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Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 1 (1861) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
1 (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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X *' Leibaru des Xaiür« Ferdinand I. war der bekannte LaziuS. L. über diesen aucd un'ere lAcl»ikbte der iirael. EulkuSgemeinde in Wien C u r i o s a. Lazarns Hebräer, Leibarzt der Kinder des : Kaisers Ferdinand l. Eine' historiilbe Notiz von G. Wolf.*) Der Leibarzt der Kinder des Kaisers Ferdinand l. war ein Jude Namens Lazarus'*), und wir führen hier das ihm ausgestellte Empfehlungsschreiben deS k. k. Hofmeisters Freiherrn v. Thurm an: „Den wolgeborn, Edlen, strengen, vesten, eisernen, fürsichtigen, vndt weistn N. allen Haubrleiztben, Pflegern, Landrichtern, Richtern, Burgermaistern, Reken, Verwesern, Aellnern, Mautnern, Gegmschreidern,. Ambtleuken vnd Gemainden, waS würden vnd standtS die stin, so hiermit diese Fürschrifft ersehen werden. Embiet Ich Veit Freiherr v. Thurm vnd zum Kreuz der Römischen k. Majestät rc. Bon vnd derselben liebsten Römischen k. Kindern Obersthosinaister mein willig Dienst vnd freundlich grüß vnd gueten Willen zuvor. Lnd füg Euch zuvernemcn, das sich der hochgelert diser gegenwerlige Lazarus Edraer der Arznei doctor dey den hochgedachten k. Khitchern, Hofgesinde, Edlen vnd Vnedlen, wo jnan seine Kunst vnd Arzeney notturfftiq gewest, gehorsamblichen vNd tugentlichen brauchen hatt lassen vnd seine Kunst vnd Arzeney ainem yeben wilstg vnd gerne mittstilt auch gesund halber wol ersprossen. Demnach ich Zme zu fuerdern sonderlich geneigt bin. Damuf ist an Euch all gar vnd ein »eben in soaderheit ln waS würden vnd Stands der ist mein vleißigeS vnd freundlich bitt, die wellen gedachten LazaruS Ebrayer vmb Zn diesen Tagen (n-:^ "*n 'v) beging zu H. ein Freund Don uns daS 50 jährige Jubiläum feines Bar-mizwah-TageS. Ec har das seltene Glück, feine Mutter noch zu besitzen, und daS noch seltnere Glück, daß sie im ihrem hohen Alter noch ebenso rüstigen LeibeS wie Geistes Vt. mit noch scharfen sämmllichen Sinnen. Mutter und Soflzf, von Kindern, Enkeln und Urenkeln begleitet, gingen in die alte Synagoge — es sind mehrere an jenem Orte — und setzten sich auf dieselben Sitze, die si, vor 50 Zähren eingenommen. Die Mutter heißt tvs, und *fo war es ein schönes Zusammentreffen, daß beim fröhlichen Familienmahle der Sohn der Mutter qßst Toast ms —n wünschen konnte — 127 Jahre! Wir theilrm neulichst einen Fall mit, daß das Appellationsgericht einen jüdischen Eankor, der wegen HeirarhS» stiftenS zu einer Geldstrafe verurtheilt worden, frei gesprochen. Der Staatsanwalt appellirte hiergegen bei der dritten Instanz, und das Odcrtridunal vernichtete das Urthell der zweiten, und bestätigte daS der ersten Instanz. So muß der arme Cantor die Straf« zahlen. DaS Odertribunal meint. ffine Jtuw «.schicklich«.» m*m frinn»! JLV B-girn n,d, mit gn.-ug tmd gü«stig zs.d.n.ng >rn,°hl.n! §» 'N-H-'.- -d>. auch .m .S.schaft - ms°f.m du.g..uch. d-b»>. damit S. m.i«.r zütschtifft d.« Sur ,.d.n fntcht- «-'h°u-'ff' fi« 9*o«n.t w.tdm Eh.sttft.n s.. d.mpatliU) iu grni.fen rnipfint. will ich °°n Euch all.! a”'T «-»"b-st-U'r dafür ,ahl.. °n» alrnm y.d.» m sond.rd.it «lnßig °..di.°.n »nd q°r! L' l>rafs-Dz. - r», ,ud,fch.n w.rd.n ftnindtlich b.schuldm «nd da« ,n 'dun «.rst.hn>. Mit! f»S.Ni w°durch sind ww n«n g.schudti Uxtzjtnd dieß Briefs vnd mein fürgedrucktes Pedfchast. Geben zu PnSpruqg in der k. Purgen 6. Tag deS Monars May im 34 Zar. D. v. Thurm, Freyherr »nd R., k. k. Hostnaifier." Zn dem Privilegium von Kaiser Ferdinand, Speier ) An«: Dien. Medizin. Wocheaschr. Ro. 47. ) ES ist oicbt bestimmt, wann die Wiener Umperfitat das nur unter solchen Personen, von denen Denunciatioa nicht zu fürchten habt. Ei, stiftet Ehen Ihr eine spatere Anekdote. Ein Pole sagte: Zn B. machen die Leute oft in der Sterbestunde fromme Stiftungen, während sie im Leben nichts geben wolle«. Das ist, wie wenn ein Kosak einem Recht! erhielt, jädischeUerzre znr Promotion zuznlaffea. (S. Kink. Feinde die Lanze auf die Brust setzt und ruft: Dein Gelb Geschchte der Universitär.) Wahrscheinlich war diese« 'zu asten Zeile > außer Frage gestellt. Die medizinische Facvltat Nagt zwar 1608 gegen jüdische Lerztr; im Allgemeinen ist ste jedoch tolerant gegen! fle. ES kann zugleich bemerkt werden, daß den in Wien , and Prag promovirteu jüdischen Aerzten die sogenannte Toleranz' für fcea Aufenthalt in Wien bewilligt wurde. ES liegt vuS eine' der «Mg« Bewilligung für heu in Prag promovirteu nieckieione vr. Elia» Hirschfeld, d. d. 20. Sept. 1799 vor: Dieser war Arzt im biefigeu israel. Epitale. ns«he Aerzte, welche in Italien prakriciren wollten, mußten die Bewilligung dazu erhalten.' St liegt uu« vor die von Papst Gregor XIV. (11. Aua. 1591) für de» in di Potta Leon,, Lsfaffer von Conailio medico „ ijx*t de anno. Dies« schrieb auch iu hebt. Sprache ein berühmte« Archäologische« Werk ^Sch^e hagiborim. her! Der Feind sagt: H«r, ich will Euch daS Geld schenken. Allgemeine Zeitung des JudeuthumS. No. 52. 1860. Leitende Artikel: Wichtige Personalveränderungen.— Die Petition und ihre Widersacher. — Die Echulpflichtigkeit für die israelitische ReligioaSschllle in Preußen — Historische Notizen von G Wolf— Stnnmen aus Rußland, insooders Bolhyoie». (Schluß.) — di« ztab Zeitungsnachrichten: Preußen: von der Od«, Just«, bürg. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Die Schweiz: Au« dem Aargan. Donaufürsteuthümer: Au« der Wallachei. Rußland: Mitau. Zn beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich S Thal«, vierteljährlich X Thal«. B«aut»ortüch« Redaeteur: &. Pststhe. 9nU| »o» V«,»,rrt»er'S «nchtzairta», t» »eio^K. — Drack »o» G. Nrepfi», ia r«tp»i«.

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