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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 31 (1859) · p. Seite 124

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
31 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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124 ungeheur« Bewegung entstand im Volke; Alles lief durch einander; man b.iheucrte, man schwor, mcht fchric: „Laßt unS unseren Lehrer Rabbah venbeidigen!! er ist unschuldig! Man bat ihn vcrlenmdkt! Man will an uns. cS gilt unsere Frauen und Kinder, darum gilt<cs erst unserem Haupte, unserem Scbildel Zu den Blaffen. Männer von Juda! Zlt den Waffen, tapfere Pumpadiihancr! Unser Blut für ihn. Rabbab sah eme Scene großen Tumultes vorauS; er fürchtete Blutvergießen und Gewalltbat -egen die Böten deS Königs; er nk.mine, daß er selbst nicht im Stande sei, vaS Lolk im Zaum uu halten, und bei der Niedergeschlagenheit uud dem Trübsinn. die sich seiner feit der Rückkehr auS Kresipbon bemächtigt batten, beschloß er zu weichen, zu fliehen, sich zu verbergen. dio Dilles zur Ruhe zurückgekebrt sein werde.. Seine Jünger^ bildeten einen starken Zaun nur ihn, in desien Mitte er nach dem West» rhore stob. Dann ernlabnte er auch siel zurückzuk. bre.n» da er nur allein sich zu verbergen im Stande sei. Er versenkte sich hieraus in die sumpfig- Latzdschatt. welche sich süvwestwärts von' Pumpavitha bis zum Ufer dcö CupbratL erstr.ckte. In der Statt waren unterdessen die königlichen Firi» steki erschienen und batten die Auslieferung Rabbabs verlangt. Der Enlsrurst Mar-Ukban batte den Ra'bbach aug.schuldigt» absichtlich durch seine großen Volksversammlungen in den beiden Kallamonaten, den König und die Einnehmer um einen großen Tbeil des Chärag (der Kopfr steuer) zu bringen, welchen der König Hen Indenauferlegt harte, und die in der Abwesenhen sß vieler Steuer.- pflichtigen ltichr erhoben werden konnte. Mar-Ukban bk», züchtigte Rabbah Vesbald deS Uiircrschl^isS königlicher Gelder uns ries war ein Vergehen, kaH nach den Gesetzen rer Perser n«it dem Verluste beiden Arme bestraft wurde-ach, rltabbah hatte keinen Fürsprecher am Hofe gefunden! (Schlag folgt.)! -- i i i . Notlzen des Tages.! Zn den Heeren, welche in dem beendeten Kriege im Kampfe waren, dienten auf öst.rrcichii^er ' Seite über 17.000 Israeliten, wonmter 800 vom F^Idwcb l an.biS zum höheren OsfizierSrange. auf französischer S.ite-150 Offiziere jüdischer Confessio». worunter 2 ^briften. 2 Majore, 33 Kapitäne u. f. w., und 39 vom ihnen sind mir ^der Cbreislcgion decorirk.; bei reu Sareen gab cS 2 iü» dische O'fiziere und cb.n so viele unter dcjn schweizerischen Bcobachrnngötruppen an der Grenze. Die Ictzlickst abgebalrcnrn Kreisversammlnngen in Preußen haben kargetban, daß aller Widerstand der adeligen Rittergutsbesitzer gegen den Einritt sürischer Rittergutsbesitzer in die Krnctage nutzlos war. und wo solche jüdische Rittergutsbesitzer vorhanden waren, .haben .sie ihr gulcS Recht auSgeübr., Ar>ß rdem sind neuerdings Medici,lalpersonen jüdischer Conkcssion zu! KrclSphysieus, Bataillons», und Stabsärzten u. f. w. befördert worden. Hingegen hält der Minister der geistlichen» und Schulangelegenheiken von Betbmann-Hollweg an clllen bisherigen Ausschließungen auf seinem Gebiete fest. In dem neuen englischen Parlament sitzen wieder drei jütische Mitglieder, zwei Barone von Rothschild und Alderman SalomonS. ein vierter Baron Franzis Goldsmiv bewirbt sich jetzt um eine Wahl. Außerdem sind auch wieder in London zwei Jsra.liten zu Sheriffs und zwar ohne alle Opposition gewählt. In Italien hat die sardinische Regierung sowohl in Mailand als in Toscana die Gleichstellung aller Culte proclamirt, und trat.» sofort einige Jnven in den Staatsdienst. Gleiches geschah in Modena. NeurrdingS haben zwei ungeheure FeuerSbrnnsie statt» gefunden, welche namentlich Juden betroffen haben, zu Brody in Galizien und Jungbunzlan in Böhmen. In der Moldau und W al ach a i hat ein Ministcrialerlaß den Juden beföhlest, die europäische Tracht anzunehmen. damit sie den Verspottungen uno Angriffe» weniger auSgcsctzt seien. Zn bemerken sind die häufigen Nebertritte, welche gegenwärtig in. Nordamerrka zum Jndtntdnme stattfiuden. So traten am 8. April in St. Louis vier Individuen zum Judenthume unter genauer Beobachtung der vorgeschriebencn Förmlichkeiten über. Der schon im Novcmber 1858 von der Stadtverordneten-Lersammliutg in Posen zum besoldeten Sladtrathe erwäblte. Assessor Oe. Z.imicr, welchem der frühere Minister die Bestätigung wiederholt verweigert hatte, har diese nunmehr erhalten und ist in fein Amt rtugeführt worden. Der Gemeindevorstand in Berlin errichtet zum Oktober ein Lehrerseuunar zur Ausbildung von Lehrern und Vorbrlcrn. In Warschau baben einige Juden dem R-dacteur der polnischen Warschauer Zeitung wegen wiederholter Beleidigung ihre- Glaubens und Stammes eine Herausforderung zugeschickt, dieser aber sie deshalb bei den Be» Hörden dcnuncirt. Die polnischen Advocatcn verweigerten ven angeklagten Inden den Rechtobeiftand, und. dies« wurden in erster. Instanz vcinrlbeilt; man hofft" aber, daß sie in zweiter Instanz sr.ig.sprochen werden. Allgemeine Zeitung des JndenthumS. No. 30. 1359. Leitende Ar'ikef: Wat ist von de>n ..KoSmopoliti-muS der Juden" zu Hallen? — Aus den vereinigten Denaufürstenthümern: Rvs um Hülfe! — Die ijraentiiche Bibelansiait. Zeitungsnachrichten: Denksch'and: Fulda. — Preußen: Belgard. ans Sch esi.n, Danzig. Brandenburg. — Oesterreichijcher Kaherstaat: Lllen. Prag, aus Galizieu. -- Großbriraanien: London. — Die Schweiz: Ober-Endtngen. — Schweden: Stockholm. Cy Zu beziehen durch jebeS Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thalrr, vierteljährlich *4 Thaler. BerantworrNcher S'etatteur: K. Rabe. Crttatf,bcb SaiXEBitntt1^ B»-b«udlun2 ig Vtipilg. — VSN «lex»Ader wtede t,

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