Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 18 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 4)
- Language
- German
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72 fischen Dichter» Michel Sedain und h^tte namentlich für Wien den eigenthümlich.n Reiz, daß t)ir Königin Maria Antoinette in demselben aufroar. > Kleinert Gedichte wurden geschrieben^ deren nur eine», da» die in Prag gedorne, durch poetische Erscheinung und Darstellung ausgezeichnete Therese Pewr feierte, gedruckt erschien, mitunter wurde auch eine fluchtige Theaterkritik mit Humor entworfen. In einem heiteren -reise flog ihm puch da» Herz eine» Mädchen» zu. > Die ausgezeichneten Zähigkeiten be^ ,ungen Manne«, sein, rastlose Arbeitslust und strengste j Rechtlichkeit waren in kaufmännischen Kreisen nicht unberüerkl gedlredrn und der Äarer jene» Mädchen-, um ihn für sein Geschäft al» frisch eintcerende, wohl auch al» eine ^rst geistig ordnende Kraft zu gewinnen, hörte um so bereindilliger auf den Herzenswunsch seiner Tochter und indem Jr selbst dem jungen Manne frei und treu von der Neigung derselben berichtete, verlobte er idm die erst Fünfzehnjährige.! Oie Berheirachung erfolgte zwei Jahre später im Sommer 1845, mit Rosa, der Tockuer de» nunmehr auch Hingeschiedenen Herrn L. G. Boadi, der au» den kleinsten Anfängen eine» Eisenhandel» durch Thätigkeit, redlichen Sinn und bescheiden bürgerliche» Leben fich endlich al- Eifenwaaren- Fabrikant Lerdienste um die Industrie Böhmen- und e,n dedehlendc- Vermögen erworben bat. Die Frankl inwohnende geistige Energie, wohl auch ein derselben sich bewußter Ehrgeiz fporntßn ihn später an, ein Gesellschaftsgeschäft mir seinem Schn iegervater ablehnend, ein selbstständigec Kaufmann zu weiden und auf eigene Kraft e« zu versuchen. Er «radlirre sich mir seinem mäßizea Heirard-gure. Schon im Iabre 1847, ein sch> ne- Zeugniß für'darasch begründete Vertrauen und Anse en in der kaufmännischen Welt, wurde Frankl zum porsteker de» Prager Hanbel-standeerwählt, welche Wakl später viermal erneuert wurde. Ekam da» verhängnißvolle Iat r 1848 n.'nKWi,; >ci dm Rabbiner m:r der <lkehr,uuu.i»,zw. war damau klug von mit?" — Zu Dr. I. kommt ein armer Pole, ihm ein Papier überreichend. Ersterer liest dasselbe und indem er solche» dem Ueberb'ringer zurückgiedt, sagte ec: da» ist ja ein Maasst Lediol jom. Nun halten Sie, wa« geschrieben sieht, erwiederte der Pole Kam« hktuboli btdiol jom ihotnul. Unterhaltungs-Pillen. t'cn?eute Rebmann in 4 ab Homburg Em reicher Mann, der einen sei r dummen Bedienten sich klug und taktvoll wenn ich dir Auftrag o mußt du den Tabak darre, unterrichtete denselben, wie er benehmen falle, z. B. sagte der Herr gebe, mir meine Pfeif« zu bringen, nehmen, di« Pfeife damit stopfin tand Schwefelbol; und Fidibudabei mirdringen. — Einig^ Tage spüter harre der reiche Herr einen starken Katarrh. hnd befahl seinem Bedienten ihm den Arzt zu bestellen, Lange dlied der Bediente au», endlich kam derselbe keuchend, tindem er sagt«: „die Leute kommen gleich." Wer? rief gespannt bsr Herr. „Nun ich habe nach Ihrem Unte-richt verfahren und da Sie den Arzt verlangt haben, so habe ich zugleich den Amrmann bestellt wegen Testameruaufnrhmen und dann Unlängst sagte mir «in Freund: „Wissen Sie, wie eunsern orthodoxen Radbinen, die den Gebrauch der Missionsdideln verboten haben, mit der englischen MissionsqeseUfchaft geht?" — „Nun?" fcug ich gespannt. „Gerade wie >enem Desterreicher, der /einen Fuß auf den Quell der Donau fehle und dabei auSriet: „Was werden holt die Wiener sagen, wenn die Donau au-bleibt." — Ader ander» ein kluger edelbentenber Preuße, der erläßt einen Aufruf an alle Gleichgesinnten, einen hohen Damm aufzuführen, daß die wilden, die schönsten Gotlesfluren überstcömendem Stromwaffer adgesperrk seien, und taufend Hände rühren sich, baß Flur und Garren bald wieder in verjüngter Schöne prangt. „Warum erlaubt« man Ihnen nicht, Ihren Aufruf für die israelitische Bibelanstatr an der Svnagogenthüre anzuschlagen?" fragte mich unlängst Jemand in einer Gesellschaft: „Weil,", erwiederre ein Andrer, mir da» Wort abschneidcnb, „weil man hier nur von einem tausch <chume»ch und Nicku» von einem deutschen «:lmme«-ck wissen will." Ein Andrer mein«: „Ich glaube, Zschotte sagt irgendwo in seinen Werken: die größte Anerkennung meiner Schriften besteht darin, daß sie in gewissen Landern verboten sind." Ein längst verstorbener Frankfurter Rabbiner Hane von manchen Leuten, die sich durch seine Slrafiurdigten getroffen fühlten, Biele« zu dulden. Einsten» predigte er wieder an j-rc und sab viele scheele Blicke nach sich gerichtet; da rief er dem Publikum zu: „ich mahn kahn, wer aber mahnt ich mahn ikn, den mahn ich." Ein eben von der Hochschule gekommener Rabbiner predigte sehr philosophisch, aber auch oftmals unverständlich und sich widersprechend. Al» nun Jemand au» der Svnagege kommend seinem Freunde begegnete, fragte Dieser: ,nun wi, ist heute gepredigt worden?" „„Sehr schön, sehr fein!"" — „Und über wa» denn?" wiederholte der Erster«. „„Wer versteht'»?!"" erwieberte der Andere. Allgemeine Zeitung de« Iureurdums. No 1«. 1MO. keitente Artikel: Einige Pamphlete. — Italien. — Die israelitische Bibelanstall. — literarischer Wochenbericht Zeitungsnachrichten: Deutschland: leivzig. Preußen: Rakel, au» Westpbaleu. Defterreichi'cher uaiierflaal: Taruo« Rußland: Minsk 93T Zu belieben kund jede» Postamt und ><d< Buchhandlung Jährlich 3 Tdaler. vierteljährlich % Dbaler. Berannvortlicher Redacteur: SL Nabe. #«rta« in 8csn4irtX(T'« tu Veipzip. — Zmt4 hi *. in