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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 35 (1859) · p. Seite 140

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
35 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 140 (sequence 4)
Language
German
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140 wurde davon betroffen; und Jedermann, de, seirdem davon gehört, billigt diese Antwort. Die Studien und die Waffen führen gleicherweise zum Ruhme. Was die Juden betrifft, sh ist der Ruhm eineeinzelnen rkn Ruhm für Alle. (rB besteht unter unS noch diese gtgenseitige Solidarität, hie wir ehemals im Unglück batten. In der Thar, wo man einen sehr verdienstvollen Juden gesehen, da wurden >seine Glaubensgenossen weniger von ihren Mitbürgern gehaßt; nach und nach verachtete man sie nicht mehr und Man sab endlich ein. daß sie alle eben so viel als die »übrigen Menschen wertb seien. Die französischen Juden halten imkver zmd daben auch jetzt noch hervorragende Männer der Wiffenschaft, der Literatur und der Kunst; sie ^aben eine.aufrichtige Liebe für ibr Vaterland dargethan/ und sind ibrerseitgeliebt und gtachicr worden. Dir Liste der Ltficiere, die Sie uns soeben gegeben, ist in jeder Hinsicht wichtig. Die piemontrfischen Juden, die erst fit zwölf Jahren frei sind, haben auch große Fortschritte eemacht, und die zufriedenftkUenk. Israeliten,, mtt.r rnischen Jugend, geeilt ist, waren einer aus Casal, s welchem Lande Belohnung dafür war nicht weniger Unsere Armee bat eine ziemliche Anzadl diesen mehrere Lfficiere. Unter der ital die zu den Fahnen Dieter Emanuel's viele unserer Glaubensgenossen, die setr wohlhabenden Familien angebviten; siehaben ihren Herd verlassen, um fik rbr Vaterland zu kämpfen. Ich werde aufmerksam machen, daß sich in rer Militiirschule zu Jvrea sieben junge Israeliten, von denen dr< i aus Mailand, einer auS Maniua. einer aus Jvrea und und wieder ein anderer, ach weiß nicht a, ist; sie werden binnen weniger Tage zu Lfficiere« ernannt .werden. Sie müssen auch erfahren-, daß Heric Ditali,-Unter lieutenant, in der Schlacht bei Palestro di Milikairmeda.ille erhalten bat, und daß Herr Leon Rovigo Lieutenant vom Stabe, der schon im Jahre 1848—1849 : Dsficier in unserxr Armee gewesen, frbr ernstlich in der Sillacht bei Saint» Martin verwundet worden ist.. Mehrere Unterofsscie-re und Soldaten israelitischer Konfession sink auf demselben Schlachtr'clbe gefettet oder verwundet. Wir hoffen, daß der Educatore i.*raelita, sobald er feine Veröffentlichungen wieder beginnt, sich ernstlich angelegen sein lassen wirk, ibrr Bravour zur Kcmttrnß zu bringen ES ist um so nützlicher dieSzu kbun, da es in Jraliei» wie sie wissen, noch Plätze giebr, wo die Verurlbeike roch ziemlich starksind. Sobald diese Dbarsachen bekannt ein werden, wird man nicht mebr wagen, unsere Glar benSgenvffen wie Feiglinge mit servilen Gesinnungen zu.^bandeln. ' Mögen die israelitischen Soldaten iq der Armee endlich wissen, daß sie nicht allein für ih dern auch für ihre Religion kämpfen; selbst kämpfen gegen diese, ungeheuerlichen - Vorurtbeile und sie werden ihre Anstrengungen verdoppeln, uw den Sieg erringen zu helfen. ' Vaterland, soudaß sie für sich Unterhaltungs-Pillen. Bon Louis Lehmann in Bad Homburg. Wenn man früher in Leipzig zur Messe angekommen war, so bekam man beim Eintritt in die Stadt feinen Paß von einem Polizisten abgenommen, worauf man sodann mit demselben zum Porizeicommiffair sich begeben mußte, der dann bei Einsicht des Paffes einige mündliche Fragen über Zweck der Reise, Namen und Charakter des Inhabers re. an den Letzteren lhat, um sich nochmals zu überzeugen, ob die Angaben drS Passes stimmten. Da diese Weitläufigkeiten. nur bei Israeliten stattfanven, so machte G. E.... der dieses schon gar vielmal erlebt, gewöhnlich einige witzlge Bemrrkuugen dabei, um sich und seine Mitreisenden damit zu erheitern. Dies Mal stand er wieder in Begleitung seiner Mitreisenden vor dem Polizricommissair. Derselbe hatte den Paß in Händen und frug den ihm bekannten Inhaber desselben: „Zweck ibrer Reise?" — „Waarenrinkauf zur Messe". — „Name?" — ,.G. E...." — „Religion?" — „Jude". — „Charakter?" — „Am kscbeh oref“*) — „Wie?" frug der Polizeicommissair. — ,,Am kscbeh oref“ erwiekerte der Ange» redete. — „Wie?" rief die Polizei zum dritten Male und zum dritten Male ertönte die Antwort: „Am kscbeh oref“. —„Laßt den b a rtn ä ckigen Juden fort, der weiß jedes Mal etwas Anderes, um mich zu ärgern", rief nun der Cemmissair und G. E.... ging vergnügt von dannen. *) Wie in heiligen Schrif: die Israeliten bezeichnet werden: „ein hartnäckiges Bolk". C u r i o s a. Die Arch. isr. de Fr. enthalten einen Brief eines Lieutenants Meyer im französischen 44. Linienregimenr. der seine kleinen Abenteuer im Kriegslager erzählt. Er berichtet vom Uebergang über die Sesia. „Hernach war ich auf dem Schlachtfelve. Welche Verwüstung! Es thur Einem weh. Ich fand in dem Sack eines Tobten, den ich zufällig öffnete, eine kleine ein armer Jud' befand sich also unter ihnen; ich hebe sie auf." Nach derselben Zeitschrift sollte jüngst ein Mörder, Namen- Verrv, in Paris hingerichlet werden. Er war einer der hartnäckigsten und verruchtesten Bvsenichter. und wieS allen geistlichen Beistand ab. Endlich der Anreden des Priesters müde, rief er auS: „Lassen Sie mich doch, ich bin ein Jude!" Der Priester trat mm ab — aber der Verbrecher betrat die Pforten rer Ewigkeit noch mit einer Lüge mehr — er war nie Jude guvefrii, und stammte auch von Juden nicht ab. Allgemeine Zeitung des JndentbumS. No. 34. 1859. Leitende Artikel: Die Religion des Frieden«. — Zur judeofeindlichen Literatur. — Die israelitische Bibelanstalt. — Literarischer Wochenbericht. ZeitungSnachdichtenrDeutschland: Dresden. Dresden. — — Preußen: Prenzlau, Berlin, Insterburg. — Lesterreichijcher Kaiserftaat: Wien, Wien, TcmeSvar, Nagp-Karoly, Brodv. — Rußland: Odessa. Verantwortlicher Redacteur: K. Nabe. r'S VochSaottsng io - Track vcr Alrxaader wirte io Slertaa voo BaomxLrta

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