Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1859)
- Issue
- 29 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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116 3ftd6 frin Ohr traf, wand» sich um. und verließ den Palast. Stunden darauf erhielt er einen Brief der Königin, doch vergebens suchte Rabbah nach einer Schrift. Der Brief enthielt nichts alS einen goldenen Ring mit silberner Platte, auf welcher der Name Jsta in goldener Keilschrift stand. Und der Ring war an eine seidene Schnur befestigst Rabbah verstand den Wink. Er schlang die Schnur um seinen Nacken und der Ring ruhte, auf seinem Herzen. ' | Als am anderen Morgen der erste Strahl der Sonne die goldenen Zinnen von Ktesipbvn traf, durchschritt ein einsamer Wanderer das eben geöffnete Westlbor KtesiphonS. Vergebens baue der König Schabur seinem Liebling ein stattliches Geleite und allS'Reisemittel angeboren. Rabbah wollte zu Fuß ^u„d allein daS große Lüüvergebiet. die furchtbare fvrifche Wüste durärpilgern: es sollte ihm eine Sühne mehr für das Vergehen sein, dessen er sich beschuldigte. Drei Jabre später gebar die Königin Jfra einen Knaben, aber Schabur sollte seine--höchsten Glückes sich Nicht erfttuen, denn zwei Monde vor der Geburt seines Kindes traf ihn rer Tod. So wurden, Schabur II. die königlichen Huldigungen dargebracht. bevor er bas Licht der Welt erblickte. Zur selbigen Zeit kehrte Rabbab nach Babylonien zurück und-begann seine Rubmeslausbabn^ aber niemals betrat er die Straßen von Ktesipbvn wieder. DieS waren die Erinnerungen, die trotz seinem Widerstrieben im Geiste Rabbahs immer stärker aufstiegen. je näber er der Resideü; der Königin kam. (Sortfeyaag felgr.) Blumenlese. Auszüge von Erzählungen. Gleichnissen. Gedanken und Meinungen, wie Erklärungen von Schriftstellen aus hebräischen Werken. - Bon Josepb Rawicz in BreSlan. n"rcs üec-r tcn Psalm 101. Diese Worte, bemerkt R. Acha. im 'Namen des R. Levi, sind in, dem Sinne zu nehmen: Wird mir Gnade oder Recht, ich lobsinge. Die Vermischung des Guten und Bösen, der Wechsel von angenedmen und unangenehmen Begebenheiten ist dem Menschen angemessen. Obne dieselben würde dies Leben keine Schule der Vollkommenheit, keine Vorbereitung;u einem höheren Zustande sein. Der Gläubige, der mit dem Unglück kämpft und in diesem Kampfe besteht, aut den sieht der Beherrscher der Welt mit besonderem Wohlgefallen herab, und der darf sich »Allevon den fruchten seine» Kampfes und Sieges versprechen. ' Laß Dich von Deinen Bekümmernissen nicht Niederdrücke^: laß die Hoffnung, nach der tzinsterniß wieder Lichr zu erblicke», ja nicht fahren. . Halte Dich nie von Deich vergessen. der aüeS weiß, der allen seinen Geschöpfen wohl will — der Allgütige erbarmet fick aller' seiner Geschöpfe. Unterhaltungs-Pillen. Bon I. R. in B. A.: Warum kommen sie am spätesten in die Schule? B.: AuS Gefälligkeit. A.: AuS Gefälligkeit gegen sich selbst! D.: Nein. auS Gefälligkeit gegen Andere. A.: Gegen welche Andere? B.: Gegen die. welche ebenfalls spät kommen; damit sie sich mit mir entschuldigen können, komme ich am spatesten. Manche Gefälligkeit kommt zu spat, doch diese nicht. Curiosa. Neulichst befanden sich ein junger Mediciner und ein desgleichen RabbinatScandidat zusammen in einer katholischen Kirche während deS Gottesdienstes. Bei Aufhebung d,S Monstranz sah der Mediciner mit Staunen seinen Begleiter alle Kreuze und Kniebeugungen mitmachen, die dem gläubigen Katholiken sein RituS vorfchreibk. „Was tbun Sie da?!" stug der Mediciner heftig. Der Andere erwiederre: „Ja, wenn man dies hier nicht mitmacht. so setzt man sich Insulten aus!" Der Mediciner zuckte die Achseln und sagte: „Nun, wenn Sie sich vor diesen fürchten, dann gehen Sie nicht hierher — waS soll man aber von Ihrem Charakter als zukünftigem Rabbiner erwarten? ..!! Ein Correfpondent schreibt unS in diesen Tagen: ES kam mir diese Woche ein in Wien 1858 in der Alberr Benedikl'schen Buchhandlung erschienenes Taschenwörterbuch unter dem Namen: „Universal-Wortgrübler",^ von Prot. Dr. Gregor PratoriuS, zu Händen und wie erstaunte ich. darin die Erklärung zu finden von Massematen (yro jrs::) die Handelschaft, den Fortgang deS Geschäftes, auch: „der Diebstahl'.'." — was sagen Sie zu dieser Erklärung? Es sind noch so manche aus dem Hebräischen gezogenen Wörter in ganz stemdem Sinne erklärt und verdient gewiß ein solches Wörterbuch aus allen Kreisen vertrieben zu werden. Dieser Verfasser scheint einer der „Eisenmenger" zu fein.') *) Auf das freundliche Anerbieten des Correspondenten bitten wir mn ein Exemplar dr« Buches. Die Redaction.- Die israelitische Bibelanftalt. Die Spenden zur Stereotypirung hebräischer und deutschhebräischer Bibeln hatten in Nr. 27 d. „Allg. Ztg. d. Judenth." die Höbe von 1445 Thlr. 11 Ngr. 2 Pf. erreicht. Allgemeine Zeitung de« JudenthumS. No. 28. 1859. LeiteadeArtikel: Magdeburg. — Literarischer Wochenbericht. Zeitaugsnachrichteu: Deutschland: Dresden. «öS Rhein« Hessen, an» Bayern. Homburg — Preuße»: Berlin. Schivelbein, aus dem Posenschen, Neheim. Magdeburg. — Oesterreichischer Saiserstaat: Dien. — Donanfürstenthümcr: Bukarest. — Dänemark: Kopenhagen. — Frankreich: Mihlhausen. — Rußland: Warschau. — Stallen: Bologna. Verantwortlicher Redactenr: Jt Rabe. Verla, so, Scaaglitact’« Cm*l«aMaa, ia tci**t* — Dem« Ma Kleraafet« Wied« ia »ei»»i,.