Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 8 (1861)
- Issue
- 22 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 4)
- Language
- German
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88 ward, erging es auch unter den folgenden Königen, Amazia, Usta, Jdlkam und AhaS- .Hundert.und neun Jahre herrsch» ten sie über Juda, und vernachlässigten in diesem lange» Zeiträume, der auch politisch für Juda mit Stürmen und Mißgeschicken vergesellschaftet war, den Tempel immer mehr. Ja, Ahas schloß den Tempel zu, und baute an den der Straßen Altäre für syrische Gottheiten''. Um so nöthiger war eS, wenn nicht'ein gänzlicher Verfall einreten sollte, daß ein König, wie Hiskia, eine Verjüngung bereitete. Sobald daher E dieser gotte-fürchtige Regent den Thron bestiegen, schon im ersten Monate seiner Regierung, eroffneke ec den Tempel wieder, ließ ihn'ausbessern, versammeltr die Priester und Leviten auf einem öffentlichen Platze und befahl ihnen in einer rührenden Rede, sich zu reinigen und zu heiligen, den Tempel und die Vorhöfe zu: reinigen, und sich zu einer Entsühnung de- Volkes anzuschicken. Ader die Priester waren saumseliger, alS die Leviten. Wenige Priester waren daher nur fähig, daS Brand- und Sühnopfer am 16ten des Monars zu dringen, welchem der König mit den Obersten und Aelkesten beiwohnte, aber die Leviten standen in ihrer Ordnung, und fangen Psalmen; während des Opfers, ja selbst zum Opfern mußten die \ Leviten Hand anlegen anstatt der Priester. HiStia sandte j nun Boren durch ganz Juda, ja selbst nach Israel hinein, um tzie Israeliten zur Paffahfeier im zweiten Monat« auf-. zufordern, weil sie es im ersten nicht gekonnt. Doch in Israel sirnben sie nur Verspottung, Juda versammelte sich einmüthig, und so ward das Paffah mir einem Glänze gefeiert, wie es seit Salomon nicht staltgefunden. Von dieser Zeit an bestellte Hiskia die Adtheilungen der Leviten wie früher, und da sich das Volk entwöhnt hatte, die Erst-! linqe und Zehnten zu bringen, so gab er hierüber streng«! Befehle, und ließ Magazine anlegen, welche die Haufen der I Zehnten aufnahmen *). — Gleichen Gang nahmen die Be-' geben hei len unter den götzendienerischen Königen Manaffe und Amon, von denen der erste im Tempel selbst Altäre für Sonne, Mond und Sterne baute bis Jofia den Tempel und die Altäre wieder reinigte, das Paffah feierte, und den Dienst verstellte*,. Unter den übrigen Königen ging Juda politisch und religiös mit schnellen Schritten seinem Untergänge zu, bis Neduchadnezar den Tempel zerstörte und Juda nach Babel fthne (588j. So war das längst drohende Schicksal in Erfüllung gegangen, aus welchem Israel zwar nur in Trümmern, aber geläuterten HerzenS wieder hervorgehen sollte. ES war bestimmt, daß aus diesen Trümmern ein neues Ganze sich aufbauen sollte, das gerundeter und abgeschloffener wäre, als bas erste. Der zweite Tempel wurde (außer durch die Syrer ohne Verschulden Israelsniemals verunreinigt, niemals erblickte man um ihn Altäre der Götzen sich erheben -7die Rückkehrenden brachten zwar viele Unkunde, aber einen heiligen, strengen, durchgreifenden Willen mit. — AlsSerudabel unter dempersif'ften KönigeEyrus (536) nach. Jerusalem hinaufzog, begleiteten ihn nicht mehr alS. 2 Ehren. Kap. 28. 2) Sbend. Kap. 29—31. 3) Statt. Kap. 32. 33. 2 Kon. Kap. 21. 4) Ebene. K 34. 35. 2 Sön. Kap. 22. 23. 42,360 Juden; doch war dies nur der Anfang, späterhin muffen, wenn auch ohne geschichtlichen Nachweis, viel, im Laufe der Zeit den ersten gefolgt sein. Unter diesen waren 4289 Priester und nicht mehr alS 341 Leviten, von denen 139 zu den Thorwärtem und 128 zu den Sängern gehörten'). Diese vertheilen sich in die Städte, dis sie zum 7ten Monat in Jerusalem zusammenkamen, und einen Altar zum Brandopfer errichteten, zur Feier des Laubhüttenfestes. Im zweiten Monate des folgenden Jahres (535) aber begannen sie die Vorbereitungen zum Tempelbau zu treffen, und stellten die Leviten zu Aufsehern an. Als der Grund gelegt ward, standen zwar die Priester mir Drommeten und die Leviten mit Cymdeln dabei, aber in die feierlichen Klänge und in das Jubelgeschrei des Volks mischten sich die Thränen und Wehklagen derer, die den ersten Tempel noch gesehen *). («a-iuß folg,.' li E'ra 2. 2 Ebcnt. X. 3. Rechnungsabschluß des Instituts zu Förderung der israelitischen Literatur aus 'einem 'erbsten Jahre (1. Mai 186«« bis 1 Mai 1861>. lfinuahmeseinichl.Rest vom fünften- Jahre) .: . 6078 Tblr. 11 Sgr. 3 Pf. Ausgabe: Papier, 2atzu. Druck 26!«4Tblr.3 2gr. 9 Pf. Honorare, Subventionen u. Eorrccturcn 1694 ,« 1 * 3 * Perwallungskosten . 530 - — - — * Duchbrnderlobn. . 215 - — - — - PeriendungSkosten, Porti, Drucksachen u. Diversa .... 524 -.27 - 10- 5658 Tblr. 8 Sgr. 10 Pf. Ueberschuß zuHsnden de« Xa'firers8umm!t 420Thlr.8Sgr. 5 Pf. Lämnuliche Rechnungen mit den Belegen für richtig befunden- Magdeburg, den 14. Mai 1861. Carl /rirdeberg. M. $. Kaufmann. Aleri Kirsch. . - - * Allgemeine Zeitung des JudenlhumS. No. 21. 1861. Leitende Artikel: Stahl und der Judenneid. — Die englische Judendekehrungsgefellschaft uud der König von Preußen- — Aus der Türkei. - An die Staatsreoierung Sr. kaiferl. Hoheit des Sülkanr. Aus Bayern: Die Kammer der Reichsratbe. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: München, München. Lesterreichifcher Kaiserstaat: Gattendorf, Pestd. aus dem Tokavergebirg«, Tefchen,Agram. Die Schweiz: Lber-Sneingen. Dänemark: Kopenhagen. Serbien: Belgrad. Amerika: Sau FrauSciSko. Italien: Turin. Afrika: Tunis. Tunis. Australien: Au« Australien. Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Thaler. Verantwortlicher Rebackeur: K. Rabe. Verlag von Bau» g«i rtuer'S Burdbaudtuug iu Leipzig. — Druck «o, G. Srevli »g i» Leipzig.