratbs Hevmann, nahm daselbst ein Dejeuner ein, führte die Frau des Industriellen zu Tische, und lud denselben zur Tafel ein, wo ec ihm vis i vis sitzen mußte. — In das italienische Parlament ist jetzt noch ein fünfter Israelit gewählt worden, Herr Finzi. — In das Australische Parlament ist ein Israelit aus Melbourne;um Depulirten erwählt worden. — Man zählt jetzt in Australien 14 Gemeinden. Allgemeine Zeitung des Jude nt hum». No. 23. 1n>1. Leikende Artikel: Aus Bayern: Die Kammer der Reichsratbe. Schluß.) — Winke zu literarischen Arbeiten. — Historische Notizen von tA. Wolf. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Stuttgart Prrwßrn: aus der Mark, Berlin. Oesterreichischer Kaiser staal: Wien. Rußland: Warschau. Türkei: Magdeburg. Italien: Äu« Oberitalien. Korfu: Korfu. Zu beziehen durch jede» Postamt und jede Buchhandlung. Jädrlich 3 Thaler, vierteljährlich V* Thaler Verantwortlicher Redakteur: 1t. Nabe. ScrU| cei Saiafäftatr’« BAchhaMI»»» ix reippg — Drnd Mn S. Lreyfiag i»