Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 44 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisch rs Bolksblatt.; Z°r | Ketehrung und AnlerhaNung auf jüdischem gebiete, Heraasgegebea von Rabbiner vr. Ludwig Philipps»« in Magdeburg. lNo. 44. 1860.] Von dieser gaug« eser -jeitsckriil erschrt»! wdchoUich ei« 1 Thlr. Bienrlj-idrig 7 U Ngr. Alle anb Aeir»»ß»crvediri»«e» nehme» Vtu4nner. Preis des Uahr- Puchba»dUl»ge», Pofttimrer I«»zeo a». „ [7. Jahrg. 4. Quartal.) Aus Dem Scheiterhaufen. Kategorische Antworten an die Gegner de« JudentbumS.! Nach dem Französischen de» Alexander Weil!. < Schluß au« Ho. 43.:! Wenn also unsre Vorfahren Millionenweise für ihren. Glauben gestorben sind, so haben sie eher alle Qualen er-! duldet, al« dem Rechte de» Stärkeren nachzugeben, als sich , vor einem Götzen zu beugen, der überall und immer da» Sinnbild der Ungerechtigkeit ist, ein Grund mehr für jeden Israeliten, mir Freuden eher auf sein Vermögen und sein! Leben zu verzichten, al» da» Christenthum al» ein neue« ’ Gesetz außerhalb de» mosaischen Gesetze» und darüber hinau», anzumhmen; denn Alle« wa» dem Inhalte de» letzter« widerspricht, widerspricht zu gleicher Zeit der menschlichen Vernunft. Da» Christenthum verdankt sein Dasein den Juden, welche Grundsätze de» fundamentalen Ideal» von Mose» und den Propheten prorlamirt haben. Die Christen sind1 von den Juden bekehrte Heiden. Die stolzen Spanier, Italiener, Franzosen, Deutsche waren golhische, ostgothifche, gallische und sächsische Heiden, Kinder de» Materialismus, Söhckb der Gewalt und de» Recht« de» Stärkeren, da» Haupt vor den au» Jerusalem und Damasku» kommenden Juden beugend. Ohne diedie mosaischen Menschenrechte verkündenden Juden würden diese Völker noch in der Sklaverei schmachten, denn ausgenommen einiger Familien, die sich Patririer nannten, waren neun Zehntel der Völker Sklaven. E» giebt keinen da« Gesetz Mosis kennenden und üdendm Juden, der vor einem christlichen König« zu erbleichen brauchte. Die Vorfahren diese« König« aßen in ihren Wäldern noch Wurzeln, al« die Väter der Juden schon an der Spitze der Civilisation standen, und Recht, Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit im Namen de« Ewigen verkündeten. C« giebt keinen höherm Adel al« diesen. Der Jude, der diese Größe verlaugnet, ist kein Jude mehr. Der wahre Jude beugt da» Knie vor Niemandem, al« wenn man e« ihm adschneidet. Weit entfernt sich diese« Namen« zu schämen, soll er stolz darauf sein und seinen Schöpfer dafür preisen. Derjenige, der nur Gott fürchtet, hat nicht« von den Menschen zu bejurchten. Und weil der Jude nur Torr fürchtet, hat keine menschliche Macht ihn jemals erreichen können weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft. Mit dem letzten Juden würde Gott selbst verschwinden. Aber Gott wird immerdar bestehen. Und die Juden werden nur diesm Ramm aufgedeu, wenn all« Menschen den Einigen und die einige Menschheit im Sinnz Mosi« anerkenne» werden. Di^ Juden') lieben ihre Propheten, aber deren sie nur an> wa» ihre Verminst sie begreifen laßt. Die Vernunft, ohne in da« primitive Wesen Gone» einzndriqgen, begreift ti dennoch und fetzt e« in seine Logik al« da« Unendliche^ Aber diese selb« Vernunft wird niemal« die Vergöttlichung eine» menschlichen Wesen« zulaffe», denn da« hieße, dä» Grundprincjp der Freiheit und Einheit de« menschlichen Geschlechtes zerstören. Sobald Gott nur «in höhere« menschliche« Wesen ist, so erhöhen er auch sein mag, ist es nicht mehr Gott, der die Wevt und dm Menschen erschaffen, sonder» der Me»fch. der fidjjfin ideale« Gesetz über seine Gefühle und'Leidenschaften ^bildet, so schön jene auch sein mögm, sie werden sich verändern, wie di« de« Menschen. Die Gerechtigkeit wirb nvcht mehr da» .Gesetz für Alle sein, noch die Liebe die Barmherzigkeit für Alle. E« wird mit dem Himmel menschliche» Uebereintvmmm genoffen. Da« ist der Götzendienst und der DeSpotiSmu«. _ Jeder Christ also, der einen Juden schmäht, verfolgt oder haßt, ist kein Verehrer de» wahren Gotte«, und ein DeSpot, um so mehr al» der Jude der Schwächen und ohne irgend eine materielle Venheidiguug ist. Der Jude muß sich mit der Vernunft vertheidigm; aber er muß sich gewärtig sein, mißhandelt, gemartert, selbst gelobtet zu werden. Wa« rhut'»! Für einen Juden, der stirbt, werdeu oft tausend in den Reihen ihrer Feinde erstehen; de«» Je» dermanr, der an da« höchste Wesen al« Schöpfer de« Weltall« glaubt, ist Jude. Er mag sich noch so sehr gegen die Israeliten drehen und wenden; umsonst, er ist ei» Sioh» Adonai'«. Gegm seinen Willm verherrlicht er ihn, und indem er ihn verherrlicht, übt er da« ewige Gesetz R»fi«. Wie viel Juden giebt e«, die glauben Christen zu sein und ihr« Brüder, die Jsraellrea schmähen. Aber e« soll-nur ein hetdnischer Feind uo« angreife», so werdm sie von selbst kommen, un» zu vercheidigen, denn wir sind Brüder in Gortl! . Ebeüso streben dir Muselmänner darnach, nachdem sie einige Wahrheiten au< dem Judenthum aufgelefen, die göttlich« Quelle zu trübe», um stolz darauf sein zu kö»»«n, den einzigen wahren Propheten Allah'« zu besitzen. *) Wir bemerken nachdrücklich, daß wir hitt einige gegen die Dogmen de« E-nftenthlltn« dirret erhoben« Sätzr wezlasien. weil sie in Deutschland nicht g« wüderzugebeo find. Di« Redac tian.