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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 38 (1859) · p. Seite 152

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
38 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 152 (sequence 4)
Language
German
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152 vermag, wo Gefahr seine- Bessern, seine-.Innern etwa verbanden sein sollte. Soll es also um unsere Jugend wirklich besser neben, so mögen die Elwrn vorerst selbst inü dem besten Bei« spiele vorangehen, wahrheitsliebend, mäßig, fleißig, sparsam und ordentlich sein; liebevoll gegen alle Menschen, gefällig und dankbar, mitleidig, wohlthärig und barmherzig gegen Menschen wie gegen Lbiere, dann werden sich riefe herrlichen Eigenschaften bald auch an den £in» dein zeigen. Neben der Bereelung des kindlichen HerzenS muß auch die intellecruelle Bildung gehörig genährt und beförrerr werden, damit aus kprperlick gesunden und guten Kjntern verständige und kluge gebildet werten. Daß man selbst im frühesten KindeSalter zur Entwickelung der BerstanreSbildung unendlich viel beitragen könne, zeigt unS die tägliche Erfahrung. Man lasse nur zuvörderst das die Theile der Dinge in seiner unmittelbaren Näbe kennen lernen, woraus dieselben besteben und wozu sie gebraucht werden: ist einmal der 'Anfang des Denkens ' und Aueuierkens gemacht, so dürste bereits' die Babn ge« I brocken sein, auf de»- man später sichern Schrittes fort» I wandeln könnte. Wenn wir aber schließlich einer so früb» - zeitigen intellektuellen Bildung durch zweckmäßige Methode > kaS Wort reden, wollen wir damit keineswegs eine schavj licke Frübreife des Geistes empfehlen, wodurch nicht! wenige Kinder bemittelter Ellern als bekannte monstr» > eruditionis erscheinen. Während viele Eltern und Erzieher im 'lvoblgemeintesten Sinne sich einigst bestreben, ein kräftiges Geschleckt zu erziehen und beranzubilden.! bilden sie nun häufig wahre Mensckenfragmmte dadurch, I daß ne in dem ersten Keime bereits dgs Wachsen der! Wurzel an jenem Baum hemmen, der die Früchte goldener Zeiten tragen soll. Wie zu schwach, Geistesrhätigkeir Schlaffheit und Schlafsucht zur Folge hat, so erzeugt über» mäßige Geistesanstrengung dagegen Schlaflosigkeit und Abmattung der edleren Sinnesorgane. Gleich abspannend, wie die allzugroße Anstrengung res Beistandes und der Dernufift. wirken auch die verschiedenen Affekte der Freude. Furcht. Sckam, des Zorneu. s. f.. auf das jugendliche Gemüth. Daher bewahre man sorgfältigst vor Allem den heiteren, fröhlichen Kindersinn und pflege dieses Kleinod als den fruchtbarsten Keim des körperlichen, wie geistigen Gedeihens. Eine gesunde Lebensortnuug in jeder Richtung des diätischen .Verhalten-, vom Müßiggänge und jeder lappischen Weichlichkeit entfernt, Verbannung des rerroriSmzts aus unfern Kinderstuben. Entfernung des bösen Beispiels, weise Leitung durch Liebe. Wohlwollen und religiöse Erziehung dürsten als die besten Milbeförderer geistiger Ausbildung gelten. Widmen wir die größte Sorgfalt der Erregung und Lenkung des jugendlichen GemütheS; wirken wir beständig mit allen Kräften auf die Weckung und Erstarkung der heiligen Gefühle der Achtung und Liebe für alles Gute. Wahre. Schöne und Religiöse; bewahren wir daS zarte Gcmükb vor Täuschungen aller An. zind enegen überdies noch Haß und Mutb gegen Laster und Jrnbum, um die Unverborbenbeit auch für die Zukunft zu sichern; wachen wir endlich gegen Unftttlichkeit, Aber- und Unglauben: dann dürfen wir mit vollem Rechte bei einer so hoffnungsvollen Jugend einen gesegneten Herbst, ein gebildetes männliche- Alter erwarten. Rur durch Veredlung res HerzenS ist unserer Zeit, ist jeder nachfolgenden, ist der Menschheir zu helfen. Quod faxit Deus! Aphorismen von David Wahl in Coblenz. ES giebl Wahrheiten, die sich noch stärker füblen. als denken lassen; solche sind die der Kunst und noch mebr der Religion und enthalten oft eine größere Neberzeugungskraft. alS daS Resultat einer logischen Zergliederung; und eS läßt sich mit Recht sagen, daß der Glaube eine rinentwickelte Logik des Herzens ist. Dir Buchdruckerknnst besitzt den elektrischen Telegraphen des Geistes: daS Wort, das Tausende von Herzen in der Nabe und Ferne erbeben und erglühen niacht. Dem Kinde bösliche Redensarten, künstliches Mienenspiel und Verbeugungen lebren. beißt ihm frühzeitig die Heuchelei systematisch beibringen. Cbnc Mitleid mit der Heiligkeit der kindlichen Natur läßt man diese gefährlichen Spiele mir seinem Innern verwachsen und wie Giftkrallt in blühender Saat aufschießen. Lügenwesen und Verstellung bilden allmablig um raS junge Her; eine, verderbliche Hülle, unter deren Dunkel die Keime von Fehlern gebein, fortwuckern. um später als llngetbüme von Lastern die Schale der Heuchelei zu durchbrechen. j Eine treffende Charakterschilderung ist eine Photographie des Geistes. Die Naturgesetze könnte man die stereotype, die moralische Weltordnung aber, als in dem jeveso«aligen Gebrauch der menschlichen Freiheit bedingt, die bewegliche Welt nennen. Die israelitische Bibelanstalt. ie Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeile hebräischer und deutsch-hebräischer Bibeln haben die Höhe von 2158 Thlr. 20*,, Ngr. erreicht. Allgemeine Zeitung de» JudenthumS. No. 37. 1859. Leitende Artikel: Tie religiöse Politik. — Die israelitische Bibelanftalt. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Aus Bayern. — Preußen: Berlin. Berlin, Magdeburg. TrzemeSzno. — Cefierreichischcr kaiftrslaat: Horte. — Tonaufürstenthümer: Galay. — Italien: Bercelli. — Großbritannien: London.— Nordamerika: Cincinnati. X^S~ Zu beziehen durch jede- Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Tbaler, vieneljährlich ■* Thaler. Verantwortlicher Red-devr: St. Nabe. fterlaq »er 3du«.flSr,nr r** vuchSardl»»g tr.Lr-pzi«,. — Druck vor w,«de in V><e<u.

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