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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 44 (1860) · p. Seite 175

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
44 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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175 Mose s knüpfen. Unsere Leser werden es gern sehen, wenn wir sie hier, wie sie Frankl wiedererzShlr, jener schönen Schilderung entlehnen. Der bestrafte Angeber. AlS Mofe's Mutter das Kästchen bestellte, um ihren Knaben im Nil auszusehen, damit er vor den Bluthaschern dcS Pharao gerettet werde, eilte der Tischler, der das Kästchen gefertigt hatte, usti die Mutter, und da» Kind anzugeden. Da er vor die egyptifche Polizei kam und reden wollte, war ihm die Sprache genommen, die er zu Hause angelangt wieder fand. Er eilte sogleich fort, um seine Denunciation anzubringen; aber eS erging ihm das zweite Mal wieder so, und auch, alS er den dritten Versuch machte. Beim dritten Heimgang fühlte er seine Augen erblindet und er stürzte in einen Brunnen. Möge es allen Angebern so ergehen, ob sie arabisch sprechen oder — deutsch l ' ' 3m Brunnen aber bereute der Mann seine böse Absicht und als Mose sein Volk zu befreien auftrat, verehrte er ibn der Erste als Propheten Von ihm sagt der Koran: „Ein rechtgläubiger Mann aus Pharao'S Geschlecht." In glühenden Kohlen. Die Mutter Mofe's mußte sich eine» Geschäftewegen vom Hause entfernen und übergab da- Kind in der Wiege seiner älteren Schwester zu hüten. Bald darauf erschienen oie Abgeordneten de» Pharao, um da- Haus zu untersuchen. Das Mädchen warf die Wiege sammt dem Kinde in den Kohlenherd. Die Männer hoben, Alle» durchforschend auch den Deckel vom Kohlenherde ab; es schlugen ihnen aus demselben Flammen entgegen. Als die Mutter heimkehrte und da- Geschehene vernahm, stürzte sie in tiefster Seelenqual schreiend zum Herde, um die verbrannten Reste ihres Kindes zu sammeln. Das Kind aber lag lächelnd in den glühenden Kohlen und spielte mit ihnen, als wenn es Rosen wären. Heilende Kraft. Die arabische Legende erzählt das Finden des Kindevon der Pharaonentochker wie die Bibel, nur nennt sie den Namen der Prinzessin, welche Asia hieß und den Namen des Pharao, welcher ein Sohn Moßab» Welib gewesen. Die Prinzessin war aussätzig und wo der Speichel de» Kindes, wenn sie 'es küßte, sie berühtte, wurde sie heil. Sagura. Als Mose den Egyptier schlug und nach Midjan flüchtete, befahl der Herr, daß ihn die Engel Gabriel und Michael begleiten. Als schöne Jünglinge wandelten sie an seiner Seite und erheiterten ihn mit sinnigen und anmuthigen Gesprächen. Mose erkannte sie als Rechtgläubige und freute sich ihrer Begleitung. Als die Nacht hereinbrach, verschwanden sie von seiner Seite und Mose legte sich schlafen, einen Stein zu seinem Pfuhle nehmend. Am Morgen erwachend, sah Most erstaunt «ine weiße Stadt im Sonnenlichte, aus deren Thor Herden zogen, um an einem Brunnen getränkt zu werden. Mit einer Schafherde zogen noch zwei Mädchen, die Töchter des Propheten Schoaib, dessen syrischer NameJechro war. Mose grüßte sie und fragte, ob denn die Stadt nur diesen einen, fern gelegenen Brunnen Hades Al» ihm die MLdck^en antworteten, daß wohl ein viel näheh gelegener Brunnen vorhanden, aber seit Jahren durch einen tolö^len Felsdldck verschlossen fei, erwiederte Most: „ Ich will ihn weg heben mit der Hülfe des Herrn." Di« Mädchen sägten: „Nich^ hundert Männer.können das vollbringen!" Mose ließ sich zu dem Brunnen fuhren,' legte seine Hände an den Ftlfenblock und sprach: „Im Namen des starken Gottes!" ^nd hob ihn empor. Dse Mädchen dankten dem Fremdlinge und zeigen heim.; das eine rühmte die Kraft, das andere die Güte tes Fremdlings sind Beide stimmten in dem Gedanken üb rein, daß ein fo!kraft- und gütevoller Mensch den wahrer Glauben besitzen müsse. Schoaib, über die! frühe Heimkehr der Töchter verwundere, befahl, als er den Grund vernommen hatte, bet älteren Tochter Sagura noch lein Mal zum Brunnen zu gehe» und den edsen Fremdling in sein Haus einzuladen, uch an ihm dankdate Gastfreundschaft üben 'zu könyen. i ' Sagura fand Mose noch am Brünnen unh lud ihn in ihres Bater» Haus. Sie ging dem Gaste voran, er folgte ihr mit gesenkttn Augen. S^tan beschloß d^n Propheten zu verführen j und ließ einen -^rurm wehen, der die Gewänder zerrend, hie Schönheit Sagura'» enthüllte. Mose bat das Mädchen: „Lasse mich vdran gehen, dhr.Sturm lüftet den Vorhc ng deines Harems und ich will keine Krauengeheimnisse ers'ähen." Schoaib erkannte an dieser verschämten Enthaltsamkeit den Gläubigen des Hechn und gab ihm nach siebmjährigem Hirtenvicnste Sagura Hum Weibe. ' Her Wunderftab. Jnl Mose erwacht^ nach Jahren das Heimweh, urid die Sehnsucht nach seinen Brüdern in Egypten. Er suchte unter dfn Hirtenstäden, die schoaib besaß, einen der stärksten, der einien zweihörnigen ®ciff hatte, aus und trat seine Reist »rin. -! ' Gehabe diesen Stock hätte Schoaib von einem in Menschengestalt wandernden Engel "erhalten, und er machr^ sich auf, uni Most zu erreichen und den Stab von ih^n zstrückzufordern. Mose verweigerte die Rückgabe und ein erscheinen rer Engel wurde von ihnen zum Schiedsrichter gewählt.- Dieser sprach zu Most: „Wirf den Stad weit weg vou dir und derjenige von Euch, »er ihn wieder! aufzuheben vermag, dessen sei der Stab." . Schoaib versuchte «S zuerst, aber der Stad lag wi« «ine granitn« Säule schwer ^utf der Erde und er vermocht« ihn nicht at^fzuheben. Da griff Mose nach dem Stab«: und schwang, ihn leicht empör und wanberre nunmehr ungehindert weiter. - Die!' ist der Stab,! mit welchem der- Prophet hrätet alle seine Wunder bewirkt hat- Iuffuf's «rab. Als die Juden au^ Egypten zogen, erinnerten sie sich der Worte, die der sterbende Juffuf zu seinen Brübem sprach: „Wenn Euch Gott aus diestm Lande befreien wird, so führet nieine Gebeine vdn dannen." Niemand aber mußte mehr ui^t das Grab Jüssust in-einem Lande, wo der Sand der Wüste die Grabdenkmale verweht, oder der Schl.-mm Hs Nils sie unsichtbar, macht. Ein, alt, Egvprittin, die

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