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Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 9 (1861) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
9 (1861)
Date
1861-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Vvlksblatt. 3« Belehrung und Unterhaltung aus jüdischem ZeKiete. H«au-gegede» von Rabbioer vr. ^,dvig Philippson in Magdeburg. sNo. S. 1861.1 v»> di ein i»a<» ' ft Zeitschrift ericheint »«chouich ri« Prew de« J»d,. rn . j, , , ■» *&sbssjääs ssassrs: *Ä l8- 1- <uwW-J Predigt bei der Gedächtnißfeier für König Friedrich Wilhelm IV Maj. in der Synagoge zu M agdebürg am 17 Februar 1861*). Bor der Predigt. Melodie: Rr. 5 de« Neinr» «tatl. atfeagbiA*. Auch durch König-sLle schreit« Dumpf und schavervoll drr Tod, Bl« er schwarzen Flor gebreit« Auf de- Thrones Purpurrvth — Schatten wird de- Herrscher- Macht, Schatten seine goldne Pracht. An dem Lönigsgrabe stehe» Millionen trauernd dann, Bidurch stiller Seufzer Wehen Bricht der Ruf de- Schweigen- Bann: Was ist, Erde, deine Pracht? Was ist, Menschen, Eure Macht? Der Millionen har geboten, Eisenheere hat geführt, Ach, er zählt jetzt zu den Tobten, Bon de- Mod«« Hauch herühn — de- Angedenken« Macht Setzt ihm eine- Denkstein« Pracht. Andächtig Versammelt«! j Hi-d 21, 32. 83. heißt es: „Sr wird getragen zu ’ den Krädern, bald wölbt der Grabeshügel flch — sanft. feien ihm de- Thales Schollen! Jhü» folget nach all Volk,! und vor ihm ohne Zahl." j Brauchen wir da zu ftage«: wer ist e<, d« zn den! Gräbern getragen, Über den der Gradeshügel gewölbt wird? | „All Volk" ist es, das dem Trauerzuge folget, ihn umdrängt, ihm selbst voran zur Stätte der Gruft eilt, „all j *) Die Synagoge war unt« Leitung d« vorstehn Herrn, A. Spir und F. Falkenburg höchst imponirrnd und ge» j schmackdoll, dem Tage angemessen, schwarz decoritt, während die > heil. Lad«, d« Tisch und die Kanzel weiß, wie au deu 2 * tf i kleidet waren. Ein schwarz« Katafalk ia d« Mitte d« vyuagoge trug «in «eelenliche. Dem Dünsche viel« Auhör« entsprecherw, > theueu wir au«uahm-weife eiu« Predigt ia dwse» Blatte mit. I > Die Rehaetiou. j Volk", von dessen Lippen der Ruf tönt, „sanft seien ihm des Thales Schollen!" — wir stehen, Andächtige, wir stehen mit den Worten des heil. Dichters n*iap bs am Grabe des König» — wir stehen heute, wo daganze Preußnivolk seinem dohingeschiedenea Könige die gottesdienstliche Trauer feiert, tm Geiste am Grad« des Königs .... Wohlan, so kam» die Aufgabe dieser Stunde, so kann der Inhalt unsrer Betrachtung nichts Anderes sein, als den Gedanken 7!ktd Gefühlen, die an «in« solche» Stätte unfern Geist «Men, Worte zu geben, fie uns durch bas Worts zum Bewußtsein zu dringm. Wir stehen, denken und fÜhlM am Grabe des Königs^ zuerst als Menschen. I», mein« Freunde, lass« uns vor Allem Menfchkn fein, «echt« Menschen mit dem geöffneten Herzen, mit dem geraden Geiste, mit d« ganzen Fülle beffen, was am Mensche« hoch, edel/ erhaben, göttüch ist! Und wem strömt' es dä nicht aus jedweder offnen Gruft entgegen w« Du auch seist, Menschenbrud«, Menschenschwester, dessen rodrer Leid diese Gruft ausfüllen soll, nimm Vkr wehmuth-vollen Gefühle meines Herzens,— nimm eine Trauerzähr« als eine Todrengade, als ein Opfer des Lebens an den Tod mit Dir in das Grad — Du hast gMmpft, und Dein Sieg ist der Tod, Du hast gelitten, und Dein Lohn ist der. Heimgang; Du hast gehofft, und Deine Erfüllung ist Dein Ende auf Edden; und all das Wühlen Deines Geistes, und. all das Klopfen Deines H«rzens, all Dein Wolle» und Streben und Ringen — es ging auf in das -7- Aufhören hieniedea — wer Du auch feiest: was Du gethan, was D» erreicht, was Du vollbracht: wie Du bist, bist Du nur ein Bruchstück Deiner selbst, ei« Theil Deines Ganzen, mit Wunden, Narben. Brandmalen, abgerissenen und abgestorbenen Gliedern: also kommest Du in das Gradln— und nun am Grabe eines Königs. Ein König! der an der Spitz« von Millionen * gestanden, erhöht üb« Millionen, in dessen Hand das Geschick etneh großen Stn-tes, eines mächtigm Volke« gelegen, und durch seinen Staqt, sein Volk die Einwirkung auf bas Geschick des ganzen Deltth«ils, d« ganzen Menschheit; eia König, — ich »reche von jedem König — der erzogen worden mit dem Blick auf den Thw», in d« Fülle menschlich« Herrlichkeit, nm all dem Adel, all dem Stolze, den ein Thron verleihe» muß! umgebe» Häher»«» veynchung, _ Verlockung; der regiert, umringt p« Schmeichlttn und Heuchler», dt« ihn »«rgötterh, um belohnt zu werden, seinen

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