Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1859)
- Issue
- 44 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 4)
- Language
- German
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176 ..Tiefer, ein ebenso energisck er .Ns Umsichtiger Beamter, ordnete die Aufsuchung und Verfolgung der Diebesbande durch reitende G'enSd'armen aon während zwei andere Beamte als Lckeerenschleifcr sich.^in der Gegend der Häuser Bes Aschkinaß und Leibchen ppstirten, um ne genau und obne Aufsehen cerniren zu!können. Wie emsig beide, hinter rer Karre siebend. daS Breil traten, daß das Rad sausend berumsiog. als gält^ cS. daS nacktlicke Zehrgeld zu verdienen. ..Die GrnSd'armen (eS waren dieselbtn. welche unt/r. Esthers Fenster in der Dämmerung vorübergesprengl waren) ritten bis' zur Fraubornmüble, instruinenjken Müller von ihrem Vorhaben und warteten nun in! der Müble der kommenden Ereignisse. Die Pferde ließ^man völlig gesattelt und gezäumt in einer verscklossenen Reoiise stehen. ..Tie Müble mußten die Cbaßnegänger passtren, wollten sie roni Walke auS nack dem D^rfe kommen, in welchem der Drtssckulze wohnte, den sie beutezu ihrer Beute dengnirt batten. Denn der ...scke^Back war durch starke Regengüsse angrfckwollen und Süunden weit war keine andere Brücke, als an der gekacktes Müble. . ..lliik richtig, gegen 8 ttbr AbenrS ^kam die saubere Bande anmarschirr, Leib im weiten Mantel, nur eine Reifetasche in der Hank, die ükigen mir Körben und Kiepen auf dem Rücken, unter deren schweren Last sie zum Schein ächzten. Ter letzte Mannj hakte eben die Brücke passtet und machte Miene, den übrigen durch den Müblgarren zu tölgeir. dessen Passage | Jedermann frei stand, als der Müller, der vor der Müble stehend seinen Abentgruß freundlich erwicdert batte, i'ck cll in das Haus rurücklrat. Ein gellender Pein ließ sich bören und im Ru sprangen drei Gensd'armcn nack de Brücke zu und postirrcn sick auf dem jenseitigen Ufer. Im Gauen, der ringsum bock umzäuntt war. batten sck am Ausgange die drei anderen Gensd'armen sckon früher ausgestellt, nur ihnen zwei Mnblknappen» welche sich das Vergnügen nickt raube» lasse» wollten, die Gauner auch ihrerseits zu schreren. | . Werra. Hülferur. Flüche, Derratb.i Derrath! ertönte es ans dem Garten. Die Bande stürzte aus demselben berckils nack der Brücke;u. Aber si^ saben bald hier ihre Sevlla und die Gefahr beseelte ihien Murb. Mann an Mann begannen sie den Kampf, i^oblbewaffnet, mit der Kraft der Verzweiflung.- Ein G'e^sr'arm war beim Ringen mir dem Kafpelbuber. so bieß Meiers^ Retter, über die Brücke gerasten, keiner wollt» vom andern ablassen. biS tie Strömung sie a» dm Recken getrieben batte. Hier umklammerte'der Raube», einen der zum ' Sckutze 'gegen Eis .aurgepstinzten Basken, während er den Gtnsr'armcn zwischendurch drängle!. ...TaS Müblrak.faßte diesen unv zexsckmcttrrte ihn zu -einer formlown Masse. ..Aber auck Kaspelbubers Kräne winden schwacher. erst am anderen Morgen, leichenblaß vom erlittenen Blutverlust. zitternd am Wundficber. Seine Kameraden waren nur zum Thril glücklicher gewesen. Vier derselben waren übcrwunden'ttnd geknebelt in die Müble gebracht wo drei wachtbabendc Gens'darmen sie zu erschießen drohten, wenn sie sich den geringsten Befreiungsoersuch erlaubten. (Zvrticyunz solzr) Notizen des Tages. Eine Verfügung des preußischen UnterricktsministerS verpflichtet jede Sradtgemeinve. einen fortlaufenden jährlichen Beitrag für tie dort befindliche jüdische öffentliche Elementarschule zu leisten. Ter n or kam e r ik anisch e Gesandte in der Schweiz hat-»eine Denkschrift über die Emancipalion der Israeliten in diesem Lande veröffentlichte ' Zur Feier der Volljährigkeit des Großfürsten-Tbronfolgers erhielt eine Deputation der Juden in Petersburg die Erlaukniß, persönlich das hierzu angefertigte Geschenk nesü Glückwunsch zu überreichen. Es war dies die erste jüdische Deputation, die den kaiserlichen Palast betrat. Sie wurde vom Großfürsten sehr huldreich aufgenommen. In die M o.d enesische Nationalversammlung ist auch ein Israelit. Dr. Saeer doti. gewählt worden, und gehörte tiefer zu den ü Dcpulirren, welche dem Könige Victor Emanuel tie Huldigung des Landes darzubringcn hatten. » , Alach Befebl des Fürsten Milofch von Serbien wurde den serbischen Israeliten daS Recht gewährt, drei Deputirle in die Ekupschtiua (die gesetzgebende Versammlung) zu wählen, und hat diese Verordnung keinerlei Lpposition gefunden. In Kenstantinopel fand in dem von Juden bewohnten Viertel eine hottige Feuersbrunst statt, welche über 1000 Häuser verzehrte. Aphorismen von David Wahl in Coblenz. Große Männer zäblr man, der Troß wird nach Sckefseln gemessen. Der Frevel zieht die Vergellung-ari. wie daö Eisen den Blitz. Allgemeine Zeitung des Judenthnms. No. 43. 1d5S. Leitende Artikel: Die israelitische Bibelanstalt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Vom badischen Odem- _ walde, vom badischen Oderlanb, aus Bayern. — Preußen: Posen, dock gelang es ibm, eine kleine Trrvhc zu ertasten unl^i Berlin, Berlin. — Tcüerreichiicher Kaiserstaat: Aus. Galizien, .»»♦•- «-.-*.«- Eantez, Brokv, Lemberg, Preßdurg. — Die Schweiz: Oberlrndmgen. — Rußland:-KÄisch. — Serbien: Belgrad, Belgrad. Corresponden;: Ein Jom Kippur in Kiew. £3?' Zn beziehen jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Tbaler, vierteljährlich *4 Thaler. sich mühsam au»S U'er hcraufzuwink^i. Brkannl mit den Einrichtungen einer Müble offnere »r eine kleine 2bür und trat in die Radstube. Hi.er, so irecknete er richtig, würde ibn Niemand so'ort su-ckcn. Äan fand ihn dort Berantworliicker Rcdacreur: K. Nabe. d«erla<i mb BuSbask-loug in veipriz. — Trctf #rn Slexanker Diede in r-ip)>g.