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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 2 (1860) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
2 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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8 und Freiheiten auf die Christen beschrankt und Juden und Türken ausschließt. In der Mortara-Angelegenheit wird in England immer noch agitirt und Mortara, der Darer, befindet sich zu diesem Zwecke gegenwärtig in London. Jedenfalls wird dadurch die Sache im Gedächtniß der Menschen erhalten. . Unterhaltungs-Pillen. - $eit tfeuU Lebmann in Qab Homburg. Jomrof, «in reicher Roßhändler, fiel einst vom Pferde, und Alle« läuft herbei, um demselben aufzuhelfen. Als er beinahe wieder fest im Sattel faß, sah er auch einen allen beschränkten Juden dastehen, mir seiner-Thephilla in Händen und Geber, hersagcnd. „Was macht Ihr da?" rief Jomtof vom Pferde herunter dem Betenden zu: „ Ich halte wahier geschrieben 'steht: wenn Jomtof auf Wochentage fallt, sagt man Kameir loorez." Mancherlei. Bon Albert Nosenb'a^m. (Factisch.) Ein in dürftigen Verhältnissen lebmder Jude h,irakbete ein, Ebrrstin und ließ sich taufen. Jetzt hörten aber seitender Juden die ihm bi-her zugeflossfnen Unterstützungen auf, und seine Noch stieg mir jedem Tage. Da kam er einst weinend zu einem seiner frühem jüdischen Freund« und sagte: ,',Jch habe große Reue — foUCid) wohl ein „den aulom siabo" seink" „„Du,"" sagte der Jude, „ „kommst gleich in den siebenten Himmel — denn Du hast ein Beispiel gegeben, daß sich so leicht keiner wieder taufen läßt!"" C u r i o s a. Donner-tag, de» 28. 'September, am Tage de- Rofch- Haschana-Festeist die Synagoge zu Nottingham (England) der Schauplatz eineaußerordentlichen und bei unsehr seltenen Vorganggewesen. Zwanzig Minuten nach Beginn de- Gottesdienstehörte Man in der . oberen Galerie eine Explosirn: man schaart sich zusammm, man steigt hinauf und findet den Körper einein feinem Blute schwimmenden Manne-; ewar ein Israelit, der sich entleibt hatte; ec war noch nicht seit lange in Nottingham und war dort schon im Hospital gepflegt worden; dieser Mensch ließ sich Herman Fischer nennen, obgleich sein wahrer Name Hermann Kei-ner war. Er war im Unglück, aber efehlte Ihm hauptsächlich an Energie und Murhz ihm ist schon einmal durch einen Glaubensgenossen Namen« Weinberg geholfen worden. Man fand en seiner Tasche eineder Errmplare de- Neuen Testaments in hebräischer Sprache, welche die Mission-gesellschaft verbreitete. " (Jcw. Cliroo.) j Da- Jew. Chron. erzählt folgenden charakteristischen Zog: Zu Ford in England begab sich die römisch-katholisch« Geistlichkeit auf dm neuen Kirchhof, um dort eine religiöse Ceremonie zu verrichten; aber die Equipagen des Dr. Goss ' und seiner Geistlichkeit wurden plötzlich umzingelt und von einer wüthenden Menge angefallen, welche die ärgstm Beschimpfungen ausstieß, und in solchem ^Grade bedrohlich wurde, daß die Polizei einschreiren mußte Unter Anderem schrie man hauptsächlich: „Wer hat den kleinen Mortara geraubt Hervorheden müssen wir ausdrücklich, daß in dortiger Gegend keine Judm wohnen, also nicht etwa als Urbeder diese« Auflaufs bezüchtigt werden können. In den Zeitungen taugt jetzt wieder ein Mann auf, der vor einigen Jahren in den meisten Hauptstädten Europas eine gewisse Rolle gespielt, und sich Prinz Leo von Ar- > menien nannte. Ec ist soeben aus Venedig ausgewiesen worden. Die über ihn von der preußischen und russischen Regierung eingekoltm Erkundigungen stellten heraus, daß er kein Prinz von Armenien, sondern ganz einfach Jakob Johanne- Amir heißt und der Sohn eines reichen jüdischen Schiff-rheder- Amir auf der Insel Java und dessen Ehegattin Sara, einer deutschen Jüdin, ist. Wegen seineabenteuerlichen Lebenswandels wurde er von seiner Familie verstoßen, reiste später unter verschiedenen Namen in Europa herum und wurde sowohl von der russischen al« preußischen Regierung seineintriquanten und gefährlichen Charakter- und wegen häufiger Gaunerstreiche ausgerpiefen. Anekdote. Einst begab sich ein Rabbiner auf ein benachbartes Dorf, , um daselbst eine Trauung vorzunehmen. Der damals bei solchen Gelegenheiten unentbehrliche Possenmacher kam ihm — aus des Rabbiner- Namen: 3ps>' anspielend — mit dem Ausrufe entgegen: apr* btp b.prt. Der Rabbiner, den Händedruck derb erwidernd, fuhr mit seiner Baßstimme im Schrift-Texte fort: vs* 't* . Israelitische Bibelanstalt. Die Spenden zur Herstellung und Verbreitung hebräischer und hedräisch-deutscher Bibeln haben di« Höhe von 3244 Thlr. — Ngr. 8 Pf. erreicht. Allgemeine Zeitung des Iudentbumö. No. I. 1860.! Leitende Artikel: Oft die Tendenz unsrer Zeit wirklich! ei:»e materialistische'? — Eine Stimme gegen die Juden Eman- , cipation von Quirin Endlich. — Zur Förderung des iiraklitiichen I Schulwesenin Ungarn. — Vom Institute zur Förderung der > israelitischen Literatur. — Der Breslauer Kreistag und die Juden. — Die israelitische Bibelanstalt. Zeitungsnachrichten: ' Deutschland: Frankfurt a. M. Preußen: Aus Schlesien. Oesterj reichlicher Kaiserstaat: Horic. I Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung.! Iädrlieb 3 Tdaler, viertrljLbrlich % Tbaler. Verantwortlicher Nedacteur: St. 9?äbc. dertaz »o, 9a«i|Srts<r** v»ck>t>aorlun» i» veivsig. — Druck von ffi. ftrcoHng in t!cip;ig.

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