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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 50 (1859) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
50 (1859)
Article
Beilage zu Nr. 50
Date
1859-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Beiblatt zu Nr. 80 des „Jüdischen VoWlattkS" Die ersten 3000 Thaler der israelitischen Bibrlanstalt. Zn Nr. 13 der ..Allg. Zeitung d>-S JudenthumS" veröffentlichten wir folgenden „Aufruf an alle bibel» treuen Israeliten". „Lange nanv rer Unterzeichnete an, abermals mit einer Auf» und Anfoiderung vor VaS jüdische Publicum zu treten, und wiederum ein neurS Ziel dcS SlrebenS und Schaffenaufzust-llen. 'Allein die Dringlichkeit der Sache und die 'Aufmunterung einiger strcunde unv geachteter Corresponvenken macht eS mir zur Pflicht — und wer darf sich dieser entziehen wollen?'. Wer die früheren Jahrgänge der Allgemeinen Zeitung deS JndenthnmS kmchgebi, wird finden, daß von Beginn an einer unserer ernstesten unv stelS wiederholten Schlag» und Wablsprüche war: „die Bibel ist den neueren Juden abhanden gekommen.— sie müssen sie wieder haben!" Beim Beginn un,'e»er Laufbahn sah es noch sehr schlimm damit aus. Wir bauen noch nicht einmal die Bibel in einer vollständigen Uebcrsrtzung. Seit Mendelssohn die fünf Bücher Moses und die Psalmen übersetzt halte, waren nur einzelne Bücher der heiligen Schrift übertragen und evirt worden. Da nun das Erlernen der hebräischen Sprache iinmcr weniger allg «nein und gründlich geworden. so gab es zahllose Fautilien, in denen die Bibel weder gekannt noch vorhanden war. Um so leichter verbreitete sich an der Stelle der ehemaligen Heilighaltnng jene Gelingst ätzung, mit welcher die hohle Bildung so gern prahlt, und je weiter die Jugend fonschrikt. desto cntfcniter und frcmver ward sie der heiligen Schrift schon auS — Unkennlniß. Wir b.klagken tief diese Zustände. Sie besserten sich — denn die Unhaltbarkcit ward allgemein gefühlt. Zuerst erschiettkn die G.sammtübcrsctzungkn von Salömon und und unter Znnz Dircciion. Zu gleicher Zeit fingen wir unser größeres Bidelwerk an und Oe. Herrheimer das seine, so wie S. Caben in französischer Sprache; auch in Nordamerika tirschien LeeserS englische Bibelübersetzung'.; Allein alle diese Arbeiten waren und und mehr für den Begüterter» und Benlittelten. als für die Masse. Der bloße hebräische Lcrt ist in unserer Zeit nicht genügend, und die bloße Übersetzung wiederum durchaus nicht zweck» entsprechend. Trrt und Uebersctzung zugleich ist daS allgemeinste Bedürfniß. Aber diesem Bedürfnisse muß so abgebolfen werden, daß rS dem Armen weder Opfer kostet, die Bibel zu kaufen, noch Mühe und Schwierigkeit macht, sie erlangen zu können. ES muß ihm die Gelegenheit geboten werden, sie leicht zu erlangen und chne Aufwand. Wenn nur« die McssionSbibrln für den Trrt allenfalls genügen, so sind doch ihre Ausgaben mit Uebersetzung gänzlich zu verwerfen. Bei der Uebertraguag keines alte« Schriftwerkes kößrmt je# fo sehr auf die Auffassung an. mit der man an > die pebersetzuug geht, wie beider Bibel. Was ist nicht Alles in dieselbe hineingetragen. waS auS ihr hcrauSgedeut«t worben! Ohne der Missionsbibel einen Vorwurf varauSl zu wachen, baß ihr.- Auffass.mgSwetse eine christliche ist.- denn dafür gehr sie von einer christlichen Gesell.chasräuS, Und hat die Verbreitung deS Christen. thumS zu ihren? Zrqecke — fo ist ne doch darum für Juden untauglich ist von unserem bringend. Die srtzunz zu ihrem und hat einen C und ihre Verbreitung unter den Juden 'Standpunkte eher schädlich als nutzen- Misfionsbibel. bat die Luthcr'fche lieber» Grunde, und diese ist vallec Jertbümer r, der nicht der der heiligen Skftift ist. Das Jndenihua»! hat in der Erklärung-der heiligen Schrift stelS sich völlig frei e.h Uten. Es hak-keine lleber. sryung alS karrottisch. angenommen, eS hat keine ArzS. legung für die allen, richtige erklärt. Gerade der Tal» mud huloigt der freiesten Eregefe. Sr häuft Erklärung auf Erklärung. sind jruft eine ungewöhnliche Leseart zu Hül.e. N.chl Scpluag'nla, nicht Targum, nicht Saadia, nicht Mendelssohn wurden ihm san«lio,tirte Uebertragungen. Wir sind daher auch mit den neueren Bibelforschern,' die fett Luther fi) Großes leisteten, fortgeschritten un» nehmen daS Gare von Je-ermgrur an. Aoer die Lurbcrsche Bibel. Übersetzung, voller Kehler, hat auch durchaus den Cha. rakler der heiUgta Schrift nach, getroffen, vielmehr völlig alterirt. Die tjaiherfche Uebersi'tzung bat für die Entwickelung de^ deujichen Sprache außerordentliche Per» dienste, unv sie j ist originell. Aber sie ist hart, steif, eisig, wo bas Original weich, flüssig. voll GefühISströmung ist; sie ist einseitig. monoton Und prosaisch, wo das-Ori» ginal viel- und Ueistnaig und voll Schwunges, voll Zartheit und Erhabenheit, voll Abwechselung und Biegsamkeit ist. Schon vorst allgemeinen Standpunkte auwäre eS ei» Rückschritt und ein große- Unrecht, hie Luthersche Uebers.tzung jetzt unseren Glaubensgenossen in die Hand geben zu lassen.! Es ist also das dringendste Bedürfniß. eine BibelauSgabe für Jedermann. infonerr-' für die Masse unter unseren Glaubensgenossen zu veranstalten, welche so wohl, seil wie möglich und welche überallhin, bis nach den kleinsten und entferntesten Orten verbreitet würde. Diese Bibel müßte den Teri und eine israelitische Uebersetzung befassen.! Ejie kann dann alS Ganze- und in Lheilcn. sie kann tjlä bloßer Lert und als Teil und Uebersetzung abgegeben werden. Jnfonderü muß auch Terl und Uebersetzung der Lhorah mit den Haphloroth und Megilloih geboten werben. Diese äiftgttai «Lffen ustsrtich stereotz-irt wer- -es. L-tr -er Liinstr -arf nicht «ehr dnfnr;»zahlen

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