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Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 11 (1861) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
11 (1861)
Date
1861-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. Zur j Retehrung und Unterhaltung aus jüdischem Hebiete.^ , Herau«gegebeu von Rabbiner vr. Ludwig Philt-Pso« in Magdeburg. lNo. 11. 1861.] 8on dieser ZritsckriN rrscheiit »»che«trtch ei»e »«»»«er. Prrt« d«»- Jahr-, «aag« 1 Lhlr. Bimrljahris 7 Jf Hgt. Llle VuMwelaagai, Po-ä»lcr »nd Zeinn»g««rvrdinone» u»h»e» Beftea«»Ae» a». s8. IsKrg. 1. churrtrl.] Tod zweier ftaazöfischer Offiziere israelitischen Glaubens. Zn den Reihen der französischen Armee zeichnen sich Israeliten oft genug auS, und wir hatten vor Kurzem daS Vergnügen die statistisch« Notiz zu bringen, in welch' unverhältnißmäßiger Uederzahl französisch« Israeliten den OffizirrSrang in seinen^^fchiebeneu Graden erhalten. Kür unS in Deutschland, insoäderS auch in Preußen, ist dieser Nachweis noch immer von großer Wichtigkeit. Dies veranlaßt unS auch, dem Andenken zweier ausgezeichneter Offiziere, französischen Blättern folgend, einigen Raum zu gewähren. Der Commandant Aron*). Bor Kurzem vereinigte, wie man auS Oran schreibt, eine traurige Ceremonie vor dem Thor« von Saint- Andre die Offiziere der Garnison und die Repräsentanten alltt Elasten der oranesischen Bevölkerung, ohne Unterschied der Abstammung und deS Glaubens. Ein solcher Aus mmmfluß laßt sogleich den Mann, dem dies galt, erkennen. 8eon-Alexio Aron, EScadronSchef der zweiten Compagnie der Spahls, Ritter der Ehrenlegion hatte, ehe er zu Tlemcen um 21 December im Alter von . 48 Jahren verschied, verlangt, daß sein Körper auf dem istaelitischen Kirchhof zu Oran beerdigt werden solle. Sein letzter Wille ist auSgessthrt worden! und seine Leiche traf am 26. bei Tagesanbruch in Oran unter dem Geleite einer Adtheilung SpahiS ein. Die Nachricht von dem Tode des EScadronSchef Aron hatte alle seine zahlreichen Freunde zu Oran aufs Schmerzlichste betroffen, die besten Eigenschaften alS Bürger stwohl wie als Offizier, der feine längste Dienstzeit in Oran verlebt, zu würdigen wissen. AlS FoUeier einem leichten , Infanterieregiment ln der Garnison im Mutterland«, opfert# ’ Aron seine EpauletkeS, um als einfacher SpahiS die Beschwerden der Armee unserer schönen Colonie zu theklen. Seine ganz« militärische Carriere gehört, so zu sagen, unserer Provinz an, ln welcher er alle seine Grade und das Ritterkreuz der Ehrenlegion errungen. Bei mehreren Affatren bethetligt, that er sich immer durch seinen Eifer und feinen Muth .in den Expeditionen und den ihm anvertrautea Aufträgen hervor. Gut und großmüthig, besaß er im höchsten Grade ein Pflichtgefühl, nach welchem er immer mit aufrichtigster Bescheidenheit handelte. Jetzt nun, nachdem er mit Anstrengung seine Stellung errungen, nachdem er die Stühe feiner Familie geworden, in dem Augenblick, wo er »ach treu erfüllter Pflicht darauf rechnen konnte, bald die Früchte seiner Kämpfe und Anstrengungen zu genießen, »fußte eich frühzeitiger Tod ihn seiner untröstlichen Familie und feine« Freunden entteißen. All« seinem Range schuldigen Ehren find ihm erwiese« worden. Der Trauerzug mar durch die Herren Daderjt und R affi, Lieulnantv in demselben SpahiScorpS, Schwager und Schwiegersohn de# Verblichenen angeführt. Der Großradbiner fuagirt« und alle Glieder des ConsistoriumS waren bei dieser Leichenfeier ■ anwesend. | .. Auf dem Kirchhof angekommen, wurde der Sarg unter der Halle niedergesetzt und Herr Großradbiner Tatzen hielt mit bewegter Stimme-eine Rede, welch« wiederzugeben unS der Mangel an Raum behindert. „Das Leichendegängniß des' Commandanten Aron," sagt daS Lebo d’Oran, daS uni diese Details bringt, „hat den eingeborenen Israeliten ein für sie nr,«S Schauspiel bärge, boten. Die Einem ihrer Glaubem genossen dargebrachten Ehren haben ihr Verlangen nach den R« chtea eines französischen Bürgers steigern müssen. Sie hahm gesehen, daß Kinder Frankreichs ohne Unterschied des Glaubenallesammt die nämlichen Bortheile, dieselben Auszeichnungen genießen, wenn sie sich deren durch einen ehrenhaften Lebenswandel und geleistete. Dienste würdig gemacht haben. „So sahen wir denn auch die eingebornen Israeliten sich um die Ehre streiten, den Sarg, der die leblosen Ueberreste ihres Bruders einschloß, tragen zu bÜrfen, und dies mit einer Hingebung und Lied», die man bei ähnlichen Gelegenheiten immer bei ihnen ankrifft/denn ihre Achtung vor den Tobten ist in ganz desonderm Stade vorhanden. , „An diesem Tage ward uns Gelegenheit, die Tiefe der Lräber auf dem israelitischen Kirchhäse zu bemerken,-aiyd Wir müssen bekennen, daß diese Arbttt dort»s«hr gut und mir vieler, relihiöserr Hingebung verMiet wird." Ader was VaS oranesifche JooeNU nicht bemerkt, ist, daß der brave Offizier, dessen Skrtaft wir soeben beklagten, zu Metz auf der Rabdinerschnle ei« Amfbahn begonnen hatte, die er so frühzeitig unter den Waffen und kn Afrika vollenden sollte. •) Ksl dem Arcb. israeL de Fr. Februar Heft.

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