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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 53 (1859) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
53 (1859)
Date
1859-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksblatt. Zur \t Jäefefjnmg und Anterhattung auf hütlifchem HeKiele. HerauSgcgeben von I Rabbiner »r. Ludwig Philippson in Mügdeburj. (No. 33.1859.] Von dieser Zeiischrisl erscheiut wöchentlich eine Nummer. Preis de? Iabrgang» I THIr. Bierleljährig 7>,Rgr. «lle Buchbuodlungeo, Postämter und Zritungeexpeditionen nehmen Bestellungen au. > s6. Irrlirg. 4. Quarta!.] l\ e k it ii n t m a ch u ii ff. Mit Januar lb<><) beginnen wir den siebenten Jahrgang dieser fortsahren, den Inhalt derselben möglich belehrend, anregend und unterhaltend zu Schriftsteller ibre Beihülfe verbeißen und bereitin schönen Beiträgen Gewährt ha J5S" Die EigenlhümUchkeit'deS Jahrenöthigt unS, diesmal 53 Rummler» zu geben. Die Redaction. Zeitschrift. Wir werden eifrigst machen, wozu uns sehr namhafte den. ' Die Israeliten von Oran während der letzten fünf Monate vor der Eroberung durch die Franzosen. (Aus dnn Französischen des Daniel Levy in den Arch.isr.deVr.) iSchluß aus Nr. «.) Die Verschwörer ließen nicht lange auf ihre Wiederkehr warten; aber groß war ihre Wuth. als sie bemerkten, daß ihre Pläne vereitelt worden, und daß sie zu offenen Feindseligkeiten fckretten müßten, deren Erfolg nichts weniger als gesichert schien. In ihrer Hast stürzten sie sich vorwärts, wie unr die Statt mit Sturm zu nehmen, aber einige Kartätschenscküsse genügten, um sie in Schach zu ballen. Sie kcbnen in ihre Berge zurück, um am folgenden Morgen in zahlreicheren, dichteren und entschloffeneren Massen wiederzukommen: man hätte sagen können, baß die ganze Wüste ihre blutigen Horden gegen die Belagerten geschleudert bätte. Dies war der Vorabend deS neunten Ab, der Jahrestag des nationalen Unglück- Judäas. Die in die Miliz enrolirten Israeliten waren von dem traditionellen Faste» an diesem Tage eiilbunven, damit sie mit um so nuchr Kraft dem Feinde entgegentreten konnten, während die Frauen, die Kinder und die Greise, die in der Synagoge eingefchloffen und dem ( Schutze Gotteübergeben worden waren, sich der größten | Hcrzen-angst und den Ausbrüchen der Verzweiflung bini gaben. All' die* fürchterlichen Schrecken, welche dieser. Tag den Gläubig?» in- Gedächtniß rutt. erstanden wieder ' in blutigen Zügen vor ibrer erschreckten Einbildungskraft.; Riedcrgeworfen auf den Fußboden der fchwarzbeyangenen Synagogen, schien eihnen, daß die grausamen Scencn, die ehemals Jerusalem verwüstet, im Begriffe ständen sich für sie;N erneuern, unk daß ein neuer Tüudie Stadt belagere, bereit Alles in Feuer und Blut zu verwandeln. Indessen dieser neue Angriff wurde noch einmal zurückgeschlagen; aber es war dieeine boffnungSlvse Lage. Die Belagerten waren zu gering an Zabl, uni einen Ausfall mit dem Zweck, die Araber zu zerstreuen. zu wagen. Es brdursi!e, um eine glückliche Lösung bcrbeizuführen, rineS jener plötzlichen, unvorhergesebenen Ereignisse. der göttlichen Dazwischenkunft, wie die Geschichte so viele Beispiele lieft«. Eines TageS, am 24.,Juli, glaubte man einen Äugenblick an ein solches Wunder, denn die Franzosen waren soeben zu MerS-el-Kebir gelandet. Aber dieser Glaube war von sebr kurzer Dauer. Der Lbrist Berard de. Contfrey. beauftragt Besitz von Lran zu nehmen, erhielt gerade als er den Fuß auf daS Gebiet zu setzen im Begriff war. eine Orhre zue Rückkehr vom Generalguartier. : Dieser Schlag war schrecklich für vie armen Israeliten.! Eine tiefe Eytmutbigung beMäcktigte st» ihrer und si^ schauderten bei Itm Gedanken des gräßlichen Looses. daSj ihrer wartete. Sft schlugen dennoch wiederholt die eriie.ulen Angriffe der Araber zurück, ^beobachteten ihre Bewegungen Tag und Nackt, und eS gelang ihnen, über de^en gewagtesten und bestangelegtesten Kriegslisten den Sieg sdavon zu tragen; aber sie fühlten, daß dieser Stand der Dinge sich nicht ins Unbestimmte verlängern lasse, sie s. men müsse, wo sie Feinde selbst, aldem kdun baden würden, Geschlecht. noch dem weder Heldenmntb, „ Aufopferung Gnade f den ein. daß der Augenblick kommit einem noch viel schrecklicheren enigen, der die Stadt einsckloß,, zu mit. einem Feinde, der weder, dem Alter Pardon gicbt, und vor dem >ch Tugend, weder llnschuld nocki ndet: dem Hunger! Und in dev Tdat Tage, Wochen uüb Monate vergingen inmiuew. von ' immer wiederholten Scenen des Schreckens und der Verzweiflung. und die ÄorrLthe. die man halte aufhäufen^ können, gingen mit!tiner erschreckenden Schnelligkeit zu Ende. Schon begänn. ryan die Folgen dieses grausamen UebelS zu empfinden j eine Art von Fieber brachte die größte Aufregung in.dje überreizten und niedkrgeschlageuen Geister, tabmie die Thalkrast der Einen und den Muth der Anderen. Schon»war die Entbebrung eine strenge Rotbwendigkeit geworden, die ^Kräfte schwanden, die sichtözüge verävverten!sich. tiefe Seufzer entschlüpften der keuchenden Brust, und sonderbare« Blitze leuchteten in den^ i

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