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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 5 (1860) · p. Seite 20

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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20 weit eS dies zu beurtheilen versteht), erstrebt,'Allem, wovon es Schaden befürchtet, feindlich und gehässig bis zum.Tode, entgegentritt und es bekämpft, während es lediglich für fein Dasein, seine Bequemlichkeit, seine Herrschaft zu handeln glaubt, und nicht im Entferntesten an das Interesse der Menschheit denkt, und wie es dem eine eigenkbümliche, neue Richtung adgewinne und entwickele: führt es dies Letztere dennoch, aus sich heraus, aus, aus fiiner genetischen Anlage und unter den Bedingungen und Schicksalen, die ihm werden, arbeitet es zugleich fsic die Gesammtheir, in der es "einen eigenen Platz einnimnit. ' rrrnKfeun.* tri^v Ein neues jüdisches Lustspiel in Berlin.; dasselbe rorkomme. (So treten die Türken zum Schutze der ' Juden gegen Franzosen ein!) Anekdoten. Auf zwei Dorfschneider kam ein hungriger Wolf loegestürzr. Ein Jager hetzte indeß, von den Schneidern unbemerkt, aus seinem Verstecke seine beiden Hunde auf den» seiden. Der Wolf, den Jager bemerkend und von den Hunden verfolgt, ergriff die Flucht, worauf die beiden Schneider dankend und lobend ihre Hände gen Himmel hoben. Hierauf sprach der Eine zum Andern n:a» n*OT („das Verdienst der Väter") ist keine Kleinigkeit.' Du meinst, es waren dies zwei Hunde ( Nein! der eitzs Hund war mein seliger, der andere dein seliger Darec. Folgender kurzer Bericht von!Kofsak in der K. Z, . enthält einige wahre Bemerkungen. „Viel'Glück macht in diesem Augenblicke in Wallner s Theater eine chs Ber- ' linische mit gewohntem Humor von D. Kalisch umge'chrie- . .bene Wiener Posse: „Einer von iunsre Leut'." Wo der Jude bisher öffentlich zu erscheinen, pflegte, auf der Promenade oder auf dem Erercierplatze, auf dem Kreistage ober auf den Brettern, iminer mußte >er sich etwas andängen lassen. Zuletzt zitterte ein Mensch von leidlichem Geschmacke schon, wenn er 'auf dem Zettel einen jüdischen Namen entdeckte. Durfte er doch den vorschriftsmäßigen Banquier Müller, oder den unverschämtesten Fixer mir der Habichtsnase. oder gar die raustNüste Auflage des Hermann Levn erwarten. T)er Wiener Verfasser D. Berg und mit ihm der hiesige Bearbeiter haben diesen Uebelstand heräusgefühlt und den Versuch gemacht, da es denn doch einmal ein jüdischer Mann sein sollte, das P«dlicum aüf eine feinere Weise, durch rin humoristisches Gemisch der komischen und der herzgewinnenden Seiten des jüdischen Volkes zu unterhalten. Daraus ist nun das adlige Eharakrerbild eines jugendlichen Hausirers Isaak Stern entstanden. Man lacht über den drolligen Gesellen und laßt sich gleich darauf durch ihn rühren; d^zu kommen keck nach dem Berliner Leven gezeichnete Genrebilder, wie das Innere der Apotheke, in welcher unser Komiker Helmcoding mit' Reusche, dem Darsteller der Titelrolle, wetteifert!, und man ist auf die velustigendste Weise drei Stunden.! dieses mit'Bangnissen und Sorgen erfüllten Lebens los geworden." it r i o f tt m. AuS Konstantinopel vom 4. Jan. schreibt man der „K. Z.": Jüngst ist in einem französischen Kaffeehause, worin allerlei gesungen und zum Besten gegeben wird, auch nicht selten ohne alle Rücksicht dem momentanen französischitalienischen Siege nach der ntutil Mode durch Deklamationen der frechsten und beleidigendst n Art gehuldigt wird, der Fall vorgekommen, daß ein doch s verletzendes und beleidigendes Gedicht gegen die Juden vorgetkagen wurde. Die Municipalitat hak dem Cafe chant mt einen derben Verweis gegeben und mit.Schließung gebuht, wenn noch einmal Am Grabe feines Vaters, der das Vermögen, ohne seine beiden Söhne zu bedenken verpraßt hatte, bemerkte sein Sohn in der Trauerrede, daß sein Vater besser als unser Erzvater Abrabam, jedoch schlechter als jener Bösewicht Haman gewesen. Besser als ivax othsx war er, meinte er fortfahrend, indem Abraham nur'einen Sohn, er aber zwei Söhne'als Opfer darbrachte; schlechter als rs-n pn, weil dieser nur einen psrn (gewöhnlicher Ausdruck für Arme), er aber zwei overA hinrerließ. Ein Jsraelite befragt, warum er den Anstand dermaßen verletze,^ daß er nicht einmal in der Snnagoge vor Gott dem Herrn die Mütze abnehme, erwiederte: Wenn ich aus Anstand vor Gort die Kopfbedeckung abnehmen sollte, dann dürfte ick diese nie wieder aufsetzen, da Gott überall ist, und ikm allenthalben dieselbe Achtung zu Theil werden muß. Während des *—«3 so am Abende des Derfohnungsfestes, fährt ein orthodoxer Kaufmann mit seiner Hand in die Tasche und findet da zu seinem größten Erstaunen zwei Fünfzig-Thalerscheine, die er in der Eile wegzulegen vergessen batte. Da er sie beim Nachkausegehen aus Frömmigkeit nicht milnehmen will, befestigte er selbe in einer Bibel, die er da liegen batte, bei den Worten av^n ns (du sollst nicht stehlen) an, in der Hoffnung, daß, falls Jemand das Geld sollte nehmen »rollen, er doch wenigstens am O'-reon 0V dieses Verbot nicht verletzen würde. Jedoch fand er sich hierin stark getauscht. Denn ein in den Folianten Blätternder, der diese Nacht im Tempel zubrachte, fand gar bald das Geld, und um die Humanität nicht zu verletzen, nahm er für sich einen Fünfzig-Thalerschein, den andern steckte er bei den Worten Tpoo rsnjn : (liebe deinen Nächsten wie dich selbst) in der Bibel fest. Allgemeine Zeitung des Iudenthums. No. 4. 1W50. Leitende Artikel: Die Polen und die bürgerlicke Gleich stellung. — Au» Ungarn: Die Wahl der. Gemeinde-Vorstände.— Die iiraeliri'cke Bibelanftalt. — Literariicker Wochenbericht. I Zeitungsnachrichten: Oesterrcichiicker Xaiierstaat: Wien. Wien, Wien, Wien, Pestb, Felegybaza, Mißliy, Eibenichitz. Die Schweiz: Ober-Eutingen. Holland: Amsterdam. Dänemark:! Kopenhagen. Großbritannien: London. Italien: Rem. I yy Zn bezieben durch jedes Postamt und jede Buchbandlung.! Jährlich 3 Tbaler, vierteljährlich % Tbaler. Verantwortlicher Redakteur: K. Nabe. Brrlafi von Baurßgärtat-t’# Bnü-brntluog in LcipHg - Druck von t*. Lrrysivg in Lnrjig-

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