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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 14 (1860) · p. Seite 56

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
14 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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56 alt er schon lag,' noch eine ganze Stunde aut einem „Ge- > pher" vor. Dank gingcn sie, od^e die Thüren zu verschließen, and nahmen deimlich Redkte Schmuls Hosen mir. Bei einem- Kameraden war der gaaje junge Troß versammelt, auch schon ein Schneider bestellt, welcher sofort die Hosen austrennen und eine Hand beeil einnahen mußte. Zn aller Frühe det andern Moqzent gingen sie wieder zu ihm, scheinbar^ um sich nach seinem Befinden zu erkundigen, und legtest die Hose wiederl an ihren alten Platz. „Schon so früh/'' rief Schmul, „ist schon Zeit zum Schulengehn i" „„Ihr dürft nicht Schulen gehn,"" riefen ihm die beiden jungen Heute zu, „,Hhr seid unwohl, und wir kommen nur, um un« zu erkundigen, wa» der Redde macht/"" „Wie^ heißt, was ich mtlchei Gur mach'ich! <St fehlt mir Gottlob! gar nichts^" „„Es fehlt Euch wahrhaftig ja eMas,"" sagte desoirgt der Eine, und der ändere fügte hinzu: „„Was soll ist mich utzen, der Redde ist recht krank. Ihr seht leichentlaß aus und seid glühdeiß. Schont Euch nur — Ihr j^id erkaltet."" „Zst's denn wirklich wahr/" fragt« Schmus „ich spür doch nichts! El, ich will mich ankleiden und. Schulen gehn." Ec sprang auf, holt« seine Ho^en herbei, und wollte mit den Beinen hineinfahren — a> er vergebens. Er probirre es noch ein Mal und zum d> irren Mal — es ging nicht. Er fühlte sich an, und sagrq kaum hörbar: „Wahrhaftig. ich glaube, ich bin geschwollen!—sie haben bei meinem Leben recht!" „„Ob wir recht haben!"" riefen die Schüler, „-, der Redde muß im Bett bleiben und muß gehörig schwitzen \" " Das war denn Redde Schmul auch zufrieden. Schnell wurde eine große Kanne voll Holle ndrrthee gemacht, und «ine Tasse über die andere goß bei: getauscht« Mann hinunter, um sich Erleichterung zu verschaffen. Er ging wieder zu Bette »nd zog die Decke weit lüder die Ohren. Nach einer Halden Stunde lag Redde schmul in einem Meer von Schweiß, und schwitzte den gasten Tag bis zum übend. Seme Schüler besuchten ihn adwewfelnd, Alle bedauerten idn. und Alle kicherten. Seine sHosen waren schon am Tage wieder in die alte Naht gebracht und hingelegt. Gegen Abend endlich stieg er auS diesem heißen Bade, trocknete sich gar sauber ad, und 'schlüpfte leicht und frei ,n die Beinkleider. Er lächelte n»n seelenoergnügr in den Spiegel, betrachtete die wieder dünn gewordenen Beine mir Wohlgefallen und sagte dann zu stinen Schülern mir Verwunderung: Sollt' man'» denn vlauden, was hoch das Schwitzen thut! Ich bin nicht mehr geschwollen, und fühle mich Gottlob! wieder eckerngesund! den Herrn Riet, einen Zuden, als Mitglied aufnehmen wolle; der König habe erwidert, er würde die Wahl ohne alles Bedenken bestätigen. „Ich hoffe doch nicht, fügte er hinzu, daß Ihr Bruder die Dummheit begangen und in die Statuten gesetzt hat, es dürfe kein Jude in der Akademie fein?"' Der Minister Eichhorn wußte, daß der König kein Bedenken habe, ihm selbst aber war die Sache unangenehm und er glaubte sie auch Thile'n, Rochow'n, Stolbergen und andern mißfällig; daher ließ er das Gesuch der Akademie um di« königliche Bestätigung erst sechs Wochen liegen und schrieb dann an die Akademie, od sie auch gewußt habe, daß Rieß ein Jude seif Die Akademie war über diese Anfrage sehr aufgebracht und antwortete einstimmig, sie halte sich an ihre Statuten, habe nach diesen gewählt und weise die Krage des Ministers als eine ungehörige zurück, ohne sie zu beantworten. Diese Grobheit steckte Eichhorn ein und ließ nun das Bestätigungsgesuch an den Königadgehen, der eS auch /»gleich bewilligte. Der König schien einige Unzufriedenheit zu empfinden, als er inne warb, baß er gewahrte, was Friedrich der Große versagt hatte, nämlich die Zulassung eines Zuden zur Akademie; Friedrich Hane die Wahl Mendelssohn'- nicht bestätigt, man glaubt, auS Rücksicht für Katharina, Kaiserin von Rußland, welche Mitglied der Akademie war und von der man nicht gewiß war, od ihr solche Genossenschaft auch recht sein würbe." Curiosu m. Wien, den 20. März. Auf dem hiesigen ZoUamke ist gestern eine Kiste amtlich geöffnet und darin eine Kindeslriche vorgefunden morden. Indessen liegt hier glücklicherweise ein Verbrechen nicht vor. L er Absender, welcher in der Declaration Waaren als Inhalt der Kiste angegeben har. ist ein Israelit in einem östlich gelegenen Städtchen, welcher unter Beifügung eines ordnungsmäßigen Todkenscheines einen hiesigen Geschäftsfreund ersucht, die Leiche in Wien bestallen zu lassen, da es in seinem Wohnorte keinen Friedhof für Israeliten gebe. Die Ausdünstung der Kiste erweckte bei den Zollbeamten Verdacht, worauf unter polizeilicher Mitwirkung die Eröffnung erfolgte. Die Vorgefundene Leich« wurde odducirt und fecirt und es ergab sich, daß ein Verbrechen nicht vorliegl. Gleichwohl wird der Absender der Kiste, weil er sich der Uebertretung sanitalspolizeilicher Vorschriften schuldig gemacht hat, nicht ganz straflos bleiben. MauuichsalligkS. . Zn den so eben veröffentlichter an Varnhagen vom Ense li ft 1842 fugt Varnhagen noch Hinz» gestem. Humboldt erzählte mir, voraus benachrichtigt, daß die Akat> Briefen H um do ld l's man: Den 27. Juni „Nachträgliches von er habe den König im .'wie der Wissenschaften Allgemeine Zeitung der Iudenkbum». Ne. 13. l*>n. Leitende Artikel: Nord-Amerika: Ein ltor»rä ,,tDo;mrit-s und ein Protest. Briese über die neueste Literatur auf dem Gebiete der tiraelili'cheq^Gestbitblt von J)r. Z. ili. Z o st — Die iiratlitische Bibelanstolt. Zeitungsnaäirickten: Teunwland: Hannover. Hamburg — Oesterreikbi'kber Xaiierstaat: Sr. Becsterek. Wien. Zu beziehen durä> jedes Postamt und jede Bucbbandlung Zal-Nick 3 Tbaler, vierteljährlich y* Tbaler. Berannvortljcher Redakteur: K. Nabe. «erlag «»» a) j u 4 j * r t * t ff’« Paitl'JBClang ts Leipzig- — Tnlkt V07I (*. »rtysing in Leipzig.

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