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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 51 (1859) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
51 (1859)
Date
1859-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. Zur Belehrung und Anterhattung aus jüdischem HeKiete. Herausgegeben von | Rabbiner fir. Ludwig Philippson in ^a^cblur^. n _ - rr«on rieser .g«i1s«brist erscheint »öchenilich eine Rummcr. P«iS ke» >)abrs.»—v , ' . , , lN0. »I. »-"'S« ' Tblr ^-rttljäbr.» 7'« »gr. «a« s). ZiNNrL. 4. VUtlNlli.I L**'V* W1 J unt- .HntnuglffpetttteiKR ncf-wc« vestrunn.sso u*. L «- * * I Die Bäume »ach brn Seinen deS lalmub um Mitrasch. 2?on I)r. 3. Hamburger, randradrincr in Slrelitz. -Schluß aas ^r. >7 «>. >'-" Man sprach einst, so heipt es in einem Gleichnisse, zu den Frucht tragenden Bäumen: warum hört man das Rauschen eurer Reste und Blätter nicht in weiter En,fer» nung? Das ist zur Verbreitung unseres Rudmeö nicht nvtbig, denn unsere Früchte sind es. die über unS aussagen! lautere die Antwort derselben. Man wiederholte diese Frage in entgegengesetzter Richtung an die leeren, nicht Frucht tragenden Bäume: warum rauschet ihr so stark mit euren Resten? Warum dringt so weit eure Stimme? Damit doch wenigstens unsere Stimme gehört wcrve und wir so die Aufmerksamkeit der Menschen aus unS *iebe», emgegnelen ste weise-.*) Rad Huna, ein Talmudweiser, fügt diesem erklärend hinzu, die Frucht tragenden Bäume sind von iltrcn Früchte» belastet, darum geschieht eS, daß deren Rauschen nicht weit gehört wird, dagegen und die nicht Frucht »ragenden Bäume von jeder Last frei, also leicht beweglich, darum ist das Rauschen ihrer Reste viel stärker. **) Am schönsten treffen wir diese ‘ Sehre in folgendem sehr lehrreichen Gleichnisse. RlS Gott, so heißt eS, tür Haman den Galgen verfertigen lassen wostre. ließ er alte Bäume der Schöpfung vor sich treten unv rief ihnen zu: wer von euch wird sein Holz zum Galgen für diesen Bösewichl hergeben? Der Feigenbaum weigerte sich und sprach: soll ick etwa mich dazu hingeben? Habe ich doch einen schöneren Beruf: Israel bringt von meiner Frucht die Erstlinge m den Tempel, ich diene ibm als Bild, dem es ähnlich ist (Hosea 9, 10).***) Die» fern schloß sich per Weinstock an mir der Rede: sollte ich etwa mich bingeben, ich, der ich als Bild für Israel gebraucht werde (Psalm. 80. 9)? Eben so riefen der Granatapfelbaum, sich beziehend auf Höhlt. ß, 7, der Nußhaum auf Hohld. 11, 6-. der Baum Hadar, die Mpne, der Llivenbäum, der Apselbauut, die Dattelpalme, die Bachweide, die Zeder u. s. w.. alle baten, nicht ihr Holz dadurch zu entweihen. Darauf trar der Dornbusch bervor mit seinem lange gebegten Wunsche: Herr der Welt! so sprach - *> MWr. r. I. M. Abkchn. IO. * ' . **> Daselbst. *“) Beth.hamidrasch von Iellinet 17- Die «Litation der Lerse laste ich der Kürze wegen sott, gebe aber für Kenner die Bezeichnung der Stelle au! er. yor i|1j fein l^nfe^cn der Person, keine Bestechung — ich allein stehe hhne Verdienst da. ich will mich hmgeben. damit dieser Frevler auf mich gehängt werde! Sofort wurde dieses Holz zum Galgen bereitet, worauf -haman gehängt: wurde.*) Wie jedoch selbst die niedrigste Menschcnklaffe jn dem Zusammenwirken der großen ganzen Menschheit ihre Ergänzung nnd Vollkommenheit findet, darüber soll utje folgendes Bild belehren. Von den vier Baumarten in I dem Feststrauß am Laubhüttenfeste giebt eS zwei: die Pia! m: und der Baum Hadar, die Früchte tragen, ober auch zwpi: die M yrte und die Bachweide. die keine Früchte tragen, und dennoch stnd die Ersten von den Letzten und die Letzten von den E.rsten abhängig, so daß man sich nicht eher der Pflicht entledigt hat. bl'S sie alle zu einem §kunl!e vereinigt sind;'daS ist ein« Lehre, wie alle ä^assefi der Menschen, die Niedrigen unv Hohen, die Gerechten und Münder in der Gesammtheit ihre Ergänzung and Versöhnung finden.**- Wir sind jetzt an dem dritten Theil dieses Artikels-, wie sie an die Symbolisir, ng Idcr Bäume.Lehren, die Israel besonderb traifen. anknüxflen. Schon in der Bibel werden Bäsime verschiedener Gattung zur Bezeichnung der verschiedenen. Eigen braucht.. So chird bei dem Aus.: Danelpalm 9, 10»; der j.iitmtt der möglichen die B ach weid viel umfassende: in Ermahnungen. Vergangenheit. an ge ’ alS chatten unk Verhältnisse Israels ge^ der Weinstock als Bild für Israel aus Aegvpten (Psalm 80. 9); di^ Zeichen Israels Erwählung (Hoseä 'grüne Llivenbaum alS Symbol üngung Israels (Ieremia 11,-13); die Gestalt von Israels Wiedererhebung von seiner.Erfiievriäuiig. (Iesaia 44, 4) u. s. w. angewendci. Die'lmveavung der hier gebrauchten Bilder ist den an Israel gerichteten Lehren und s Vorführen der Gestalten aus der?u: da- Leben und Wirken unserer Ver alS D.i "tvil Ahnen als Muster z ir Nacheiferung unS stetvorschweben lassen sollen ind daS Hinblteken auf die Gegenwärt, welchem Beruf! Zfrc el zu leben habe, welcher Bestimmung eS enlgegenge«, w»S daS Eril und die göttlichen Strafen aus ihm mach n sollen, wie es sich stetzu Gort' um Erlösung und der Thora, de rettet u. s. w.; wie endlich, die verschiedenen Klassen nur in dem Zusammenwirken der Gesammtheit ibre^Bersöb» nung und gege^seitize Ergänzung finden, sind die Lehren. *) Daselbst. **) MMr. Menochotb 27a Hülfh zu wenden habe, wie das Studium Utbüng der-. Gebote uns vom Unglück r. un w Tanchuma zu: Ode daselbst. -:k mit Hinzuziehung

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