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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 45 (1859) · p. Seite 179

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
45 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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179 Er schlägt und schlägt die Galten, Allein kein Ton erwacht; Sie schweigen, wie gefesselt Durch geisterhafte Macht. Die treueste Gefährtin, Die ihn verlassen nie. Die ihn begeistert kmmer Durch ihre Melodie; Die Muth ihm stetgespendet Zn Unglück und Gefahr. Die jauchzend ihm erklungen, Go oft er glücklich war; Sie will jetzt nicht mehr singen. Geschlossen ist ihr Mund. Er hat ja mit der Sünde Geflochten einen Bund. Ihm wird so bang' zu Muthe, Er tzringet auf mit Hast Und fallt zurück erschrocken. Und zittert und erblaßt. ES sträubet vor Entsetzen Sich seines Hauptes Haar, Entrissen hat Ihm Jemand Die Harke unsichtbar. Die alte theure Harfe, Im Tone so bewährt, ES. hat wohl ihre- Gleichen Noch Keiner je gehört. Und wie er um sich blicket. Erscheint Uria'S Geist. Der in erstarrten Händen Ihm seine Harfe weis't. Cr tritt ihm dräuend näher. Gar schrecklich anzuschau'n; Und David'S Herz erbebet Vor fürchterlichem Grau'n. „Hast mir daS Weib genommen. Die Gott zur Lust mir gab, Hast mich durch FeindeSwaffen Gcstiwzrt in daS Grab. Drum nehm' ich Deine Harfe, Die Dein» Freude ist. Die stets Dir hat daS Leben Durch ihren Klang versüßt." So redet und verschwindet Uria'S Schreckgestalt; Doch David fühlt vernichtet Der Worte Allgewalt. Er soll, ach, fürder nimmer Der Töne süße Lust, Der Lieder hetl'ge Wonne Empfinden in der Brust. Dakann er nicht ertragen Und stürzt zu Boden hin Mit schmerzerfbllter Seele Und tiefgebeugtem Sinn. Da liegt er nun im Staube, Zerknirscht und voller Harm, Und flehet um Vergebung - So innig, fromm und warm. ('„Erbarme. Gott, Dich meiner Nach Deiner großen Huld, Und wasch' in Deiner Güte Mich aeln von meiner Schuld! Ich kenne mein Verbrechen, ES schwebt mir immer vor. Eröffne meiner Reue DeS Hi^nmelS Gnadenthor! Ich bin!^in Kind deS Fleisches, In Sürtve schon gezeugt, Deß Heirz von früher Jugend Zur Miffethat sich neigt. Ich, bin ein Sohn deS StaubeS. Der Schrlld wie Wasser trinkt, Und minder Erde Trieben Vergebens kämpft- und ringt. Entsündlge mit Jsop Mich, Äater, in der Höh', Daß. ich ^vor Dir erscheine Viel reifer noch als Schnee! Ein reines Herz mir schaffe Und «wen festen Geist, Daß fütjder nie zum Frevel Mich die Verführung reißt. Verwirf.mich nicht, den Sünder, Von Deinem Angesicht; Entziehe! nimmer, nimmer, Mir Deines Geiste- Licht. Ich will! die Dösen lehren Der Tugend Pfade dann, Und Uebertreter lenken Hin aus der Reue Bahn. Don Blutschuld mich errette. Vor der mir, ach, so graut, Daß meine Zunge juble Ob Desner Gnade laut. ~ Erbarme, Gott, Dich meiner -lach Deiner großen Huld, Und wasch' in Deiner Güte Mich rein von meiner Schuld!" Und wie er also betet. Der tiefsten Reue Bild, Jhm^Iübrr Bart und Wangen Die Zähre reichlich quillt. Sein Seelenleid entweichet, Ihm wird so leicht umS Herz; ES brachte seine Thränen Ein Se^h himmelwärts. Ein himmlisch sanfte- Säuseln Vernimmt entzückt sein Ohr,

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