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Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 8 (1861) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
8 (1861)
Date
1861-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksblatt. Zur —! Belehrung und Anterhattung auf jüdischem stekiete. > Herauegegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philiflpsou in Magdeburg. lNo. 8. 1861.1 Von tiricr Antichrist «chcirnt «öcherntlich cur« K»««er. Prris dr« Arhr» ga»»« » TÜr. VierretjLhri« 7 % Stgr. Uc (hukWxtüu^ra „ PviUrnner nab Aar»»,«r,»«dm»»r» ,«h»e» BctcBmafcm. am. [8. Irckrg. 1. Quartal] Etwas über den Instinkt*). Zn der Thal war die psychische Begabung der Thiere, di« wir mit dem Namen Znstiakt bezeichnen, zu allen Zeilen ein Gegenstand de« Anstürmen«, und di« Denker wandten sich der Untersuchung desselben mir tiefstem Interesse zu, ohne, wie eingestanden wird, über die Rarur und die Bestimmungen de« Instinkt« zu einem befriedigenden Er» gedniK gekommen zu sein. Zn früheren Zeiten wurden die Gewohnheiten und SeelenkrLfte dieser dem Menschen unter» geordneten Wesen nur mit flüchtigem Auge beobachtet; erst später ging man an ein« gründliche Erforschung der Erscheinungen de« thierischen Leben«. Mau hat maachelei Definitionen fiu die instinktive Thätigkeit; sie sind aber bald zu weit, bald zu eng, und meist her Sache inadäquat. Einige Schriftsteller begreif« unter Instinkt alle Gewohnheiten und Thätigkeiten, die allen Individuen einer Gattung gemein find. Gemäß dieser Definition ist fast jede Wirkung de« Thierleden« instinktiv. Allein die Idee instinktiver Thärlgkelr ist eine weit beschränktere: sie ist vielmehr nur eine solche, die, ohne daß Unterricht und Erfahrung voraageaangen, nicht zu unmittelbarer Befriedigung de« Bedürfnis^», sondern zur Erreichung irgend eine« darüber hinau« liegenden Zwecke« vollbracht wird. Die Bezeichnung „Instinkt" auf die regelmäßige und unwillkürliche Bewegung der leidlichen Organe, wie auf den Herzschlag und da« Athemholen, anweudea, ist offenbar eine zu weite Ausdehnung de« AuS-ruck«, nach seiner gewöhnlichen Auffassung; denn auch Pflanzen verrichtea diese organischen, rein mechanischen Functionen. „Lei der unttrsten und einfachsten Elasse erregter Bewegungen", sagt Zohaaae« Müller, „erscheint da« Netvensystem nicht der heiligt. Sie entspring« au« Anregungen, die unmittelbar auf die Mu«keln wirken und deren Eontractidilität erregen. Augenscheinlich haben sie denselbea Eharakttr, wie die Bewegungen in den Pflanz«." So wird da« Herz zum Schlägen erregt durch die unmittelbare Berührung de« Blute« mit dem MvSkel. Di« Kluger de« schlafenden Kinde« schließ« sich unter der sanften Berührung de« Hand, teller«. Auf dieseL« Weis« erhascht die See-Anemone ihre Beute, oder wa« sonst ihre Fühlfkb« berührt. Allein diese-Lewegung« an sich find so weit entfernt, di« Thätigkeit eine« instinktiven Princips anzudeuten, daß sie vielmehr nicht «Inmal den Beweis thierischen Leben« abgeben; denn *) Au« The Atlantic Monthly nach dem Mag s. Lil. d. Ausl. eine ganz ähnliche Kraft besitzt die Be nlu «-Fliegenfalle (dionaea imtscipula). Zn den thlerischien Organismen wird eine ganze Elasse reflectiner Tätigkeiten nicht durch unmittelbaren Einfluß, sondern unmittelbar durch die Nerven und de» Rückgrarstrang erregt. Solche Thätigkeiten sin» vom Gehirn völlig unabhängig; denn fie kommen auch bei Thieren vor, die entweder van Natur kein Gehirn h«ben, oder die desselben gewaltsam beraubt worden. Wie wun^r» bar auch diese Functionen de« organisch« Leben« sehr mögen, mit dem eigentlichen Instinkt haben sie keine Verwandtschaft. Wollte man diese Operation« auf dieselbe Quelle zurückführen, au« welcher der wunderbar« Znßinkt entspringt, der den Vogel bei seinem lang« Wanderflug, oder beim Ban seine« Neste« leitet: so würbe man den Vogel zu einer seltsam eonstruitten Maschine mach«, die durch Außen«,»» 4 drücke auf die GefühlSnerv« in Bewegung gesetzt wird. Mitunter wurd« diejenigen Thärigchit« als instinktiv bezeichnet, die au« den Begierd« und! Leidenschaften her» Vorgehen, und man führte sie ohne Swetftl deshalb auf den Instinkt zurück, weil ihn« bet Eine Eharaktequg desselben beiwohnt: sie werd« ohnevorangogangeMN Unterricht vollführt. „Allein", sagt Professor Bawev. „in einem sehr wichtig« Punkte unterscheid« sie ftd)lfm den Instinkte», die man gewöhnlich der mmfchlichen Vernunft entgegensetzt: die Gegenstände,, auf die sie! sich richten, find die letzt« Zwecke; wahrend Her Instinkt die Thiere lehrt, manche Dinge zu.verricht«, die nur al« Aiittel dien«, irgend ein femtte« Ziel zu erlangen.!" W«n der Schmetterling d« Saft au« fein« LiedlingSdlnm« sangt, so begegnet er damit einem augenblicklich« Bedürfnis feiner physisch« Natur; wmn er aberohne Aussicht auf Genuß, der blüth«lofm Stande zufliegt, um auf die Blätter derselbe», al« die Lngmiessenste Nahrung für seine noch uageborene Nachkommenschaft, seine Eier abzulegenr so walket hier durchaus kern Einfluß eine« Verlang«« zu unmittelbarer Befriedigung der Sinne, solidem irg«d ei» dunkler An- - trieb leitet ihn, für ein künftige« Ding zu sorg«, zu dem er in der Geg«wart nicht d» geringste Beziehung hat. Beobacht« wir di« Bewegung« der Biene, wie fie zuerst au« ihrer wächst«« Wiege heran«kom»t, so'seh« wir un« g«öthigt, bei ihr ein« wirk«d« Einfluß anzu» erkennen, der zwar der Vernunft unähnlich ist. allein weder mit der Begierde, noch mir irg«b welchem mechanisch« Princlp de« organische« Lehen« etwa« gemein har. Von der Dad« sich erhebend und sich mir ihren zart« Füßch« ftsthaltmd, glättet die junge Biene »nnderdnr geschickt di« Schwing« zum erst« Fluges reibt ihr« Körper mit d«

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