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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 50 (1859) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
50 (1859)
Date
1859-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zur Jüdisches Volksblatt. Belehrung unD Unterhaltung aus jüdischem .gebiete. Heraadgegeben von Rabbiner Be. Ludwig Pbilippson in Magdeburg. lRo. 5». 183A-l tfoa dieser Zeitfckrisl trfAeint »öchenNich eine JJumma, Prri» de» Iahrtgang» I Tblr Vi.rleljäbrt» 7«, Ngr. Stl« vNcht-aneliinaeA. PsftS«tet Uud .^viraaz»er»ediU»BeB »cdMe» Bestcvuoq^i, «». [6. Jabrg. 4. Quartal.] Jüdische Criminalgeschichtcn. Erzablt vorn Rechtsanwalt Oe. II. Die Brandstifterin. (€»,«& au» Rr. u.) ü. „£, mein Volk, mein armeS Volk! o, mein Volk, mein reiche- Volk! Verkannt und verbannt, verlacht und verhöhnt, gestoßen und getreten, immer gejagt, nirgends weilen?, immer geplagt und immer eilend, hinter Dir der Hranger. vor Dir der Platz immer enger, die Furie des Fanatismus Dich treibend, nur die Zuflucht des EidesbruchS Dir bleibend, «in leckes Schiff auf den erregten Wellen drS bluttrunkenen Wahnes, ein fliegendes Blättchen in den Stürmen der Völker und Zeiten, eine ewige Zielscheibe für die mir Haß angegifteren Pfeile deS unvergänglichen Blödsinns, ein Stück Holz für die stumpfen Messer ungeschickter HumanuatSschnitzler, ein Perpetuum mobile der Leiden, ein ewiger Hügel begrabener Menschenliebe, auf die jede Aera und jeve Nation einen Stein geworren, der rothe Blutfaven. der sich durch dlc Geschichte der Menschheit zieht, die Niobe der Nationen. Wenn alle Irrenhäuser der Welt ihre Narren und Zollen entließen, wenn alle Zuchthäuser ihre Todeskandldattu frei gaben und sie tbäten sich alle zusammen und die i^relinS der ganzen Welt fänden sich dazu ein uno alle Schulbuben auf dem Erdreich, die noch uidit lesen und schreiben können - und jeder von diesen Millionen sollte einen Bileamschen Kernfluch aus Israel aussprechen oder den Inbegriff seines ganze- Blödsinnin ,einem Urtheile über unS deponiren —'SrgenSsprüche und Salomonische Weisheit wäre eS gegen das Nattrrngift, welches gegen uns schon auSgespieen, gegen die unsterbliche Dummheit, die über unS schon ibren AuSspruch gcthan har. „Mein arme- Volk! O nein, mein reiches Volk, an keiner Wunde sterbend, selbst wenn verdorben, nie verderbend. im ewigen Schmerz die ewige Liebe erbend. Du verstehst es. unter schmutziger, zerlumpter Hülle den reinen ganzen Gottesgeist zu büren, am Baum der Menschheit «reibst Du immer ueue Gristesblüthen. Dein Herz ist eine immergrüne Oase in des Sirorco» Wüthen. „Bleib einig, halte zusammen. Ob rechts, oh link- Deiner Kinder Glaubensfarbe anders schillert. Ein Grundton durchzieht fle und von. Einem Stoffe sind alle Fäden des Gewebe-. Bleib den Brüdern treu. Jude, bleibt Euch alle treu, Ihr Brüder, bleib Iudenthum Deinem Gott treuIhr seid das Wachs. darnn Aberwi^ unk Menschenhaß seit Jahrtausenden Hx Gepräge drucken, jerrS^ Volk in seiner Spräche, jede Zeit in ihrer Form, aber ven Stempel der Gottheit haben sie alle nicht verwischen können. „Söhne und Töchter. Israel-, Heranwachsende Jugend, mit Dir der Herr.. Ihr^ schönen Töchter Israel- und Du Perle rer Sckönbeit. lieb,, tteue Esther, mit Euch, mit Dir sei Gott! — Wuild.eie Dick nicht, -tbeuker Vater, über diesen Anfang mein»- Briefe-, über diesen Ausbruch jahrelang zurückgehaltener Gefühle. Ein alter Grieche singt schon: ,.lieber die Kraft kann Niemand, wie sehr er auch an> strebet, kämpf,n! „Du weißt, was ich ackf der-Schule und Universität um meines Glaubens willen erduldet habe. ES war Lappalie gegen den Schmerz, datheuerste Wesen unschuldig mit Räubern und Mördern büßen und leiden zu sehen. Kein 'ÜuSweg. keine Hoffnung, nicht einmal die Möglichkeit, sie zu sehen, zu sprechen, ihr zu schreiben. Die Antwort der Richte» und deS VeriheidigerS auf meine Frage über ihr Loos |— Achselzucken. Die herrliche Blume muß in finsterer, feuchter Höhle langsam vergeben, die Last der Anklage und daS Gefühl der Perlaffenbeii drücken da- Bewußtsein!, der »Unschuld. die Schwungkraft ihres Geistes nieder. Ebxr sehe ich für den Mörder ihrer Jugend und Ebre, für den -eigenen Vater, eher für Sie Klapperschlange Aschkinaß. der an seinen Peieß auf* gebaumelt zu werden verdient, Restung als für sie. Zwar habe ich alles Vertdeidigung-mate^kdl gesammelt und schon vor einem Jahre dem Iustizmtnister. der sich lebhaft für diese Sache interessirt. überreicht, aber er kann den Gang der Justiz^ den ehernen.' nicht hemmen, zwar habe ich vor ca. ü Monaten, des König- Majestät persönlich um Schutz angerufen, aber Er. dek Gerechte, ist selbst in den Banden ves fränkischen Kerkermeisters, sein eigenes Geschick ist selbst höchst beklag^enßwerth. . Gott wende eS zum Guten. Zn seinem Woble'da» unsrige! Die Regierung und Medicinaleommissipn bat mir die Stadt N. zum Aufenthalte angewiesen. d. h. sie hat mich zum geistigen Verschmachten und körperlichen Hungertode. zu täglichen Kränkungen abfeiten der aufgeblähten. judenfeindlichen Landjunker, zur Vogelscheuche und zum Mummbär für die Kinder M Ortecondemnirt. der in feinen zum stvlistischen >

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