Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 31 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
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124 Bekennen und Liiugmn. Ist Einer in Verdacht gekommen. So wird vom Richter er vernommen; Bekennt er sich als Bösewicht, Der Richter ihm baS Unheil spricht; Doch läugnet er, was er verbrochen. Wird er vom Richter freigesprochen. - - Ganz anders, Mensch! ergeht's Dir einst. So Du im Gottgericht erscheinst: Verheimlichst Du, baß Du gesündigt. Wird Dir Bestrafung angekündigt; Gesteh'st Du reuig Deine Schuld, Vergibt Dir Gott — nach Seiner Huld! (Prov. 28. 13.) sms- Die Gotteslehre — ein Feigenbaum. Gewiß! Du weißt es kaum, Wie in dem Pflanzenreich Zumeist dem Feigenbaum — Die Gorreslehre gleich i Die meisten Bäume geben Auf Eines ihre Gabe, Der Weinstock seine Reben, Die Palme ihre Labe: Doch Feigenbaums Ertrag Erst nach und nach erblüh't, Nur der ibn pflücken mag, Der viel und oft sich müb't. So ksistnst^Du GotteSleKre Auf «inmal nicht erringen; Nur nach, und nach begehr«, Dann wird'S Dir — einst gelingen! .i— a'" 'r na-"! -avsa Die rühmliche Stärke. Wenn ein Mensch um Hülfe ruft. Schwebend an gar tiefer Kluf Und Du gibst den letzten Stoi Ist wohl solche Starke groß Oder wenn nn Daches Rand Er sich halt mir schwacher Hand, Und Du raubst die letzte Hast Ist woh^ rühmlich solche Äaft? Groß und rühmlich thust Du dann. So Du helfend eilst heran: Stark und kräftig ist fürwahr Nur wer — rettet aus Gefahr'. 'a 33 O'bnn Emden. Der Landrabbiner Hamburger. Anekdoten. Palmerston erzählte jüngst im englischen Parlament folgendes: Ein Bettler trat hin zu einem Großen und forderte in barschem Tone eine Gabe. Ec gav ihm ein« halb« Krone, fragte ihn aber, was hättest Du gethan, wenn ich Dir nichts gegeben hatte? Ec antwortete: ich hätte eben arbeiten müssen. Nicht unähnlich dem erscheint Folgendes: Ein jüdischer Student schrieb nach Hause um Geld und drohte seinem Vater, wenn er ihm kein Geld schicke, werde er thun, was kein Jud' und kein Christ lhut. Der Vater erschrak sehr über diese Drohung seines Sohnes, schickte ihm sogleich Geld, ersucht« ihn aber in dem Briefe, ihm doch zu schreiben, was er denn gethan hatte, wenn er ihm kein Gelb geschickt hätte. Der Sohn erwiederte ihm hierauf: „ich würde den letzten Passus im täglichen Tischgebet 7’onp n re« ie«"i'' laut gebetet haben. Der Christ derer es gar nicht, der Jude aber wie gewöhnlich leise." Mir dieser Auskunft bezeugte sich der Vater sehr zufrieden. Ein Jude hatte einen Prozeß mit einem Nichtjuden. AlS beide vor den Richter vorgeladen worden waren, unter- Ijielt; sich der Richter mir dem Gegner des Juden längere Zeit in französischer Sprache, damit der Jude die Unterhaltung nicht verstehen solle. Endlich sagte der Richter zu dem Juden: was er vorzudringen habe. Dieser fing an saus dem yar*;? ZU -ra« r-—a) die hebräischen Worte herzufagea: y^/rr ysi? y« u. s. w. Der Richter fuhr ihn an und. sagte: was verstehe'ich von diesem Kauderwelsch, sprecht deutsch, hier wird nicht hebräisch gesprochen. Darauf sagte der Jude: „Ich habe das auch nicht verstanden, was mein Gegner mit ihnen französisch gesprochen hat. Wenn man nicht hebräisch sprechen darf, so darf man auch nicht französisch sprechen. Oec Richter merkte, daß er im Unrecht war, und wurde milder gestimmt. --: Allgemeine Zeitung des)IudenrhumS. No. 30. 1860. Leitende Artikel: ,-An unire Glaubensgenossen in den Donauiürstenlhumern. — Preußen: Die EadinetSordre des Prinz- Regatten. — Eine wichtige Aeusterung der BekehrnngSgesellschaft. — Türkei. — Die israelitische Bibel-Anstalt. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: AuS Württemberg. — Oesterreichischer Kaiserftaat: AuS Galiziea. aus dem Tokavergebirge, Perbo. Italien Modena. Marokko: Paris, Paris Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 T Haler, vierteljährlich % Thaler. Verantwortlicher Redakteur: St. Nabe. Bcrtag een Banmgärt» r t’* Brnddantlnng in — Druck von K. Sr«vling in 2eip;:>. t? .