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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 10 (1860) · p. Seite 40

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
10 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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40 Allerdings hat es mit dm schönen Künsten ein anderes Bkwandtm'ß. Hierin kann ave jede Zeit ihrem Charakter, ihrer Eigenlhümlichkeit nach Vollendetes leisten. Die einzelnen Völker, die einzelnen Zeiten wenden hierin idre besonderen Anlagen heraus, und mtwickeln diese zu einer Höhe, zu welcher sie geeignet fir^d. Gerade weil nun in den schönen Künsten die Individualität der Menschennarur zum Ausdrucke kömmt, nicht über bas Allgemeine des Menschengeschlechts, kömmt es auch nucyuf die Bedeutsamkeit der Individualität an. ujn Meisterhaftes, in seiner Act Vollkommenes zu erschaffen. Er giebt daher Künste, welche zu gewissen Zeilen und bei gewissen Völkern eine^Höhe erreichen, zu der sie anderSnio nie wieder gelangen. In der Bildhauerkunst bleiben die iGriechen noch immer unübertroffen, weil bei diesen die F^rm ein besonders intensives lieben hatte. Zn der Malern, namentlich der religiösen, hat die Neuzeit nichts aufzu^eisen, was dem Ende der mittelalterlichen Zeit gleich käme^ well da bas Gemüth mit sinnlicher Anschauung zugleich <n großer Clarke hervortrat. Daher wirken die Kunstpro^ukte der früheren Zeiten geistig auf die folgenden kochst bedeutend: aber sie gebm nicht ein so äußerliches Lernen ad, daß dadurch die Sache an sich weiter geführt würde. Den» es liegt bei dm schönen Künsten in der Natur der Sact e, daß so wie die'Individualität sich verallgemeinert, di« Schöpfungskraft derselben adnimmt, also nunmehr eher «^wacheres, als vollendeteres hervorzubringen vermag. f#Ml. Notizen des Tages. Eine neue k. ^/Verordnung ertieilt dm österreichischen 2»dm das Recht, unbewegliche Güter jeder Art zu erwerben, nur in Galizien soll b eseS Recht an den Besuch von Real- und anberm Schulm geknüpft sein, und für Tvrol, Steyermark und Karn Privilegium, daß Juden sich das l dürfen — eben ko wenig aber auch Protestanten — aufrecht erhalten worden. — Der König der Niederland froi, einen Israeliten, zum Iustizm n vor fünf und vor sieden Jahren w Herrn Godefroi ängetragen worben, abgelehnr. Derselbe ist Präsident seit Zwanzig Jahren Mitglied' de Generalstaaten, aber ^uch Mttgli« > siorium«. — In Rödelheim. Grvßhe^o« t Kurzech ein Istaelit von der Regie ung ernannt worden. — Ich Madrid wurde an dm längsten Herbstfeierkagen der Gottesdienst von einem Minjan r gelmaßig abgehalten. — Im Großhnzogrhum Posen « jüdischen GlaudmS die Aufnahme Heilanstalt verweigert, weil die Za hum Hessen, ist vor zum Bürgermeister Juden bestimmt sei. schon voll wäre. Also auch bei den unglücklichen Irren werden confessionelle Unterschiebe gemacht! hm ist dabisherige lbst nicht niederlassm hat dm Herm Godeister erhoben. Schon tr daß Portefeuille dem n hatte es aber damals ineS Gerichtshofes und zweiten Kammer der beS jüdischen Consi- 8eri«* Sau Unterhaltungs-Pillen. Bon Loui» Lebm an, in Bat Hcmeürg. In der hiesigen Religionsschule, an deren zweiter und dritter Elasse zwei dem Knabenalter kaum entwachsene junge Leute, in der Pädagogik noch unerfahrener als in der deutschen Sprache, den Unterricht ertheilen, ist ein Religionsduch eingeführt, dessen Vortrefflichkeit man schon daraus beurrheilm kann, daß aus jedem Exemplar erst zwei Seilen herausgerissen werden, ehe man solches dem Kinde in die Hand geben kann. — Ais man jüngst in einer Gesellschaft diese Zustande und eine stattgefundene Schülerempörung besprach, sagteein Anwesender: „Wissen Sie, was die Kinder auch noch an die Tafel hatten schreiben sollen t" Nun waS denn i frag man allseitig. Unser Wissen ist Stückwerk, da» beweist nicht allein unser Religionstuch, sondern die unS unlösbare Frage, warum man hier so strenge den Jajin nesecli verbietet, während man uns Kinder doch unreife Trauben und Wein von der Kelter weg genießen läßkt Ein Ehafen, der sich kehr gut gefiel, nichtsdestoweniger aber sehr schlecht sang, befand sich beim Absingen des Iigbal nur noch alleine mir dem Schameß. da die ganze Gemeinde sich nach und nach aus der Synagoge entfernt halte. Endlich wurde der Schameß auch ungeduldig und indem er dem Ehafenden Synagogmfchlüssel brachte, sagte er zu diesem : „Wenn Sie fertig sind mir Ihrem Gesang, schließen Sie hübsch die Thür ju." „ Sind Sie zum Ecstenmale hierk" fragte der Wirth eines schlechten H,'>relS seinen Gast. „Nein, zum Letzkenmale" antwortete derselbe lakonisch. Ein böser Mensch raisonnirle über eine stattgehable Ehoberertheilung an einen würdigen Mann: „Mir gehört auch die Ehober!" rief Jener mehrmals in der Hitze seine» Gesprächs. „Das ist wahr." erwirb,rte sein anwesender Nachbar, „denn SdiHchni rah unölVkah rali sind Sie schon lange, also fehlt Ihnen nur noch der Titel CIioUt rali." „Warum nehmen Sie den Besuch solcher Schwelim an und unterhalten sich so lange mir ibnen?" fragte man den würdigen und toleranten Rabdinen Salomen Trier zu Frankfurt a. M. „Weil," erwiederre derselbe,' „so lang, diese Leute bei mir find, sie nicht- Böses treiben." Allgemeine Zeitung de« Judenkhum«. No i». IHM. Leitende Artikel: Die Rechte der Juden in Preußen. — Arreste der Israeliten de» Kirchenstaate« an die Israeliten in den übrigen Lankern Europa«. — Die israelitische Bidelanstalt — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Preußen: Ltolp. Ltolp. Oesterreichlicher KaiierstaakL Gaoa^Wien, Krakau. urde jüngst einem Irren A^i"j'al-3rren- gy Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung.! der Stellen, die für l ALbriicb $ Tbaler. vierteljährlich y Thaler. Verantwortlicher Redacreur: ft. Nabe. Idttncr'« «u^tatutuKg i» peipps. - Dr»a vo» <8. »revkiag in e«ivjig.

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