Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 7 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4908862-5999354-6026342--1561-4910093- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Banat 1× ep/1272623
OCR text
28 von ftütrm Herzen gewälzt Ich malte ihm mir Entzücken da» Glück aus, welches ich nach Mailand mitbnngnt würde; er rheilte mein Earzücken und frug selbst schon nach der Reiserour, wenn er einmal den Einfall haben würde, mich nach Mailand zu begleiten. Nunmehr schloß ich meine Rechnung in Besan^on ab, tauschte mir dem Wirth« sein Einwilligungsschreibm mit meinen 'Verhaltungsmaßregeln und Teschäftsaufrrägen aus und reifte am andern Morgen nach Mailand ab. Jetzt begreift es der freundliche Leser, warum ich mich dies Mal so glücklich in Mailand fühl«, denn ich harre trauernden Herzen die Bürgschaft höchsten Glückes überbrachl. - Hoffe ich doch auch in Zukunft, so Gort will, immer einige freundliche Slundm bei meinen dankbarm Schützlingen zu verbringen. Die schwarzen und die weißen Juden von Cochin. Co cd ln ist sehr merkwürdig durch die Nirderlaffung der schwarzen und der weißen Juden, welche di« Bocstäote von Kalvati und Morramheri, die sich eine halbe englische Meile längs des Grabens zum Südend« der Stadt hinziehen, dewohnm. In Morramheri fft eia großer, wenn auch nicht sehr hübscher Bnlirom oder Palast des Raja und nahe dabei -die Synagoge der weißen Juden, oder Juden von Jerusalem, von denen man sagt, sie seien in einer viel späteren Zeit nach Indien gekommen als die schwarzen Juden, deren Wohnsitz daselbst seit undenklichen Zeiten ist. Die weißen Juom dewobnen den Hähern Theil der Judenstadt, die schwarzen Juden den unter» Theil. Auch im Innern des Landes giebt ,» eine große Anzahl schwarzer Juden, ihre hauptsächlichen Wohnorte find Irilür, Parür, ClienoUa und fclalek' Man har vielm Grund zu glauben, daß die schwarzen Juden in Kadangulur (Kranganore) sich schon im drirlen oder vier/en Jahrhundert der qew. Zeitrechnung niederließen. Sie besipen ein« kupferne Tafel vom bramanrschm Fürsten von Malabar, welche den genannten Platz auf sie überträgt und sich von S&6 oder nach Hamilton 490 herdarirt. Ihre Sonagotze ist ein schlichtes Gebäude mit einem kleinen Glockenthurm, in welchem eine kunstlose Glocke, bereits 200 Jahr alt. hangt. Der Fußboden ist nett mit Cdma grpflastert und an einem Ende ist eine vergoldete Nische, verhängt m>t einem reichen Vorhang. Hinter demselben befinden sich schließende Thüren, und innerhalb derselben sind fünf Jt^Pirn des Pentateuch in silbemen Gehasst» mir Decken An einem ist eine Avloene Kronv, Macaulav. einem früheren Mitglied hebräisch auf Pergament geschrieben Buchstaben, daß man es für luhoqr In diesen Synagogen sitzen die Krane» getrennt von den Männern auf einer Gallrrie. verbot gm hinter Geländer und Netzwerk. (Englisches Handbuch S » reicher Stickerei, rgedracht von Lol. Die Kopien sind »d mit. so schönem Hirt halrm könnte. für Indien.) Notizen des Tages. Das englische Eabinet hat gegen die Beschränkungm, die in einigenKantonm der Schweiz gegen englischeJudm geübt wordm, eine Note an den Bundesrath erlassen. Das Joumal „ITnivers" in Paris, welches vor einem Jahre bei der Mortara-Geschichte sich gegen die Juden auf das Gehässigste bmahm, und keine Anschuldigung, Verdächtigung und Beschimpfung zegm sie zu schleudem anstand, mag sie auch noch so unbegründet und ungerechtfertigt sein, ist von der französischen Regierung unterdrückt worben. Die „Wiener Kirchenzeitung", welche eS jedenfalls hierin dem „l’Univers" noch zuvor rhut, hat eine Derwamung von der k. k. österreichischen Regierung erhalten. In Bayern ist ein Israelit dirigirmder Arzt an einer großen Irrenanstalt bei Bayreuth, und ein anderer Israelit zur Docenrur an der Universität zu Würzburg zugelassm worben. I In Leipzig hat eine großartige Feier deS Grburts- I tage« Lesslngs stattgefundm, bei welcher der israelitische Prediger Dr. Golbschmivt eine ausgezeichnete Rede „Ueber die Bedeutung Lessing's für die Juden" gehalten. ' (Dieselbe ist in No. 7. b. A. Z. d. I. adgedruckr.) Dr. Philippion in Magdeburg har einen Cyklus von öffmtlichm Vorlesungen ,. Ueber die Resultare in der Weltgeschichte" gehalten, welche sich eineaußerordentlich zahlreichen Auditorium« aus den gebildetsten Ständen, Juristm, Aerzte, Offiziere, Beamte, Lehrer, Kaufleute u. ff. zu erfreuen hatten, so daß die Räumlichkeit für dasselbe nicht ausreichte. Die Vorlesungen werden auf allgemeines Verlangen binnen Kurzem im Druck erscheinen. Durch eine kaiserliche Verordnung sind die Beschränkungen, welche in Oesterreich über die Zeugenfähigteir der Juden noch bestandm, aufgehoben. Ein gleiches Schicksal traf die Beschränkungen, durch welche die Israeliten von einzelnm Gewerben, sowie vom Aufenthalt auf dem flachen Lande in Galizien, sowie in dm Dergorten Böhmens, Ungarns, Croalien's, Slavonien'S, des Banat'S und Siedmbürgen'S ausgeschlossen warm. Auch die französische Regierung hat bei dem schweizerischen Bundesrath gegen die die Juden beschränkenden Gesetze protrstirt. In England ist abermals ein Israelit in bas Parlament eingetrrten, der wissenschaftlich gebildete Sir Francis Goldsmid. Allgemeine Zeitung de» Judenthums. No. 6. 1H60. Leitende Artikel: Wochenschau. — Preußen — England. — Wien. — Die Zudenfrage, beleuchtet von Justus Anonymus. — Die Lrsfingsfeier. — Die israelitische Bibelavstalt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Aus Bayern. Preußen: Aus Westpbalen. Stargard, Berlin.— Lestrrreichiicher Kai serstaat: Aus dem Tokayergebirge, au» Llavonien. Frankreich: Paris. S^T Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Tdalrr. Verantwortlicher Redakteur: St. Nähe. ferUg wm v«,«g^rtaee'a ttatboMmag ta Lechpz - Dr»a wm ©. «teyfiig i» setp,ig.