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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 30 (1860) · p. Seite 120

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
30 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
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120 leblos, gestützt an - i'Eioile umgaben, ünem Journal den sehen, bemerkte sie den allen Soldaten, eine der Triumphsäulen, welche den -ü Am anderen Morgen las man in folgenden Artikel: „Unter den Vorfällen von gestern spr cht man Don einem Menschen mit fremdem Gesicht und elei dem Aussehen, der ausgestreckl und ohne Bewußtsein in! en Oluiii|ts-Klisees gefunden worden. Man konnte nicht ermitteln, ob er als Äerlaz von Baum gär genährt und echaldem Hunger, und zugegen; jegliche Beschuldigung, jeglicher Haß gegen den > großen Mann schien vergessen und die^nachlige Stimme! der Geschichte hat allein daS Wort beim Grabe dieses Riesen, , welchen die Menschheit nur erst messen kjonntr, als er ohne ' Leben ausgestreckl lag. ' i Dieses erhabene Schauspiel brachte epie Umwälzung in! den Joeen, di« David Blum bis dahin mit seinen Rache-, grfühlen genährt, hervor, und sein plötzlich erleuchtetes Her; > öffnete sich dem Mitgefühl, wie der mit! schwarzem Gewölk | beladene Horizont, den schnell ein Strahl der Sonne zerreißt; er rief sich zurück, mit welcher Bewegung der Kaiser ihm diese Worte gesagt hatte: „Sie hapen mich wiederum > getäuscht!" und sich beugend vor dem großartigen Unglücke deS französischen Helden, bot er ihm alq Friedrnsopfer mit j der Verzeihung der Uedel, di, er ihn hat erleiden lassen,! daö Aufgeber» des Hasses, den ec ge^en ihn gehegt,, an und! er rief in einer Act heiligen Enthusiasmus aus: „Wie bist! Du, kaiserlicher Stern von so götMchenlLichtern strahlend, . vom Himmel gefallen! wie bist Du geworben in der Verbannung, Du, der Du die Könige am! Gängelbands und die Völker an Ketten führtest! Gigantischer Koloß, der die j ganze^ Erde mit feinem Scharren bedecke« wollte, wie hast Du Dir einige Fuß des unfruchtbaren! Felsens von St. Helena erstreiten müssen! Nein, ich »a^e nicht'mehr, mich zu beklagen über mein Leben voll Schmler;en und Unglück,! denn die Deinigen haben Alles überschritten, was dem: menschlichen Herzen an Leiden zu ertragen möglich ist: wie; 'mir, har man Dir die Wesen, die Dic^ rbeuer .waren, ge-! raubt; wir bei mir, ist Dein Name verleumdet worben;, wie ich, kehrst Du wieder, das Herz erstbrcr, der Arm steif, und der große Kaiser und der niedrige Jude begegnen sich. zum letzten Male .auf einem von Neuem durch die Freiheit, oie Duldsamkeit und Gerechtigkeit geweiteten Boden; denn bre schlechten Gesetz, leben nur einen Lag. die Freiheit, die Toleranz und "die Gecechrigkeir aber ewig. . . Zn diesem Augenblicke schlugen die Glocken der Stadt, wie durch einen Kanonenschuß erweckt, an, die Tambure ließen ihr düsteres Rollen ertönen, in dhs sich die ehernen Seufzer der Klarinetten und eine weithiflschallende'Srimmf aus hundert Tausend Kehlen mischten, welche rief: „Da ist ec!" Unter dem Arr - de rEtmlu, damit! der große Schatten deS Kaisers sich in seiner ganzen Höhe purer diesem Steinriesen aufrlchten könne, erschien der gefeierte Sarg, umgeben von seinen greisen Generalen, und deren glanzenden Namen, seinen dreifarbigen Fahnen mit Erepe bedeckt; er siel auf die Knie und weinte, feine Seele war beruhigt durch das. Gebet; die Aufregung seines Körpers, da sie nicht mehr durch bas zweite Leben, welches der Gedanke giebt, ten wurde, unterlag der Ermüdung und als die Menge satt war, den Trauerzüg vorübergehen zu S Opfer des Hungers, der Kälte, ober des Andrangs der Menge gefallen sei. Nach dem Hospital Voaujon gebracht, waren die Bemühungen, die man auf ihn verwendete, unnütz, und er starb diesen Morgen nach einigen Stunden der Agonie. Man wrrd heule diese unbekannte Person in der Morgue auSsetzen, bei welcher man weder Geld noch Papiere gefunden: nur hielt wahrend seines Todeskampfes seine erstarrte Hand auf der Brust ein kleines Päckchen fest, das ein Kreuz der Ehrenlegion mit dem Bildniß Napoleons und eingedrucktes Papier enthielt, welches dermaßen abgenutzt und zerdrückt war, daß man nur mit Mühe die Worte enträldfeln konnte: „Kaiserliches Decret, die Juden betreffend, vom 17. Mär; 1808. ..." Der ewige Reichthnm. Nach einer Erzählung im Baal Ak^la Abscli. 101. Einem frommen Manne im- Morgenland, Der bei Allen als reich war bekannt. Trat einst der Sultan höhnisch entgegen: „Gestehe, wie groß ist Dein Vermögen?" „„Nicht mehr und nicht weniger, hoher Sultan, ,,„Geb' ich's auf fünfzig Tausend Piaster an."" „Wie? Tausende zählest Du her, „Wenn man Dich preiset als Millionär? „Du hast's gewagt mich frech zu belügen, „Dies will ich mit harter Strafe rügen." „ „O Herrscher! was kennen Schätze nützen, „„Die wir nur für kurze Zeit besitzen; „„All meine Schätze und all mein Geld, „„Sie haben nur Werth für diese Welt; „„Nicht kann ich daher daS mein nennen, „„Von dem ich mich werhe müssen trennen. „„Doch die Summe, die ich angegeben, „„Begleiter mich sicher in's .wige Leben; „„Bestimmt Hab' ich sie zu wohllhäcigen Zwecken, „„Die einst mich vom rw'gen Schlafe wecken."" „Freund, Du hast mich eines Bessern belehrt, „Indem ich Deine Worte angehört; „Mein Streben soll dahin gerichtet werden, „Durch Wohlrhätigkeit ein Reicher zu sein auf Erden!' L. Jungmann in Landsberg O. S. Allgemeine Zeitung des JudenlhumS. No. 29. 1*60. Leitende Artikel: Von der Verachtung und von der Selbstüberhebung der Wissenschaft — Ministerialreicript an die Rabdine» i« der Moldau. — Preußen. — Die israelitische Bibel- Anstalt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Aus Baden, aus Bayern. Preußen: Berlin^ Berlin, aus Schlesien. Oesteereichischer Kaiserstaal: Lemberg, Prag, aus Lombards-Benekien, Wien, Aestgalizien. Die Schwei;: Lenznau. Türkei: Konstamiuopel Italien: Bereelli. _Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Tdaler, vierteljährlich yA Thaler. Verantwortlicher Redactevr: Ä. Nabe. ner 'S Buck>da«dlung irr Leipzig. — Druck von <9. Kreysing in Leipzig.

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